Die Entscheidung über Titel, Träume und Tränen führt nur über Borussia Dortmund

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Zwölftes Liga-Spiel, weiter unbesiegt. Nach dem 2:1 in Mainz singen die BVB-Fans von der Meisterschaft. Verantwortliche und Spieler beschwichtigen, doch es gibt Grund zum Optimismus.

Mainz

, 25.11.2018, 05:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paar Wochen ist es her, da wurde Borussia Dortmund erstmals mit der folgenden Frage konfrontiert: „Wo soll das denn enden?“ Damals hatte der BVB den FC Augsburg mit 4:3 besiegt, nach einem irren Finish in der Nachspielzeit, und es war ähnlich wie am Samstag in Mainz: Eigentlich hätte der Gegner eine Belohnung verdient gehabt, weil er es geschafft hatte, die große Spielkunst im Kader der Borussia lange zu kontrollieren und einzudämmen.

Augsburg wie Mainz aber verließen mit leeren Händen den Rasen. Borussia Dortmund gewann zwei Spiele, in denen der Klub allenfalls durchwachsenen Fußball gespielt hatte. Das gibt einerseits den Mahnern wie Sportdirektor Michael Zorc und Lucien Favre Recht, die auf die noch erkennbaren Mängel verweisen, die auch nicht müde werden zu betonen, dass der Kalender November zeigt und - stand Samstag - ja auch noch 22 Spiele zu spielen sind.

Sie verweisen auch zu Recht darauf, dass es nur wenige klare Erfolge gab, da waren in der Tat allenfalls das 7:0 gegen Nürnberg und das 4:0 in Stuttgart, in dem die Kräfteverhältnisse eindeutig waren. In allen anderen Spielen musste sich Borussia Dortmund den Erfolg hart erarbeiten.

Gutes Gefühl für die kommenden Wochen

Andererseits, auch das gibt Zorc zu, bringt es ja jede Menge Selbstvertrauen, wenn man selbst die Spiele gewinnt oder nicht verliert, in denen der Gegner ebenbürtig war. Seit Wochen spürt man, dass diese Elf auch ein Verlauf nicht erschüttern kann, in dem der BVB ernsthafte Gegenwehr spürt, in dem man selbst sein Spiel nicht so entfalten kann wie gewünscht. Und das darf ruhig ein gutes Gefühl für die kommenden Wochen geben.

Und wer die ersten zwölf Partien in der Liga nicht verliert, darf ruhig auch selbstbewusst auf die Konstellation blicken. Die Bayern, naturgemäß die Mannschaft, der man am ehesten zutrauen würde, mit einer Serie die Borussia wieder unter Druck zu setzen, schwächeln munter weiter. Neun Punkte Rückstand sind ein Brett, vor allem aber macht der Rekordmeister nicht den Eindruck, als sei er gefestigt genug für eine Aufholjagd.

Was passiert mit Mönchengladbach und Frankfurt?

Das Gegenteil ist eher der Fall. Inwieweit Borussia Mönchengladbach konstant auf Kurs bleibt, inwieweit die erstaunlich starken Frankfurter am Ball bleiben - noch darf munter spekuliert werden. Aber mit jedem Spieltag wird das Bild klarer. Und dass die Entscheidung über Titel, Träume und Tränen nur über Borussia Dortmund führt, ist nicht erst seit Samstag klar.

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