England will mit Jadon Sancho zur U17-WM

Tauziehen um BVB-Talent

Spätestens nach seinen brillanten Auftritten bei der U17-Europameisterschaft vor einem Jahr unterstrichen die Dortmunder Scouts den Namen Jadon Sancho mit dicken Linien in ihren Notizblöcken. Englands Stürmerstern passte exakt ins Raster des BVB. Jetzt gibt es Streit um Länderspiel-Abstellungen für die englische U17.

AUGSBURG

, 30.09.2017, 21:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jadon Sancho (r.) stand gegen Augsburg erstmals im Profi-Kader des BVB.

Jadon Sancho (r.) stand gegen Augsburg erstmals im Profi-Kader des BVB.

Seit wenigen Tagen liegt die Spielberichtigung des minderjährigen Sancho für die Bundesliga vor, nachdem er zuvor in der Regionalliga in der U23 sowie in der Youth League bei der U19 ausgeholfen hatte. Die Augenzeugen bestätigen das weit überdurchschnittliche Talent des Teenagers.

Profiluft schnuppern

Am Wochenende durfte er erstmals mit dem BVB verreisen, nach Augsburg. Profiluft schnuppern, näher heranrücken an den Kader. Trainer Peter Bosz hatte Sancho nach dessen Ankunft in Dortmund noch fehlende Fitness zur Last gelegt und mit Aufholarbeit beauftragt.

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Während in England, wo sein Ex-Trainer Pep Guardiola öffentlich beklagte, Sancho sei gewechselt, obwohl er bei Manchester City im Wort gestanden habe, das Interesse an einem potenziellen Star der Three Lions groß ist, hielt sich der Hype um ihn in Deutschland, auch wegen des glänzenden Dortmunder Saisonstarts, in Grenzen.

Weltmeisterschaft in Indien

Der Vorwurf von Guardiola verhallte hierzulande. Sancho habe seinen Ausbildungsvertrag legitim beendet, hieß es. Dennoch zahlte der BVB eine achtstellige Summe an City. Wohl auch, um etwaigen juristischen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen.

Zwist um Sancho gibt es dennoch weiterhin. Der englische Verband (FA) wüsste Sancho, einen der Anführer des Vize-Europameisters, allzu gerne im Kader für die U17-Weltmeisterschaft, die am 6. Oktober in Indien beginnt und am 28. Oktober endet. Doch mit diesem Anliegen stößt die FA auf massiven Widerstand in Westfalen. Beim BVB finden sich naturgemäß wenig Befürworter für einen langen Ausflug, wo sich Sancho allmählich als ernsthafte Alternative anbietet.

"Im Dialog mit der englischen FA"

Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab. "Wir sind im Dialog mit der englischen FA", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. "Es kann sein, dass wir ihn für die Länderspiele in den nächsten Wochen abstellen, das wäre bei der WM die Gruppenphase." Das sei aber noch nicht fix. Sancho selber, so berichten es britische Blätter, möchte gerne in Indien für sein Heimatland auflaufen.

 

 

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