Endspurt in der Bundesliga - Wer landet wo?

Fußball

So spannend war die Fußball-Bundesliga ab Platz zwei kurz vor Saisonende gefühlt noch nie. Wer spielt nächstes Jahr auf der europäischen Bühne? Wer muss den bitteren Gang in die 2. Liga antreten? Wir blicken auf die Ausgangslage der Klubs vor dem Endspurt und wagen eine Prognose: Wer darf aufatmen - und wer muss trauern? Tippen Sie selbst.

DORTMUND

, 03.05.2017, 05:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Endspurt in der Bundesliga - Wer landet wo?

Thomas Tuchel und der BVB hoffen auf Rang drei und die direkte Qualifikation für die Champions League.

Der Kampf um die Tickets für die Champions League: 

Die internationalen Fleischtöpfe sind für die Hälfte der Bundesliga noch in Reichweite. RB Leipzig (63 Punkte) dürfte von Platz zwei nicht mehr zu verdrängen sein. Die TSG Hoffenheim auf Platz drei (58 Punkte) duelliert sich die nächsten drei Spieltage mit Borussia Dortmund (4. Platz, 57 Punkte) noch um die direkte Champions-League-Qualifikation.

Und so findet sich auf die Frage, wer auf Platz drei am Ende der Saison endet und somit fest mit der Champions Leauge planen kann, wahrscheinlich bereits am kommenden Spieltag eine Antwort. Denn dann empfängt der BVB Hoffenheim im Signal Iduna Park (15.30 Uhr).

 

UNSERE PROGNOSE: Ein Spiel mit Finalcharakter, in dem die Borussen rund um Trainer Thomas Tuchel knapp die Oberhand behalten werden und so einen Grundstein für die direkte CL-Qualifikation legen. Mit einem Sieg in Augsburg am vorletzten Spieltag und mindestens einem Punkt im schwierigen letzten Heimspiel gegen Bremen qualifiziert sich Schwarzgelb direkt für die Königsklasse des Fußballs und die TSG muss nach zwar guten Leistungen gegen Augsburg und Bremen doch noch in die Qualifikation.

 

Sieben Klubs streiten sich noch um die Plätze für die Europa League:

Hertha BSC auf Rang fünf bis Eintracht Frankfurt (11., 41 Pkt.) kämpfen um die Europa League. Mit der Champions League hat Dortmunds großer Pott-Rivale FC Schalke 04 (10., 41 Punkte) zum Saisonbeginn geliebäugelt. Nach einer durchwachsenen ersten Saison unter Coach Markus Weinzierl war lange Zeit nicht einmal die Europa League in greifbarer Nähe. Aber im engen Kampf um den internationalen Wettbewerb haben die Knappen gute Chancen, sich gegen Teams wie Werder Bremen (6., 45 Punkte) Freiburg (7., 44 Punkte), Köln (8., 42 Punkte), Mönchengladbach (9., 42 Punkte) und Frankfurt durchzusetzen.

 

UNSERE PROGNOSE: Schalke holt einen Punkt am nächsten Spieltag in Freiburg, gewinnt zu Hause gegen den HSV und auswärts beim FC Ingolstadt. Hertha BSC wird sich bequem auf Platz fünf für die EL-Hauptrunde qualifizieren. Die zuletzt furios aufspielenden Bremer rund um ihren Top-Torschützen Max Kruse verpassen durch Remis in Köln und Dortmund und im Weserstadion gegen Hoffenheim auf Platz sieben die internationalen Plätze nur knapp.

Sie haben aber die Möglichkeit, durch einen Pokalsieg von Borussia Dortmund im nächsten Jahr dennoch international zu spielen. Platz sieben reicht dann für Europa. Borussia Mönchengladbach, SC Freiburg, und der 1. FC Köln müssen den Werderanern nur knapp den Vortritt lassen. Eintracht Frankfurt spart in den letzten Spielen bereits die Kräfte für das erste Finalspiel der SGE seit der Saison 2005/06 – damals ging der DFB-Pokal an den FC Bayern.

 

Die Abstiegsangst geht um – sogar Leverkusen muss noch zittern:

Von den abgeschlagenen Lilien auf Platz 18, die rein rechnerisch kaum mehr Chancen auf den Klassenerhalt haben, zuletzt jedoch ziemlich couragiert aufgetreten sind, bis hin zu den derzeit auf Rang 12 stehenden Leverkusenern reicht vor dem 31. Spieltag die Abstiegszone. Die Werkself (36 Punkte) startete mit Champions-League-Ambitionen in die Saison, muss nun allerdings zusehen, dass das 3-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz nicht weiter schrumpft.

Gleich zum Auftakt der Schlussphase geht es für die seit vier Spielen sieglose Mannschaft um Trainer Tayfun Korkut zum Abstiegsduell gegen den FC Ingolstadt (Platz 17, 29 Punkte). Eine Woche später steht das Derby gegen den 1. FC Köln vor heimischem Publikum an, bevor es am 34. Spieltag zur Hertha geht. Wäre Rudi Völler (Foto) nicht ohnehin schon stark ergraut – bei diesem Restprogramm würde er es. Ein schwacher Trost: Man teilt sich dieses Schicksal mit Mario Gomez und dem VfL Wolfsburg (15., 33 Punkte).

Die Wölfe kamen am Wochenende nicht nur mit 0:6 bei den Bayern unter die Räder, sondern konnten zudem in den vergangenen sechs Spielen lediglich vier Punkte sammeln – mit dieser Bilanz wird der VW-Klub der Rolle des Abstiegskandidaten mehr als gerecht. Punkten die Wölfe am Wochenende nicht gegen die Frankfurter Eintracht, könnte der Albtraum der Niedersachsen Realität werden. Am 34. Spieltag droht dann ein absolutes Endspiel beim HSV (Platz 16, 33 Punkte). Der Bundesliga-Dino hat mit vier Zählern aus den vergangenen acht Spielen alles dafür getan, um dort zu stehen, wo er eigentlich nie wieder hin wollte: den Relegationsrang. Die Fans der Hanseaten dürfen ihre Banner und Plakate aus den vergangenen Spielzeiten also wieder auspacken, die Spieler sich – fast schon wie gewohnt – auf einen heißen Abstiegskampf einstellen.

Damit der nach dem 34. Spieltag nicht erneut wie in den Spielzeiten 2013/14 und 14/15 auf Rang 16 endet, müssen die Rothosen zunächst gegen den direkten Konkurrenten Mainz (14., 33 Punkte) und anschließend auf Schalke bestehen. Auf ihr Torverhältnis sollten sie sich dabei allerdings nicht verlassen. Nur Darmstadt ist hier noch schlechter.

 

UNSERE PROGNOSE: Auch wenn es für die erfahrenen Bundesliga-Teams aus Wolfsburg, Hamburg und Leverkusen nicht gerade rosig aussieht, können sie den Abstieg abwenden. Selbst, wenn Bayer das nächste Duell gegen den FCI verliert, bleibt die Werkself erstklassig. Ein Unentschieden im Derby gegen Köln und eine Niederlage gegen die Hertha reichen am Ende zu Rang 12 – weil die Schanzer den um die Europa League kämpfenden Schalkern unterliegen und der FC Augsburger gegen Gladbach, den BVB und Hoffenheim gleich drei Niederlagen kassiert. Der HSV duselt sich am letzten Spieltag gegen die Wölfe mit einem knappen 2:1 noch auf Rang 14.

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