Ein Besuch beim Fan-Projekt Dortmund

Nicht nur schwarzgelb

Ja klar, mit dem BVB fiebern sie alle mit: Rolf-Arnd Marewski, Thilo Danielsmeyer, Davud Mohammed, Klaas Pütschneider oder Wolfgang Pfeiffer. Aber von Fanatismus sind die Fünf soweit entfernt wie die Erde vom Mond. „Eine professionelle Distanz zum Verein ist wichtig“, sagt Rolf-Arnd Marewski.

DORTMUND

von Von Jörg Bauerfeld

, 13.01.2011, 07:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Team: Klaas Pütschneider, Rolf-Arnd Marewski, Wolfgang Pfeiffer und Thilo Danielsmeyer (v.l.)

Das Team: Klaas Pütschneider, Rolf-Arnd Marewski, Wolfgang Pfeiffer und Thilo Danielsmeyer (v.l.)

Der Kontakt zu den Hooligans wurde gesucht – und der Kontakt zu sozial schwachen Fans, die nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden sollten. „Wir haben durch zahlreiche Projekte einen Zugang zu den Fans geschaffen“, so Thilo Danielsmeyer. Der ist seit 1992 beim Fanprojekt und gilt als sportlicher Kopf im Team. Unter anderem sorgte er dafür, dass die erste Streetkick-Anlage von einem ortsansässigen Schreiner zusammen gezimmert wurde. Marewski grinst, wenn er daran denkt. Ernster wird er, wenn er das Schubladendenken vor Augen hat. Immer wenn es im Dunstkreis des BVB zu Randale kommt, fällt auch das Wort Fan-Projekt. „Es gibt eben eine Polizeistatistik, die genau belegt, wer was gemacht hat“, so der Sozialarbeiter.

Zahlen, die das zurzeit fünf Mann starke Projekt-Team nicht vorweisen kann. „Wie viele Leute wir von der schiefen Bahn abgehalten haben steht nirgendwo.“ Das Los eines Sozialarbeiters. Die Fünf tragen es mit Fassung. Wohl wissend, was sie sich mit der Zeit für ein Ansehen bei den Fußball-Fans erworben haben. Die Vereinsräume an der Dudenstraße sind Anlaufpunkt für diejenigen, die Hilfe brauchen, aber auch ein Treffpunkt für die, deren Herz schwarzgelb schlägt. Hier gibt es Lebenshilfe, Anti-Rassismus-Projekte und Sportaktionen. Auswärtsfahrten (ohne Alkohol und Nikotin) der „Young Generation“ werden organisiert, und neuerdings gibt es das BVB-Lernzentrum. Das Fan-Projekt hat seinen festen Platz gefunden. „Und da die Jugendkultur ’Fußballfan‘ immer stärker wird, werden wir auch noch lange gebraucht“, so Marewski.  Jörg Bauerfeld

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