Fans verzückt - der BVB beeindruckt in Shanghai

Zwischenfazit der China-Reise

Wenn der BVB-Tross am Mittwoch um 11 Uhr vom Flughafen Shanghai in Richtung Shenzhen abhebt, endet für die Delegation von Borussia Dortmund der erste - und längste - Teil der China-Tour. Hinter den Schwarzgelben liegt eine Woche voller spannender Begegnungen und neuer Erfahrungen. Schon jetzt lässt sich festhalten: Die Reise ins Reich der Mitte war ein Erfolg.

Shanghai

, 27.07.2016, 08:17 Uhr / Lesedauer: 3 min

Carsten Cramer ist es gewohnt, in seinem Job als Marketingdirektor von Borussia Dortmund die Richtung vorzugeben. Auf der Konferenzebene des noblen "Hyatt on the Bund" in Shanghai bleibt jedoch auch dem 47-Jährigen erst einmal nichts anderes übrig als hinterherzulaufen.

Neue Verträge

Cramer ist mit Vertretern von "Wow Sports" zusammengekommen, um im Rahmen einer Pressekonferenz die Partnerschaft des BVB mit dem Unternehmen zu besiegeln, das unter anderem Sportreisen anbietet. Der Deal, der über drei Jahre läuft, bringt dem Klub pro Jahr einen mittleren sechsstelligen Betrag ein. Im Gegenzug darf der Konzern in China mit dem BVB werben und pro Saison zu zwei Heimspielen eine 20-köpfige Reisegruppe in den Signal Iduna Park transportieren. Ein gutes Geschäft für den Klub, das neunte mittlerweile dieser Art.

Doch zur Besieglung solcher Beziehung gehört eben auch, sich an die örtlichen Besonderheiten anzupassen. Also folgt Cramer den Anweisungen der chinesischen Dame, die die Veranstaltung wie eine feierliche Zeremonie leitet – und läuft klaglos hinter der Moderatorin her, als ein Foto in der Mittagssonne gemacht werden soll. Widerstand, so scheint es, wäre bei der durchgeplanten Choreografie der Veranstaltung wohl ohnehin zwecklos.

Profis immer unterwegs

Momente wie diese sind bei der fernöstlichen Marketing-Reise des BVB inklusive. Und gewollt. An vielen Tagen sind die BVB-Profis daher nicht nur auf dem Trainingsplatz oder im Fitnessstudio anzutreffen, sondern quer in der chinesischen Millionen-Metropole verteilt. Eine Autogrammstunde in einer Filiale des Ausrüsters Puma hier, ein Besuch in der Dependance von Hauptsponsor Evonik da, anschließend ein Meet & Greet mit Fans oder eine Kalligraphiestunde – Langeweile kann da so schnell nicht aufkommen.  

Wenn doch nur die Hitze nicht wäre … 38 Grad Celsius zeigt das Thermometer in der Spitze an, durch die hohe Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent fühlt es sich allerdings eher an wie 45 Grad. „Es ist noch heißer als im Vorjahr“, stöhnt Sebastian Rode, der das Land bereits im Sommer 2015 mit dem FC Bayern bereist hat und trotz des Klimas gerne wiedergekommen ist. „Shanghai hat viel zu bieten“, sagt er zu Beginn der Reise, „ich hoffe, wir bekommen die Gelegenheit, uns die Stadt ein bisschen anzusehen.“

Beeindruckende Kulisse

Am Samstagabend, einen Tag nach dem überzeugenden 4:1-Sieg über Manchester United, wird sein Wunsch erfüllt. Dr. Klaus Engel, der Vorstandsvorsitzende von Evonik, hat die BVB-Delegation in das Wein-Restaurant „House of Roosevelt“ eingeladen. Ausnahmsweise einmal steht beim Dinner jedoch nicht der Genuss im Vordergrund, sondern die Eile. Um 23 Uhr gehen in Shanghai in dieser Woche die Lichter der beeindruckenden Hochhauskulisse auf der gegenüberliegenden Seite des Huangpu Flusses aus.

