Für den BVB könnte die Lufthoheit gegen Werder Bremen zum entscheidenden Trumpf werden

rnBorussia Dortmund

Für den BVB hat sich Werder Bremen in der vergangenen Saison zum Angstgegner entwickelt. Beim heutigen Wiedersehen will Dortmund die Lufthoheit zum Sieg nutzen. Die 09 Fakten zum Topspiel.

Dortmund

, 28.09.2019, 10:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

01.) Auswärts schwach: Dortmund musste sich am vergangenen Wochenende mal wieder die Mentalitätsfrage stellen lassen. Marco Reus - als Kapitän des BVB sollte er das eigentlich am besten beurteilen können - hat diese eindeutig beantwortet. Egal aus welchen Gründen: Fakt ist, dass der BVB auswärts lange nicht so dominant ist wie in den Heimspielen. Letzte Saison gewann Dortmund zu Hause 82 Prozent der Bundesliga-Spiele, auswärts nur 53 Prozent.


02.) Vom Lieblings- zum Angstgegner: Dortmund verlor nur eines der vergangenen neun Bundesliga-Duelle gegen Bremen - das hört sich aus BVB-Sicht nach eitlem Sonnenschein an. Doch die jüngste Realität ist deutlich brutaler: Bremen verpasste dem BVB letzte Saison zwei dicke Dämpfer in Bezug auf Titelhoffnungen: Im DFB-Pokal-Achtelfinale Anfang Februar setzte sich der SVW in Dortmund durch (3:3 nach Verlängerung, 4:2 im Elfmeterschießen), am 32. Bundesliga-Spieltag trotzte Werder dem BVB ein 2:2 nach 0:2-Rückstand ab. Der BVB hatte nach der Partie zwei Spieltage vor Saisonende vier Punkte Rückstand auf die Bayern. Das war die Vorentscheidung im Titelkampf.


03.) Bremen feuert aus allen Lagen: Trotz des Saisonstarts mit vielen Ausfällen lässt sich Werder das Stürmen nicht verbieten: Nicht Bayern, nicht Dortmund oder gar Leipzig gaben die meisten Torschüsse in dieser Saison ab, sondern Werder Bremen.

Für den BVB könnte die Lufthoheit gegen Werder Bremen zum entscheidenden Trumpf werden

Trotz der Personalnot visiert Werder Bremen am häufigsten von allen Bundesligisten das gegnerische Tor an. © deltatre

04.) Reus ist Werder-Spezialist - Bürki nicht: Marco Reus traf gegen keinen Verein öfter als gegen Werder (zwölf Bundesliga-Tore) und sammelte in 16 Bundesliga-Duellen 20 (!) Scorer-Punkte; im Pokal-Spiel Anfang Februar erzielte er das 1:1, musste aber in der Halbzeit ausgewechselt werden. Ein weiterer Werder-Spezialist, wenn auch etwas anderer Art, ist Team-Kollege Roman Bürki: Der spielte gegen die Bremer noch nie zu Null.


05.) Wiedersehen macht Freude: Bremen bringt gleich drei ehemalige Borussen mit nach Dortmund, die mehr oder weniger Spuren hinterlassen haben: Bittencourt (beim BVB noch ein Greenhorn), Sahin (eine lebende BVB-Legende) und Toprak (ein dicker Fehlgriff für die Borussen).


06.) Große Gefahr bei Eckbällen: Im Schnitt führte in dieser Saison jede sechste gegnerische Ecke zu einem Werder-Gegentor, in der Summe sind es vier nach fünf Spieltagen. In den vergangenen 25 Jahren waren die Norddeutschen zum Saisonstart niemals auch nur annähernd so anfällig bei Eckbällen wie derzeit. In der vergangenen Saison gab es an 34 Spieltagen nur drei Ecken-Gegentore! Großen Anschauungsunterricht, wie man sich bei Ecken verhält, sollte Werder von Dortmund nicht erwarten - der BVB kassierte auch schon zwei Gegentreffer nach Eckbällen. Beide Teams zusammen haben also die Hälfte der Eckballgegentore in dieser Saison kassiert (sechs von ligaweit zwölf).

Für den BVB könnte die Lufthoheit gegen Werder Bremen zum entscheidenden Trumpf werden

Gerade auf die Eckbälle könnte es ankommen. © deltatre

07.) Beim Umschaltspiel hapert es: Ausgerechnet die Mannschaft von Lucien Favre ließ sich in dieser Saison am häufigsten vor gegnerischen Torschüssen auskontern (elfmal). Es fehlt noch an der Feinabstimmung im Dortmunder Umschaltspiel.


08.) Zur Improvisation gezwungen: Die Verletzungsmisere bei Werder ist weiter akut. Im letzten Bundesliga-Spiel verteidigte die Dreierkette Friedl - Groß - Gebre Selassie, ein vor der Saison wohl kaum vorstellbares Szenario. Erstmals in der laufenden Spielzeit agierten die Bremer in der Abwehr mit einer Dreierkette.


09.) Ein Vereinsrekord winkt: Dortmund hat in den vergangenen 27 Bundesliga-Heimspielen stets getroffen. Wenn Borussia auch gegen Werder trifft, wäre der Vereinsrekord aus der Klopp-Ära eingestellt.

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