Erst Maloche, dann Mätzchen: BVB-Auftritt gegen Frankfurt muss der Maßstab sein

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Der BVB liefert gegen Frankfurt einen fast perfekten Heimauftritt ab. Die Leistungsausschläge in beide Richtungen bleiben gravierend. Das 4:0 muss der Maßstab sein.

Dortmund

, 15.02.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer nach dem Start ins Bundesliga-Wochenende die alles entscheidende Liste zu Rate zieht, mag sich wundern. Nach zehn Tagen, in denen Borussia Dortmund (zu Recht) harsche Kritik einstecken musste, steht über dem Tableau ein 4:0 des BVB gegen die hoch eingeschätzte Eintracht aus Frankfurt und Rang zwei im Klassement.

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Eine stimmige Momentaufnahme und ein rundum geglückter Abend für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre also. Kein Zufall, sie durfte ja zuhause antreten: 27 ihrer 42 Zähler hat die Mannschaft im eigenen Stadion eingefahren. Vor heimischem Publikum gelingt das, was ihr Coach predigt: Balance und Konzentration, gemeinsames Verteidigen und lustvolle Attacke, Geduld und Hochgeschwindigkeit aus einem Guss.

Frankfurt hat der Offensivwucht des BVB nichts entgegen zu setzen

Das sei kein „zu Null“ der Abwehr gewesen, betonte Innenverteidiger Mats Hummels, sondern der gesamten Mannschaft. Immer dann, wenn im Kollektiv daran gedacht wird, das eigene Tor zu „beschützen“, wie Sportdirektor Michael Zorc es ausdrückte, immer dann sieht dieser BVB gut aus. Denn der offensiven Wucht, die diese Mannschaft entfaltet, kann kaum ein Gegner über 90 Minuten widerstehen. Frankfurt zerfiel bereits kurz nach dem Seitenwechsel.

In seiner neuen Mannschaft stecke „unglaublich viel Potenzial“, sagte Neuzugang Emre Can. Das hört sich mehr nach der vorsichtigen Einschätzung eines Nachwuchsspielers an, trifft aber in gewisser Weise tatsächlich auch auf das hoch dekorierte Borussia Dortmund zu. Die Ausschläge der Leistungen in beide Richtungen bleiben gravierend. Reife Mannschaftsleistungen wie gegen die Eintracht, der die Borussen keinen nennenswerten Torschuss gestatteten, müssen auf dem Weg zu größerer Stabilität über einzelne Spiele hinaus als Maßstab herhalten.

BVB steht vor dem ultimativen Härtetest gegen Paris

Der vorerst ultimative Härtetest wartet bereits am Dienstag. Gegen die Milliarden-Truppe von Paris Saint-Germain muss die Herangehensweise genauso lauten wie gegen Frankfurt. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Erst Sicherheit, dann Spielfreude. Erst Maloche, dann Mätzchen. Klingt langweilig, ist aber unerlässlich. Dann, und nur dann, ist auch im positiven Sinne nichts auszuschließen. Nicht einmal, dass sich nach einem BVB-Heimspiel Fußball-Europa wundert.

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