Fußball

Fußball-Fans weiter außen vor: BVB-Boss Watzke will rechtliche Schritte prüfen

Der Wunsch von Borussia Dortmund nach mehr Zuschauern im Stadion bleibt unerfüllt. Bund und Länder halten an den geltenden Corona-Regeln fest. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will rechtliche Schritte prüfen.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will rechtliche Schritte prüfen.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will rechtliche Schritte prüfen. © picture alliance/dpa

Man müsse unverändert vorsichtig bleiben, begründete Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag nach den Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder die Entscheidung. Noch sei unklar, wie sich die Pandemie weiter entwickeln werde. Man werde bei Bedarf die notwendigen Anpassungen vornehmen. „Jetzt aber gilt erst mal: Kurs halten!“

Damit bleibt es im Fußball, Handball, Basketball oder Eishockey weitgehend bei Geisterspielen, Borussia Dortmund darf 750 Fans in den Signal Iduna Park einlassen.

Vorerst keine Lockerungen: BVB-Boss Watzke zeigt wenig Verständnis

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB und Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga (DFL), erklärte dazu: „Die Mehrheit der Deutschen ist geimpft. Seit Monaten gibt es ausreichend Impfangebote für jeden einzelnen Bürger in diesem Land. Inzwischen wissen wir auch deutlich mehr über Omikron. Trotzdem lassen wir in Innenräumen teilweise fast 90 Prozent der Kapazität zu und in Freiluftstadien nur 750 Menschen. Unter freiem Himmel werden die Leute ausgesperrt. Das ist nicht verhältnismäßig, das ist auch keine Wissenschaft, das versteht kein Mensch mehr.“

BVB betroffen: Vorerst keine verstärkte Rückkehr von Zuschauern geplant

Es sei immer beklagt worden, der Fußball genieße Sonderrechte. „Das Gegenteil ist gerade der Fall. Der Fußball wird zum Opfer von Symbolpolitik“, so Watzke. Er will auch juristische Schritte prüfen. „Wir werden uns die Beschlüsse des Landes NRW genau anschauen und prüfen, ob wir sie im Eilverfahren kontrollieren lassen.“

Hoffnung auf eine baldige Änderung machte die Politik den Vereinen nicht. „Bund und Länder werden Öffnungsperspektiven entwickeln für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann“, hieß es eher allgemein in dem veröffentlichten Beschlusspapier. Wegen der ansteckenderen Virusvariante Omikron ist dies aber nicht absehbar.

Profiligen forderten Ende von Pauschalverboten

Vor dem Treffen von Bund und Ländern hatten die wichtigsten deutschen Profiligen aus Fußball, Handball, Basketball und Eishockey in einem Schreiben an das Kanzleramt und die Ministerpräsidenten ein Ende von Pauschalverboten gefordert. Ab Anfang Dezember hatte es eine Höchstgrenze von 15 000 Fans gegeben, ehe am 21. Dezember beim bislang letzten Gipfel quasi der Fan-Ausschluss beschlossen wurde. Die Länderchefs einigten sich am Montag zumindest darauf, dass die Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar eine einheitliche Regelung für überregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen.

„Darüber haben sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten intensiv unterhalten und sind zu dem gemeinsamen Ergebnis gekommen, dass sie dort auf gemeinsame Zahlen und Werte kommen werden“, sagte Scholz zu dem Punkt (hier gibt es alle Beschlüsse des Corona-Gipfels in der Übersicht). Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hatte sich zuletzt dafür eingesetzt, im Profisport bald wieder Zuschauer zuzulassen, und notfalls einen Alleingang Bayerns angekündigt.

Beim BVB gab es allein in der laufenden Bundesliga-Spielzeit 2021/22 ein halbes Dutzend unterschiedliche Regularien und Beschränkungen der Zuschauerkapazität. Mal mit Obergrenzen, mal mit anteiliger Einschränkung. Dies führte von einer gefühlten Geisterkulisse mit 750 Zuschauern gegen den SC Freiburg über 15.00 (Bayern, Fürth), 25.000 (Hoffenheim, Union Berlin, Frankfurt) und 41.000 Fans (Augsburg) bis hin zu gut besuchten Spielen gegen Stuttgart (57.900), Mainz (63.812) und Köln (66.709).

BVB-U23 darf 750 Zuschauer gegen Osnabrück empfangen

Aktuell gelten für die Zulassung von Zuschauern unterschiedliche Höchstgrenzen in den Ländern: In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen dürfen derzeit überhaupt keine Fans in die Arenen. Dagegen spielte beispielsweise der Fußball-Drittliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg, Liga-Konkurrent der BVB-U23, am vergangenen Sonntag gegen den TSV Havelse vor 13 385 Zuschauern. Das ließ die Verordnung in Sachsen-Anhalt zu, nach der die Stadien bis zu 50 Prozent gefüllt werden dürfen.

Die U23 von Borussia Dortmund darf immerhin beim nächsten Heimspiel gegen Osnabrück am Samstag im Stadion Rote Erde wie gehabt bis zu 750 Fans begrüßen, der Vorverkauf dazu startet am Dienstag. In der Bundesliga rollt der Ball erst wieder am 6. Februar, dann empfängt Borussia Dortmund vor ebenfalls bis zu 750 Fans Bayer 04 Leverkusen.

Mit Material von dpa.

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