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BVB-Mannschaftsabend im House of Roosevelt Shanghai

Bilder des BVB-Mannschaftsabends im House of Roosevelt Shanghai.
24.07.2016
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Samstag 23.07.2016, 1. Fussball - Bundesliga Saison 16/17, in Shanghai / Volksrepublik China, BVB-China-Tour-2016, BV Borussia Dortmund und PumaGala Event im House of Roosevelt Shanghai.Pierre-Emerick Aubameyang (BVB) , Felix Passlack (BVB), Emre Mor (BVB) Copyright:Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaARheinlanddamm 207-20944137 Dortmund© Foto: BVB
Bilder des BVB-Mannschaftsabends im House of Roosevelt Shanghai.© Foto: BVB
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Schlagworte BVB , Borussia Dortmund

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Marc Bartra und Sebastian Rode unterwegs in Shanghai

Die BVB-Neuzugänge Marc Bartra und Sebastian Rode unterwegs in Shanghai.
25.07.2016
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Die BVB-Neuzugänge Marc Bartra und Sebastian Rode unterwegs in Shanghai.© Foto: BVB
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Die BVB-Neuzugänge Marc Bartra und Sebastian Rode unterwegs in Shanghai.© Foto: BVB

Der Strom wird für die vielen Klimageräte der Stadt benötigt. Die Spieler halten sich daher lieber an die Vorgabe: Um 21.30 Uhr stehen sie hoch oben auf der Dachterrasse des Gebäudes und genießen den unverstellten Blick auf die Skyline. Als dann auch noch Trainer Thomas Tuchel die Sperrstunde aufhebt und den Sonntag frei gibt, ist die Stimmung endgültig gelöst.

Nachhaltiger Eindruck

Doch nicht nur die Stadt an sich beeindruckt den BVB, auch die Borussen-Fans vor Ort hinterlassen nachhaltigen Eindruck. Als Dortmunds Neuzugang Marc Bartra unangekündigt eine Autogrammstunde gibt, stehen binnen kürzester Zeit 200 Menschen vor der Tür. Auch vor dem Teamhotel „Banyan Tree“ harren täglich Fans in der Mittagshitze aus, um einen Blick auf ihre Idole aus dem fernen Westen zu erhaschen. Besonders populär: die „klassischen Deutschen“ Sven Bender, Marcel Schmelzer und Matthias Ginter, die in der Heimat eher selten mit kreischenden Teenie-Massen konfrontiert werden.

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Erik Durm dagegen kennt das. Seine Fotos bringen die Server des Internetdiensts „Instagram“ regelmäßig zum Glühen. Und auch in China fliegen ihm die Herzen zu – und doch ist er sichtlich nervös, als er vor 40 überwiegend weiblichen chinesischen BVB-Fans Rede und Antwort stehen soll. Erst als ihm Nuri Sahin scherzhaft anbietet, für ihn zu übersetzen, ist das Eis gebrochen. Durm lächelt – und die Anhänger sind endgültig verzückt. Genau diese Energie der direkten Begegnung hatte sich der Klub von der Reise erhofft.

Schwieriger Spagat

Ganz bewusst hat man sich deshalb dafür entschieden, in China mit einem großen Knall – dem Besuch der Mannschaft – aufzuschlagen, um sofort Aufmerksamkeit zu bekommen. „Wir wollen die Herzen der Menschen hier gewinnen“, sagt Cramer. Und die ersten Reaktionen geben der Strategie recht. Die Resonanz in den chinesischen Medien ist groß, befeuert noch durch den prestigeträchtigen Sieg über Branchenführer Manchester United, der auch potenzielle Partner beeindruckt hat.

Doch es ist auch ein Spagat, den der Klub vollziehen muss. Denn neben den immer wichtigeren Märkten im Ausland dürfen die Schwarzgelben die Basis nicht vergessen. Das Kerngebiet soll das deutsche Inland bleiben. „Brot und Butter“, sagt Cramer, „werden in Deutschland hergestellt.“ Daran wird die bis Freitag laufende PR-Reise ins Reich der Mitte nichts ändern. Den einen oder anderen neuen Fans – und im Idealfall auch neuen Partner – nimmt man allerdings gerne mit.

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