Scarlett Gartmann, die Frau von BVB-Kapitän Marco Reus, war eine der Organisatorinnen des „Madchen-Flohmarkts“ im Signal Iduna Park am Sonntag. © Schaper
Flohmarkt im BVB-Stadion

Fans reisen 420 Kilometer für Treffen mit BVB-Spielerfrauen

Eine Warteschlange gab es am Sonntag am BVB-Stadion. Doch es fand kein Spiel statt, sondern der „Mädchen-Flohmarkt“ der Spielerfrauen. Manche Fans waren dafür durch halb Deutschland gereist.

Um 4 Uhr in der Früh waren sie gestartet. Mehr als 420 Kilometer sind Birgit Brey und ihre Tochter Peggy aus Leipzig nach Dortmund gefahren. Ihr Ziel: der „Mädchen-Flohmarkt“ der BVB-Spielerfrauen im Signal Iduna Park.

Die beiden BVB-Fans aus Sachsen waren wohl die Besucherinnen mit der weitesten Anreise. Von Müdigkeit war trotz der langen Tour bei ihnen am Sonntagmittag aber keine Spur. „Wir sind glücklich, dass wir hier sein dürfen“, sagte Birgit Brey. Und vor allem die Begegnung mit den Frauen und Freundinnen der BVB-Stars entschädigte für die weite Fahrt.

Eigens aus Leipzig waren Birgit und Peggy Brey zum Flohmarkt der BVB-Spielerfrauen nach Dortmund gekommen. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Für viele anderen Besucherinnen und Besucher, die zu Beginn in einer langen Warteschlange am Stadion ausharren mussten, wird das ebenfalls zumindest ein wichtiger Nebenaspekt gewesen sein. Aber es wurden auch reichlich Schnäppchen gemacht auf dem „Mädchen-Flohmarkt“, der inzwischen zu einer schönen Tradition in der Vorweihnachtszeit geworden ist.

Die Tradition hatte 2016 im Wickeder „Kaffee Klatsch“ begonnen. Seit 2018 findet der Second-Hand-Markt im VIP-Bereich „Alter Markt“ im Signal Iduna Park statt. Im vergangenen Jahr gab es allerdings eine coronabedingte Zwangspause.

Umso größer war die Vorfreude in diesem Jahr. Und der Andrang war vor allem zu Beginn groß. Eine lange Warteschlange bildete sich vor dem Zugang an der Westtribüne – auch, weil mit Blick auf die Corona-Pandemie Besucherinnen und Besucher nach 2G-Nachweis nur gruppenweise eingelassen werden konnten.

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„Mädchen-Flohmarkt“ der BVB-Spielerfrauen

Der VIP-Bereich „Alter Markt“ unter der Westtribüne hatte sich für den Flohmarkt erneut in eine kleine Ladenstraße verwandelt. Tische wurden zu Auslagen, dazwischen ließ sich an Kleiderständern stöbern.

Das Angebot reichte von Schuhen und Taschen über Kinderkleidung, Hosen und T-Shirts bis zu schicken Designer-Klamotten. Shirts und Blusen gab es schon für 5 Euro, Röcke für 10 Euro und Sportkleidung für 15 Euro. „Die Frauen haben dafür alle ihren Kleiderschrank gelüftet“, erzählte Jola Zorc, Ehefrau von BVB-Sportmanager Michael Zorc, die den Flohmarkt wieder mitorganisiert hatte.

BVB-Trikots versteigert

Erstmals gab es beim Flohmarkt auch eine Versteigerung von signierten Trikots, die die BVB-Männer getragen hatten. Die Trikots von Marco Reus und Manuel Akanji stammen vom Spiel am Samstag in Wolfsburg, berichtete Melanie Akanji, Ehefrau des BVB-Verteidigers, die Gebote entgegennahm.

Das höchste Gebot gab es am Ende mit 270 für das schwarz-gelbe Hemd von Kapitän Marco Reus, gefolgt von Erling Haaland, dessen Trikot bei den Geboten lange Zeit vorn gelegen hatte und schließlich 255 Euro einbrachte. Ein signierter Ball mit den Unterschriften der BVB-Stars brachte 109 Euro ein.

Für Bodo und Mitternachtsmission

Wie hoch der Gesamterlös ist, muss noch ermittelt werden. „Es war viel los und es ist viel gekauft worden“, freute sich Jola Zorc am Sonntagmittag. Die Einnahme wird aber wohl unter dem Rekord von 2019 bleiben, als 15.000 Euro zusammenkamen.

„Jetzt liegen wir wohl eher im vierstelligen Bereich, also unter 10.000 Euro“, schätzte Lisa Weidenfeller, Ehefrau von Ex-BVB-Torhüter Roman Weidenfeller. „Aber wir wissen, dass jeder Euro hilft.“

Die Einnahmen aus dem Mädchen-Flohmarkt gehen in diesem Jahr als Spende an die Obdachlosenhilfe Bodo und die Prostituierten-Hilfe Mitternachtsmission. Und selbst die nicht verkaufte Kleidung für Kinder und Frauen kommt einem guten Zweck zugute. „Die geht ans Frauenhaus“, kündigte Jola Zorc an.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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