Für Götze schließt sich der BVB-Kreis gegen Real

Champions-League-Highlight

Mario Götze war sichtlich erleichtert. Für den Applaus bei seiner Auswechslung in der 71. Minute bedankte sich der Weltmeister mit einem gehobenen Daumen Richtung Südtribüne. Sein emotionales Heim-Comeback für Borussia Dortmund beim 3:1 (1:0) über den SC Freiburg erhöhte die Vorfreude auf den Champions-League-Hit am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen Real Madrid: "Es ist ein spezielles Spiel", sagt Götze.

DORTMUND

26.09.2016, 06:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für Götze schließt sich der BVB-Kreis gegen Real

Mario Götze (M.) erwartet gegen Madrid ein "spezielles Spiel".

Mit dem Duell gegen den Titelverteidiger aus Spanien schließt sich für den Weltmeister ein Kreis. Vor seinem Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2013 hatte er sein vorerst letztes Spiel für den BVB im Halbfinale der europäischen Königsklasse bestritten - gegen Real Madrid. Der passable Auftritt am Freitag erhöhte seine Chance, wieder zur Startelf zu gehören. BVB-Trainer Thomas Tuchel ist guter Dinge, dass die leidige Diskussion der vergangenen Wochen über Götzes Rückkehr schon bald zu Ende ist: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Dauerthema sein wird.“ 

"Es war sehr, sehr positiv"

Wohl auch aus Rücksicht auf mögliche Unmutsbekundungen mancher Fans, die ihrem einstigen Liebling noch immer seine damalige Entscheidung zugunsten der Münchner verübeln, hatte Tuchel den Edeltechniker erst im vierten Pflichtspiel vor eigenem Publikum eingesetzt.

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Die Reaktion auf den Rängen war ganz im Sinne des Fußball-Lehrers: „Die absolute Mehrheit hat Solidarität bekundet, um die Pfiffe zu übertönen.“ Ähnlich wie Tuchel machte auch Götze aus seiner Freude keinen Hehl: „Es war sehr, sehr positiv und ich bin sehr, sehr glücklich, wie es gelaufen ist. Es war einfach ein emotionaler und schöner Moment.“ 

Schwierige Phase

Tuchel war auch aus anderen Gründen bester Laune, obwohl seiner Mannschaft der Sieg über Freiburg schwerer als in den berauschenden Partien gegen Warschau (6:0), Darmstadt (6:0) und Wolfsburg (5:1) fiel. „Das hat uns bis jetzt gefehlt. Auch mal eine schwierige Phase zu überstehen“, befand der Coach. Nur vier Tage vor dem Duell mit Real kam ihm die Gegenwehr der Gäste überaus gelegen: „Die Erfahrung, diese Phase der Unsicherheit überstanden zu haben, ist im Moment Gold wert.“ 

Anders als in den drei Partien zuvor fand der Gegner probate taktische Mittel, um die Spielfreude der Borussia zumindest phasenweise zu unterbinden. Nach dem Anschlusstreffer von Maximilian Philipp (60. Minute) zum zwischenzeitlichen 1:2 durfte der Aufsteiger gar auf eine Überraschung hoffen. Erst in der Nachspielzeit stellte Neuzugang Raphael Guerreiro (90.+1) den verdienten Dortmunder Sieg sicher. Zuvor hatten Pierre-Emerick Aubameyang (45.) und Lukasz Piszczek (53.) für eine nur scheinbar sichere 2:0-Führung gesorgt. „Nach den ganzen hohen Siegen ist das eine Erfahrung zum perfekten Zeitpunkt. Das hilft uns zusammenzuwachsen“, befand Tuchel. 

24 Heimspielen in Serie

Die Freude der Dortmunder über die Einstellung des Vereinsrekordes mit nunmehr 24 Heimspielen in Serie ohne Niederlage wurde jedoch durch die Blessur des Torjägers Aubameyang getrübt. Humpelnd machte sich der afrikanische „Fußballer des Jahres“ nach dem Spiel auf den Heimweg. Dennoch hofft Tuchel, dass sein bester Schütze am Dienstag gegen Real zur Verfügung steht: „Er hat zweimal einen Schlag abbekommen, aber durchgespielt. Deshalb gehe ich davon aus, dass es nichts Schwerwiegendes ist. Aber da müssen wir abwarten.“ 

Weil der mögliche Aubameyang-Ersatz Adrian Ramos wegen einer Zerrung im Adduktoren-Ansatz gegen Freiburg kurzfristig ausfiel, droht gegen Real ein gravierendes Personalproblem in der Angriffsmitte. „Jetzt darf wirklich nichts mehr passieren“, sagte Tuchel. 

Von dpa

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