Gegen Paderborn glänzt die zweite BVB-Reihe

Gala der Hintermänner

Bislang baute BVB-Trainer Thomas Tuchel überwiegend auf einen schmalen Stamm an Spielern. Doch der 7:1-Sieg über den SC Paderborn in der zweiten Runde des DFB-Pokals bewies: Der 42-Jährige verfügt auch in der zweiten Reihe über ernsthafte Alternativen für die Startelf.

DORTMUND

, 30.10.2015, 05:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gegen Paderborn glänzt die zweite BVB-Reihe

Adrian Ramos zeigte gegen den SC Paderborn, dass er noch weiß, wo das Tor steht.

Adrian Ramos war kaum zu halten, nachdem er den BVB am Mittwochabend durch eine starke Aktion zum 1:1-Ausgleich geschossen hatte. Der Kolumbianer sprintete in Richtung Haupttribüne, blickte nach oben und ballte die Faust. Erstmals hatte Thomas Tuchel den 29-Jährigen in dieser Saison in die Startelf beordert, erstmals seit seinem Treffer gegen Berlin am 30. August traf er wieder.

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Ramos stand damit stellvertretend für den starken Auftritt der Spieler aus der zweiten Reihe, die Tuchel gegen Paderborn von der Leine gelassen hatte. In Abwesenheit der geschonten Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus drehten Ramos, Gonzalo Castro und später auch der eingewechselte Lukasz Piszczek groß auf. Spieler also, die in den ersten Saisonwochen zumeist als Einwechselspieler zum Einsatz gekommen waren.

Tuchel zufrieden

„Die, die immer gespielt haben, haben bisher viel Wertschätzung und Feedback bekommen“, sagte Tuchel nach der Pokalpartie, „doch in unseren Leistungen steckte immer auch viel positive Energie derer drin, die weniger Spielzeiten hatten. Sie konnten jetzt zeigen, dass wir sie spielen lassen können, ohne dass uns Torgefahr, Kompaktheit und Giftigkeit verloren gehen. Das schweißt uns zusammen und macht mich sehr glücklich.“

Die Optionen des 42-Jährigen haben sich merklich vergrößert. Sven Bender hat sich durch gute Leistungen als Alternative für die Innenverteidigung ins Spiel gebracht – zum Leidwesen von Neven Subotic, der gegen Paderborn erneut nicht im Kader stand. Ramos bewies gegen Paderborn seinen Torinstinkt und sein Gespür für die richtigen Laufwege. Und Castro brachte sich durch seinen konsequenten und kreativen Auftritt am Mittwoch als Alternative für Marco Reus ins Spiel.

Bürkis Patzer folgenlos

Auch für das Tor steht in Roman Weidenfeller ein hochkarätiger Ersatz parat, doch Bundesliga- und Pokal-Torhüter Roman Bürki muss trotz seines letztlich folgenlosen Patzers gegen zunächst wacker kämpfende Paderborner nicht um seinen Platz zwischen den Pfosten bangen. „Wir brauchen für die Szene keine Videoanalyse machen“, sagte Tuchel ohne Schärfe im Ton, „das war ein außergewöhnlicher Fehler, der passiert nur einmal im Jahr.“

Der BVB-Trainer gewann dem Fehler sogar positive Seiten ab: „Ich habe mich danach über die Reaktion gefreut. Wir waren von dem 0:1 unbeeindruckt und haben danach sogar noch an Schärfe gewonnen“, bilanzierte der 42-Jährige.

Bürki selbst nahm seinen missglückten Dribbling-Versuch gegen Srdjan Lakic mit Humor. „Sieben Tore geschossen, ich eins vorbereitet“, schrieb Bürki nach dem Spiel auf seiner Instagram-Seite, versehen mit dem selbstironischen Hashtag #Dribbelkönig.

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