Gelingt dem BVB die direkte Qualifikation?

Pro & Kontra: Champions League

Nur 1:1 in Mainz, wieder unnötig Punkte liegen gelassen: Borussia Dortmund ist es auch zu Beginn der Rückrunde nicht gelungen, ein Spiel nach einer Führung nach Hause zu bringen. Damit ist vorerst der Sprung auf Platz drei misslungen, den der Klub als Ziel ausgegeben hat. Schafft der BVB die direkte Qualifikation für die Champions League?

DORTMUND

, 30.01.2017 / Lesedauer: 3 min
Gelingt dem BVB die direkte Qualifikation?

Wohin führt der Weg des BVB? Auch Thomas Tuchel vermag das im Moment wohl nicht zu beantworten.

Ja, der BVB schafft das - die Einsicht ist da.

Marcel Schmelzers spontane Antworten geben konkreten Anlass zur Zuversicht. Das Alibi, die schlechte Leistung in Mainz mit der Unruhe im Verein zu begründen, lehnte der BVB-Kapitän kategorisch ab. „Wir haben andere Probleme, und die liegen bei uns auf dem Platz.“ Wenn alle seine Teamkollegen so denken wie der Linksverteidiger, hat die Mannschaft die ersten beiden Zwischenschritte auf dem Weg zur fußballerischen Besserung bereits geschafft.

Starensemble sucht Schuld bei sich

Die Borussen sind alles andere als zufrieden mit ihren Auftritten in der Bundesliga. Die Bilanz von nur einer Niederlage in den letzten zwölf Partien liest sich gut, die sieben Remis in dieser Zeit bringen den BVB aber nicht voran im Tableau. Zu der Einsicht, zu viele Zähler liegengelassen zu haben, addiert sich die Erkenntnis, dass dieses mit mehr als 100 Millionen Euro entlohnte Starensemble die Gründe dafür, warum es nicht richtig rund läuft, bei sich selbst sucht. „Das liegt ganz allein bei uns“, sagte Schmelzer.

Wenn jetzt Einsicht und Erkenntnis vom Trainerteam noch mit den richtigen Erläuterungen versehen werden, wie man erfolgreicher Fußball spielt, schafft die Borussia auch den Sprung auf Platz drei, was das Mindestziel sein muss. Dass die Qualität dazu im Kader vorhanden ist, bleibt unstrittig. Falls die ersten Fans bald zu zittern beginnen, eint sie das mit den Profis: Götze, Reus und Co. wollen ja auch nicht in die Europa League.

von Jürgen Koers

Nein, der BVB schafft es nicht - es knirscht im Gebälk.

Es ist wahrlich kaum zu glauben, dass diese Ansammlung guter Spieler, dieser eigentlich auch gute Mix aus jugendlichem Elan und nachgewiesener Erfahrung und Klasse darum kämpfen muss, sich in der Bundesliga gegen Teams wie Frankfurt oder Köln zu behaupten. Ganz zu schweigen von den Leipzigern – die zu erreichen, diesen Kampf hat man nach dem 1:1 in Mainz aber schon aufgegeben.

BVB kann Potenzial nicht abrufen

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Auswärts hat der BVB in der Bundesliga noch nicht einmal zu null gespielt, fünf der letzten sechs Spiele endeten remis. Auch alarmierend: Am Sonntag gab Dortmund nur vier Schüsse auf das Tor der Mainzer ab. Anders noch als in der Anfangsphase der Saison, anders auch als in den Spielen der Champions League, gelingt es Borussia Dortmund in den meisten Spielen nicht, sein Potenzial auf den Rasen zu zaubern.

Zunehmend genervt sind dazu alle von den permanenten Störfeuern, die auch die Vereinsführung weitgehend machtlos treffen. Es knirscht im Gebälk, und die für eine Erfolgsserie und Selbstvertrauen notwendige Stabilität im eigenen Spiel lässt sich so schwer erlangen. Diese schwierige Gemengelage wird daher Konsequenzen haben: So unvorstellbar das klingen mag, aber die Champions-League-Qualifikation wird der BVB allenfalls über den Umweg Platz vier erreichen.

von Dirk Krampe

 

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