Geldstrafe und keine Tickets beim BVB-Spiel

Uefa bestraft Legia erneut

Die Uefa hat Legia Warschau, Gruppengegner des BVB in der Champions League, erneut für die Ausschreitungen des eigenen Anhangs bestraft. Der Klub darf für das Auswärtsspiel in Dortmund am 22. November keine Tickets an seine Fans verkaufen – dies hatten die Polen allerdings laut eigener Aussage ohnehin nicht vor.

DORTMUND

, 08.11.2016, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Geldstrafe und keine Tickets beim BVB-Spiel

Die Legia-Fans beim Champions-League-Hinspiel gegen den BVB in Warschau. Sie hatten bei dem Spiel unter anderem beleidigende Gesänge angestimmt.

Außerdem müssen die Warschauer zwei weitere Auswärtsspiele auf ihren Anhang verzichten (sofern sie innerhalb der nächsten zwölf Monate stattfinden) und eine Geldstrafe von 80.000 Euro zahlen. 

 

Ursprüngliche Meldung:

Legia Warschau wird für das Champions-League-Gruppenspiel bei Borussia Dortmund (22. November) keine Eintrittskarten an seine Fans verkaufen. Das hat der Verein, wie berichtet, am Montag entschieden – und stößt damit auf Zustimmung bei der Dortmunder Polizei. Diese bereitet sich dennoch sorgfältig auf einen Einsatz vor. Auch der BVB hat bestätigt, dass der polnische Meister auf sein Gästekontingent verzichtet. Hintergrund des Kartenverzichts sind wiederholte Ausschreitungen von Legia-Fans.

"Entscheidung nachzuvollziehen"

Eine organisierte Fanreise sei zur Planung eines polizeilichen Einsatzes zwar von Vorteil, sagt Polizeipressesprecherin Cornelia Weigandt. „Aufgrund der vorangegangenen Ausschreitungen und der Übergriffe von Straftätern, die unter dem Deckmantel des ,Fußballfans’ gezielt Gewalttaten verübt haben, ist die Entscheidung aber nachzuvollziehen und sinnvoll.“

Jetzt lesen

Die Polizei bereite sich dennoch sorgfältig auf den Einsatz vor. „Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren“, sagt Cornelia Weigandt. Denn auch wenn es keine organisierte Fanreise gibt, ist damit zu rechnen, dass Legia-Fans nach Dortmund kommen.

Ausschreitungen

Grund für die Entscheidung von Legia Warschau ist das Verhalten einiger Fans: Im Hinspiel gegen den BVB am 14. September hatten Legia-Ultras versucht, den Block der Dortmunder zu stürmen. Die Uefa hatte den Verein daraufhin – auch wegen des Abbrennens von Pyrotechnik und rassistischen Verhaltens – zu einem Heimspiel ohne Zuschauer gegen Real Madrid verurteilt.

Jetzt lesen

Beim Spiel in Madrid am 18. Oktober hatten Legia-Hooligans zudem spanische Polizisten angegriffen. Danach kündigte der Verein bereits an, deutlich weniger Tickets für die weiteren Auswärtsspiele in der Champions League zu verkaufen und die Ticketkäufer zu überprüfen. Nun hat sich der Verein entschieden, für seine Anhänger gar keine Reise zum Spiel nach Dortmund zu organisieren – als vorbeugende Maßnahme.

Es gibt noch Karten

Fünf Prozent der knapp 66 000 Plätze im Signal Iduna Park stünden dem Gästeverein normalerweise zur Verfügung. Statt dieser 3300 Karten nimmt Legia Warschau lediglich einige wenige VIP-Karten und 350 Karten auf der Osttribüne in Anspruch, teilt der BVB mit. Einen Gästebereich wie sonst üblich wird es bei dem vorletzten Spiel der Gruppenphase also nicht geben. Das kommt den BVB-Anhängern zugute: „Der BVB versucht diese Tickets an BVB-Fans zu verkaufen“, sagte Mediendirektor Sascha Fligge auf Anfrage. Der Kartenvorverkauf für Mitglieder hat bereits begonnen, noch sind Tickets für das Spiel erhältlich. 

Lesen Sie jetzt