Maximilian Eggesteins Vertrag bei Werder Bremen läuft noch bis 2020. Die Interessenten stehen Schlange - und der BVB ganz vorne in der Reihe. Eine erste Kontaktaufnahme ist bereits erfolgt.

Dortmund

, 06.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Für die zweite Phase der Kader-Umstrukturierung bei Borussia Dortmund ist das Anforderungsprofil schon klar umrissen. Gesucht werden Spieler für die defensiven Außen in der Viererkette, ein echter Stürmer, möglichst robust und dennoch spielstark. Und ein Ersatz für Christian Pulisic. Doch der BVB hat zusätzlich auch ein Auge auf einen talentierten defensiven Mittelfeldspieler geworfen. Maximilian Eggestein von Werder Bremen.

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Selbst in einer notorisch hektischen und aufgeregten Branche sorgte diese Meldung im Dezember für Aufsehen. Thomas Tuchel, so hieß es seinerzeit, sei auf der Suche nach einem variablen Sechser oder Achter bei Werder Bremens Top-Talent gelandet. Es war bekannt, dass Tuchel gerne Julian Weigl von seinem Ex-Klub Borussia Dortmund losgeeist hätte, doch die Borussia hatte ihm sehr schnell klar signalisiert, dass es diesen Transfer im Winter nicht geben würde.

Erste Kontaktaufnahme! Der BVB nimmt Bremens Maximilian Eggestein ins Visier

Maximilian Eggestin (hinten) im Duell mit Abdou Diallo und Thomas Delaney. © imago

Tuchels Klub Paris St. Germain verpflichtete kurz vor Transferschluss schließlich den 24-jährigen Argentinier Leandro Paredes und überwies 40 Millionen Euro an dessen Klub Zenit St. Petersburg. Der Wahrheitsgehalt des Eggestein-Gerüchts ließ sich nicht überprüfen, zeigte aber den gestiegenen Bekanntheitsgrad des 22-Jährigen - der eine direkte Folge seines gestiegenen Stellenwerts bei Werder Bremen ist.

Eckpfeiler des Bremer Aufschwungs

Interessenten für den kreativen Achter sollen nach einer Saison, in der ihn Werder-Trainer Florian Kohfeldt zu einem Eckpfeiler des Bremer Aufschwungs formte, Schlange stehen - und Borussia Dortmund ganz vorne in der Reihe. Mit Kaderverstärkungen vom Bremer Osterdeich hat die Borussia in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. 2008 Patrick Owomoyela, danach Sokratis, zuletzt Thomas Delaney - und im Sommer nun Maximilian Eggestein?

Nach Informationen dieser Redaktion hat es bereits eine Kontaktaufnahme zwischen dem Spieler und den BVB-Verantwortlichen gegeben. Eggestein macht sich Gedanken um seine Zukunft. Werder hat ihm angesichts seines 2020 auslaufenden Vertrages ein neues - stark verbessertes - Vertragsangebot vorgelegt. Die Verhandlungen aber stocken, ein Abschluss ist nicht in Sicht. Eggestein wartet die Entwicklung ab, will einen Plan erkennen, eine Perspektive sehen, die ihm ein Bleiben ermöglicht und seine Weiterentwicklung womöglich zu einem der nächsten deutschen Nationalspieler nicht behindert. Die große Frage lautet: Kann man bei Werder die Aufmerksamkeit von Bundestrainer Joachim Löw auf sich ziehen? Oder muss man dazu stärker ins Rampenlicht, rauf auf die größeren Bühnen?

Kohfeldt spielt eine wichtige Rolle

In Kohfeldt hat der U21-Nationalspieler einen Förderer, der am Ende eine gewichtige Rolle spielen könnte. Werders Coach hat seinen Wunsch, langfristig mit Maximilian Eggestein zu arbeiten, bei der Bremer Vereinsführung mit Nachdruck hinterlegt. Die Führungscrew um Manager Frank Baumann hat signalisiert, nicht über einen Verkauf des begehrten Mittelfeldspielers nachzudenken. Auch dann nicht, wenn es bis zum Sommer keine Einigung mit ihm geben sollte. Angesichts der gehandelten möglichen Ablösesummen ein großes Zeichen, aber auch ein gewagter Schritt. Eggesteins Marktwert ist auf über 20 Millionen Euro gesprungen, in Bremen spricht man von einer Grenze von 30 Millionen Euro, bei der Werder dann doch schwach werden könnte.

Erste Kontaktaufnahme! Der BVB nimmt Bremens Maximilian Eggestein ins Visier

Ein Eggestein-Förderer: Werder-Trainer Florian Kohfeldt (l.). © dpa

Eggestein gilt trotz seines jungen Alters als reflektierter Spieler, der seine Situation realistisch einzuschätzen weiß. In einem Interview mit der „Bild“ bekannte er unlängst, sich den Wechsel zu einem Top-Verein zuzutrauen. Trotzdem müsse man sich die Frage stellen, ob ein Neuanfang jetzt im Sommer Sinn mache. „Ich habe mir bei Werder einen gewissen Status erarbeitet. Bei einem neuen Verein müsste ich in diese Rolle erst wieder hineinwachsen.“

Was passiert mit Julian Weigl?

Mit seinen 22 Jahren verfügt der in Hannover geborene Eggestein schon über viel Erfahrung. 103 Bundesliga-Spiele (elf Tore) stehen in seiner Vita, seit der vergangenen Saison zählt er zu Werders unumstrittenen Stammspielern. In Dortmund würde er in direkter Konkurrenz zu Axel Witsel stehen, als kämpferischer Sechser ist Eggestein eher nicht bekannt und hätte gegenüber Delaney Nachteile. Das BVB-Interesse an ihm könnte ein Hinweis darauf sein, dass Julian Weigl im Sommer einen neuen Anlauf für einen Wechsel nehmen möchte. Eggestein wäre quasi sein Ersatz.

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