Gladbachs Griff in die Psycho-Trickkiste wird gegen den BVB zum Rohrkrepierer

Liga-Finale

Im Liga-Finale gegen den BVB greifen die Gladbacher tief in die Psycho-Trickkiste. Zentrales Werkzeug: die Anzeigetafel im Borussia-Park. Doch der Schuss geht nach hinten los.

Mönchengladbach/Dortmund

, 19.05.2019, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gladbachs Griff in die Psycho-Trickkiste wird gegen den BVB zum Rohrkrepierer

© dpa

Die „Fohlen“ arbeiteten quasi mit dem elektronischen zwölften Mann. Lediglich die Tore aus den anderen Stadien, die sich negativ aufs Gemüt der Dortmunder oder positiv auf die Stimmung der Gladbacher auswirken könnten, wurden dort musikalisch untermalt aktuell eingeblendet. Alle anderen Tore blieben außen vor. Die fanden nur kurz in den Ergebnisübersichten statt.

Fans sehen nur das 1:1 in Berlin

So sah das dann aus: Als in München das frühe 1:0 der Bayern fiel, schickte es die Gladbacher Stadionregie direkt auf die Anzeigetafel. Ein riesiger Jubel brandete auf, nur die Dortmunder Kurve schwieg. Auch das vermeintliche 2:0 in München wurde flugs gefeiert. Ob es die Beine der BVB-Spieler wohl lähmen würde? Dass der Bayern-Treffer direkt danach wegen Abseits annuliert worden war, erfuhren die Zuschauer in Gladbach erst einige Minuten später - über eine kurze Ansage des Stadionsprechers - ohne Einblendung auf der Anzeigetafel.

Auch das 1:1 der Frankfurter, das die BVB-Profis auf dem Rasen ja im Titel-Fernduell vielleicht hätte beflügeln können, wurde verschwiegen. Die nächste lautstark bejubelte aktuelle Einblendung war erst wieder das 2:1 der Bayern. Genauso taktierten die Gladbacher mit dem Spiel ihres direkten Konkurrenten um das Champions-League-Ticket: Obwohl am Ende Bayer Leverkusen mit 5:1 in Berlin gewann, erfuhren die Stadionbesucher in Gladbach aktuell nur vom zwischenzeitlichen 1:1 der Hertha.

Favre spendet Trost

Die Anzeigentafel-Taktik-Bilanz nach 90 Minuten in Gladbach: schief gegangen. Dortmund gewann das Spiel, Gladbach verlor das ersehnte Champions-League-Ticket. BVB-Trainer Lucien Favre spendete Trost auf seine pragmatische Art. Er blickte nach der Partie zu Trainerkollege Dieter Hecking und sagte: „Ich gratuliere meinem Kollegen. Er hat Gladbach wieder nach Europa gebracht.“ In die Europa League zwar. Aber nach zwei Jahren ohne internationales Geschäft und einer turbulenten Saison ist das für Gladbach durchaus ein großer Erfolg.

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