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Eintracht-Präsident Peter Fischer beleidigt Borussia Dortmund

Angst vor Gewaltexzess

Nach der 0:2-Heimniederlage gegen Köln und dem Absturz auf Platz 17 lagen die Profis der Frankfurter Eintracht am Samstagnachmittag regungslos, ja apathisch, auf dem Rasen. Bis sie spürten, dass ihnen Ungemacht drohte. Von der eigenen Anhängerschar.

FRANKFURT/DORTMUND

von Von Sascha Fligge

, 08.05.2011, 23:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizeikräfte gehen nach nach Spielende gegen randalierende Frankfurter Fans vor.

Polizeikräfte gehen nach nach Spielende gegen randalierende Frankfurter Fans vor.

Die aufgeheizte Lage kühlte erst ab, nachdem sich Eintracht-Präsident Peter Fischer den Anhängern gestellt hatte. Fischer veranlasste die Chaoten zum Rückzug, vermittelte Gespräche mit Spielern und konnte die Polizei überzeugen, den Abstand zum zornigen Pulk zu vergrößern. Dass er die Anhänger auf seine Seite zu ziehen versuchte, indem er über den finalen Gegner lästerte („Dann gewinnen wir eben gegen den Scheiß-BVB") brachte ihm allerdings massive Kritik ein. „Unverantwortliche, billige Polemik. Herr Fischer irrt gewaltig, wenn er versucht Ruhe zu erzeugen, indem er uns beleidigt. Dieses Verhalten ist eines Präsidenten unwürdig“, schimpfte Dortmunds KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke im Kicker.

  „Diese Momente waren der Tiefpunkt in meinen acht Jahren bei der Eintracht“, sagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen über die Jagdszenen. Sie werden Konsequenzen haben. „Der Kontrollausschuss befasst sich mit den Vorfällen“, kündigte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker an. Der Sicherheitsbeauftragte des Verbandes, Helmut Spahn, kritisierte den Exzess, aus dem zehn Verletzte und sechs Festnahmen resultierten. „Wichtig ist jetzt bei aller Emotionalität aber eine objektive Beurteilung der Situation“, sagte Spahn.   Vor dem Liga-Schlussakt am Samstag herrscht in Dortmund nun die Furcht vor einer neuerlichen Eskalation der Gewalt. Nämlich dann, wenn Mitglieder der Ultraszene im möglichen Abstiegsfrust auf euphorische BVB-Fans in Meisterlaune treffen. Ein Horror-Szenario.

  Um es zu vermeiden, findet in Dortmund heute eine Sicherheitsbesprechung statt, an der BVB-Offizielle genauso teilnehmen werden wie Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Ordnungsdienst. „Am Samstagvormittag“, sagt BVB-Organisationsleiter Dr. Christian Hockenjos, „wird es dann eine weitere Sitzung geben. Zu dieser laden wir auch die Fan- und Sicherheits-Beauftragten der Frankfurter Eintracht ein.“   Schon jetzt steht fest, dass es – analog zur WM 2006 – zwei Sicherheitsgürtel rund um den Signal Iduna Park geben wird. Den äußeren Ring, der die vermutlich 18 000 Besucher des Public Viewings in der Westfalenhalle von Stadiongängern trennen soll, können von kurz nach dem Anpfiff „bis zur Abreise der Frankfurt-Fans nur Besitzer von Eintrittskarten“ (Hockenjos) durchdringen. Die Rosenterrassen würden in diesem Zeitfenster „dichtgemacht“.

  Die Polizei wird den Stadionvorplatz zudem freihalten. Dortmunder und Frankfurter Fans sollen unter keinen Umständen direkt aufeinander treffen. Der Deutsche Meister will vor allem durch Präsenz der Gewalt vorbeugen. Hockenjos kündigt an: „Wir stocken das Ordnungspersonal deutlich auf.“  

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