Erschreckend ideenlos: BVB bleibt beim 1:2 in Leipzig fast alles schuldig

Redakteur
Enttäuschung pur bei BVB-Youngster Jude Bellingham nach dem 1:2 in Leipzig. © dpa
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Marco Rose hatte in den vergangenen Wochen registriert, dass bei RB Leipzig „Leistungen und Ergebnisse im Moment noch ein wenig auseinanderliegen“, die Sachsen also gemessen an ihren Vorstellungen bislang zu wenig Zählbares angehäuft hatten. Zu seinem Leidwesen war dies am Samstagabend nicht der Fall. Aufwand und Ertrag standen bei RB im korrekten Verhältnis, was durchaus Auswirkungen auf Borussia Dortmund hatte. Denn der 2:1-Sieg der Leipziger war angesichts ihrer fast 90-minütigen Überlegenheit mehr als verdient.

BVB-Trainer Marco Rose setzt gegen Leipzig auf die Dreierkette

Gegenüber der 1:3-Niederlage gegen Ajax Amsterdam am Mittwoch setzte BVB-Trainer Rose auf eine auf zwei Positionen veränderte Startelf. Anstelle von Steffen Tigges erhielt Donyell Malen den Vorzug. Für den verletzten Marius Wolf spielte Marin Pongracic. Felix Passlack blieb damit auf der Bank. Der BVB-Trainer kehrte zudem wieder zu einer Dreierkette zurück.

Von ausgeprägter defensiver Stabilität war in den ersten 45 Minuten jedoch wenig zu sehen. Den Ton gaben eindeutig die Gastgeber an. Der BVB hatte in Gregor Kobel allerdings einmal mehr einen sicheren Rückhalt. Der Schweizer Schlussmann war nicht nur bei einem verunglückten Rückpass von Mats Hummels (8.), sondern vor allem auch bei der Chance von Christopher Nkunku (13.) nach feinem Steckpass von Tyler Adams zur Stelle – der Nachschuss von Dominik Szoboszlai strich knapp am Tor vorbei. Auch in der 17. Minute war für den agilen Nkunku bei Kobel Endstation.

BVB-Abwehrspieler Marin Pongracic hebt das Abseits auf

Das Duell des Leipziger Stoßstürmers gegen den BVB-Torwart entschied Nkunku nach einer halben Stunde erstmals für sich. Josko Gvardiol spielte einen Pass in den Rücken der Dortmunder, Marin Pongracic hob das Abseits auf. In der Mitte hatte sich Christopher Nkunku gegen Manuel Akanji durchgesetzt, umkurvte Kobel und schob zur verdienten 1:0-Führung für RB ein.

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Der Borussia fiel dagegen offensiv nicht viel ein. Die beste Gelegenheit gab es nach 36 Minuten nach einem Zusammenspiel von Julian Brandt und Thomas Meunier, als der Belgier den Ball in den Strafraum brachte, dort jedoch Jude Bellinghams Versuch nicht sein Ziel erreichte, weil Donyell Malen im Weg stand.

Mit dem 0:1 zur Halbzeit ist der BVB in Leipzig gut bedient

Dass es zur Pause nur 0:1 stand, war für den BVB noch das Beste an den ersten 45 Minuten. Zumal die Dortmunder in wichtigen Szenen bei den Zweikämpfen stets das Nachsehen und mit dem Gegenpressing der Leipziger zu kämpfen hatten. Jude Bellingham, in der jüngeren Vergangenheit oberster BVB-Kämpfer, war zudem nach einer frühen Gelben Karte vorbelastet – und blieb nach Wiederanpfiff ungewohnt zahm. Zur zweiten Hälfte wollte Marco Rose mehr Tempo auf dem Feld haben, deshalb brachte er Ansgar Knauff für Marin Pongracic.

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Bundesliga, 11. Spieltag: RB Leipzig – BVB 2:1 (1:0)

Beide Teams brauchten nicht lange, um auf Touren zu kommen. Zunächst war der BVB im Glück, als Thomas Meunier im Strafraum einen Versuch von Yussuf Poulsen klärte (50.) und auch der Schuss von Dominik Szoboszlai (51.) über den Kasten zischte. Wenig später sah die Welt schon anders aus. Mit dem ersten richtigen guten Offensiv-Moment egalisierte die Borussia. Thomas Meunier erspähte die Lücke, servierte perfekt für Marco Reus, der Mohamed Simakan entwischte und Peter Gulasci überwand – 1:1 (52.). Einmal mehr traf der BVB-Kapitän damit gegen einer seiner Lieblingsgegner.

Der BVB ist in Leipzig nur wenige Minuten auf Augenhöhe

Nun wurde es kurzzeitig ein offeneres Spiel, denn der BVB war auf den Geschmack gekommen und wurde mutiger. Diese Phase verpuffte aber rasch. Danach herrschte vor allem wieder im Dortmunder Strafraum Alarm. Gregor Kobel parierte bei einer Doppelchance der Gastgeber erst einen Kopfball von Nkunku und dann den Nachschuss von Szoboszlai (60.). In der 63. Minute wäre aber auch er machtlos gewesen, doch diesmal verhinderte der Pfosten Schlimmeres als Nkunku mit zwei Körperdrehungen sowohl Mats Hummels als auch Thomas Meunier verladen hatte und letztlich nur am Aluminium scheiterte.

Die Leipziger erhöhten nun nochmals den Druck und belohnten sich dafür in der 68. Minute mit dem verdienten 2:1. Wieder war Nkunku beteiligt, der an diesem Abend für die Schwarzgelben nicht zu bändigen war. Der Franzose legte quer, am zweiten Pfosten lauerte Yussuf Poulsen und hielt die Fußspitze zum 2:1 hin (68.). Rose reagierte erneut, wechselte nun Youssoufa Moukoko für den völlig enttäuschenden Donyell Malen ein, dem noch immer nahezu jede Bindung ans BVB-Spiel abgeht. In der 73. Minute hätte bereits alles vorbei sein können, doch ein Kopfballtreffer von Nordi Mukiele nach Angelino-Flanke fand wegen einer Abseitsstellung zurecht keine Anerkennung.

Leipzig beendet seine schwarze Serie gegen den BVB

In der Schlussviertelstunde blieb es spannend, eine Schlussoffensive der Gäste aber blieb aus. Die Dortmunder waren offensiv viel zu harmlos, um für Zählbares in Frage zu kommen. Leipzig gewann mehr als verdient mit 2:1 und feierte damit erstmals seit acht Pflichspielen wieder einen Sieg gegen den BVB. Für die Borussia war es die erste Niederlage nach zuletzt vier Bundesliga-Siegen. Schwarzgelb bleibt zudem der Serie treu, nach der auswärts auf einen Sieg eine Niederlage folgt.