Ex-BVB-Spieler Valdez feiert MLS-Titel mit Seattle

Meister in drei Ländern

Es war eine Freude, Nelson Valdez am Samstag nach dem Endspiel der Major League Soccer (MLS) zu beobachten. Der Stürmer, der von 2006 bis 2010 bei Borussia Dortmund war, mittlerweile 33 Jahre alt ist und bei Seattle Sounders FC spielt, stand auf dem Siegerpodest und wirkte wie ein kleiner Junge, der sein erstes wichtiges Fußballturnier gewonnen hat.

SEATTLE

von Heiko Oldörp

, 13.12.2016, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ex-BVB-Spieler Valdez feiert MLS-Titel mit Seattle

Das Feuer brennt noch: Nelson Valdez (M.) spielt mittlerweile in Amerika und wurde dort jetzt Meister.

Seattle hatte das Finale beim Toronto FC 5:4 nach Elfmeterschießen für sich entschieden. Es war der erste Meistertitel für den Klub und es war auch für Nelson Antonio Haedo Valdez eine Premiere. Der Routinier, der in seiner Karriere für zehn Klubs in sieben Ländern und auf vier Kontinenten gespielt und überall getroffen hat, ist nun als erster Fußballer Paraguays MLS-Champion.

Ausdruck der Erleichterung

Als Valdez die 61 Zentimeter große Trophäe aus Sterling-Silber überreicht bekam, küsste er sie und reckte sie mit einem lauten Aufschrei in den kalten kanadischen Abendhimmel. Es war ein Ausdruck der Erleichterung. Diese für ihn so verflixte Saison ist doch noch erfolgreich zu Ende gegangen. „Für mich persönlich war es ein sehr kompliziertes Jahr. Und jetzt sind wir trotzdem Meister“, freute sich Valdez.  

Im August 2015 war er von Eintracht Frankfurt nach Seattle gekommen. Bei seiner Vorstellung hatte Valdez hervorgehoben, „ein Krieger“ zu sein, weder Ball noch Spiel jemals aufzugeben. Und Valdez legte gut los, traf gleich in seinem ersten Spiel beim 4:0 gegen Orlando. Doch was Verein und Fans dann zu sehen bekamen, war fast nur noch Kampf. Jede Menge Tacklings, aber keine Tore.

Der Knoten platzt

In dieser Saison sollte dann alles besser werden. Aber es folgte eine noch schwächere Vorrunde als im Jahr zuvor. 24 Spiele, Null Tore, eine Vorlage - und das für ein in der MLS überdurchschnittlich hohes Gehalt von 1,2 Millionen Dollar. „Es ist frustrierend. Wie jeder andere Spieler möchte ich meinen Job perfekt machen“, ärgerte sich Valdez.

Dann kamen die Playoffs. Und Valdez war endlich zur Stelle. Er köpfte in der 88. Minute der ersten Runde das Tor zum 1:0-Erfolg gegen Sporting Kansas City. „Danke, dass ihr zu mir gehalten habt“, sagte Valdez in der Umkleidekabine erleichtert zur Mannschaft. Im nächsten Match steuerte Valdez beim 3:0-Heimsieg gegen den FC Dallas einen weiteren Treffer bei. Und im Halbfinal-Rückspiel bereitete er trotz starker Leistenprobleme das siegbringende 1:0 vor. „Nelson ist ein ganz wichtiger Teil unseres Teams“, lobte Trainer Brian Schmetzer anschließend.

Großes Kämpferherz

Im MLS-Finale war vom Stürmer Valdez dann wieder wenig zu sehen. Aber der Routinier Valdez leistete wichtige Defensivarbeit. Ein Tackling in der 70. Minute wurde ihm jedoch zum Verhängnis. Valdez verletzte sich bei einer erfolgreichen Grätsche am rechten Bein, hielt sich beide Hände vor sein schmerzverzerrtes Gesicht. Er wusste, dass er nicht würde weiterspielen können - der Krieger hatte ausgekämpft. „Vielleicht ist dies sein letztes Spiel für Seattle“, sagte der Kommentator des Fernsehsenders „Fox“ als Valdez vom Rasen humpelte.  

Sein Vertrag endet. Doch durch seine K.o.-Runden-Auftritte könnte sich der kleine Stürmer mit dem großen Kämpferherz für einen neuen, allerdings geringer dotierten Kontrakt empfohlen haben. Darüber machte sich Valdez unmittelbar nach dem Titelgewinn natürlich keine Gedanken. Er hüpfte, herzte - und hat jetzt drei Meisterschaften in drei Ländern gewonnen. Nach Werder Bremen (2004) und Olympiakos Piräus (2014) nun auch mit dem Seattle Sounders FC. 

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