Fußballprominenz schwärmt von Dortmunds Nummer elf

Nach Hamburg-Gala

Ein bisschen klang es am späten Freitagabend so, als bewerbe sich Franz Beckenbauer darum, Mario Götze adoptieren zu dürfen. Seine Worte über Borussia Dortmunds Mittelfeld-Juwel nach dem 3:1-Auftaktsieg gegen Hamburg waren nicht einfach nur schmeichelnd, sie hievten Götze torpedoartig in die Kategorie „Fußball-Weltklasse“.

DORTMUND

von Von Thomas Schulzke

, 07.08.2011, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mario Götze erzielte am ersten Wochenende der Saison 2011/2012 seine Scorerpunkte Nummer eins, zwei und drei.

Mario Götze erzielte am ersten Wochenende der Saison 2011/2012 seine Scorerpunkte Nummer eins, zwei und drei.

„Es ist unmöglich, Mario Götze zu stoppen. Besser als er kann man nicht spielen. Er ist da durchgegangen, als wären keine Gegner auf dem Feld gewesen. Götze hat die Anlagen wie Lionel Messi, dessen Spielverständnis und die Technik. Er ist ein Instinkt-Fußballer – genau wie Messi“, diktierte er der Bild-Zeitung. Die Leistung des 19-Jährigen gegen den Hamburger SV (3:1) war in der Tat ein Hochgenuss. Götze gab den Taktgeber des Dortmunder Hochgeschwindigkeits-Fußballs. Und obwohl niemand im BVB-Spiel so richtig abfiel, stach er aus dem mit technisch und athletisch begnadeten Akteuren bestückten BVB-Ensemble noch heraus.

„Mario war der beste Mann auf dem Rasen. Wir wissen, was für ein unglaublicher Kicker er ist, wir sehen seine Leistungen ja täglich im Training“, lobte Innenverteidiger Mats Hummels. Im Auftaktspiel erzielte der 19 Jahre alte Nationalspieler das 2:0 selbst (29.) und bereitete die weiteren Treffer durch Kevin Großkreutz (17./48.) vor.Bis zu seiner Auswechslung in der 75. Minute lief Götze 10 424 Meter, hatte 87 Ballkontakte, gewann 58,06 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte 90,63 Prozent seiner Anspiele zum eigenen Teamkollegen – Topwerte für einen offensiven Mittelfeldspieler.

Zwischenzeitlich bot er den Zuschauern sogar eher Kunst als Sport. „Marios Art, wie er in der Drehung den Ball annimmt und ihn weiterführt, da hat er ein Patent drauf. Das habe ich bei einem anderen so noch nicht gesehen“, sagte BVB-Präsident und Liga-Boss Dr. Reinhard Rauball. Das Fußballer-Transferfenster ist noch bis zum 31. August geöffnet. Zeit genug, damit spanische und englische Klubs durchdrehen und Unsummen für Dortmunds ehemaligen Roh- und inzwischen geschliffenen Diamanten bieten können.

Ob der BVB schon nervös wird? „Keine Chance. Die können sich ihre Offerten alle sparen“, betonte Sportdirektor Michael Zorc. Götzes Mitspieler sind froh über diese Aussage, denn „Mario ist ein Ausnahme-Spieler. Unglaublich, was noch für ein Potenzial in ihm steckt“, betonte BVB-Neuzugang Ilkay Gündogan. Der BVB-Vertrag des „vielleicht größten Talents, dass wir je hatten“ (so DFB-Sportdirektor Matthias Sammer) läuft noch bis zum 30. Juni 2014. Trainer Jürgen Klopp weiß natürlich, was er an Götze und auch an dessen Nebenmann Shinji Kagawa hat, schließt sich den Lobeshymnen aber nicht an.

Ganz im Gegenteil: „Ich habe in der vergangenen Woche ein Gespräch mit den Beiden geführt. Nicht zu streng, aber es ging um Zielstrebigkeit. Wissen Sie, man kann sich auch verstricken in manch einer Aktion, wenn man immer den anderen sucht. Es gab bei uns noch kein Problem in dieser Hinsicht, aber ich habe mir gedacht, dass ich das alles lieber thematisiere, bevor so ein Problem überhaupt entsteht.“ Ein Plädoyer für Klarheit und gegen übertriebenes Schischi. Götze selbst wollte nach seiner 75-Minuten-Gala gegen Hamburg übrigens nichts sagen. Vielleicht lauschte er ja lieber Franz Beckenbauer, der schwärmte nämlich weiter und weiter. „Wenn nichts Schreckliches dazwischen kommt“, sagte der „Kaiser“, „dann hat Mario Götze eine große Karriere vor sich.“ Wer mag da widersprechen?

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