Gewinner, Aufsteiger und Absteiger der Saison 15/16

Besondere BVB-Spielzeit

Das Pokalfinale in Berlin haben die BVB-Profis noch vor der Brust, auf eine außergewöhnlich gute Bundesliga-Saison kann Borussia Dortmund schon jetzt zurückblicken. Wir haben die Gewinner, Aufsteiger und Absteiger der Saison im Überblick.

DORTMUND

, 18.05.2016, 06:20 Uhr / Lesedauer: 3 min
Gewinner, Aufsteiger und Absteiger der Saison 15/16

Ein Bild, das man in dieser Saison oft beobachten konnte: Pierre-Emerick Aubameyang (l.) schlägt vor Freude einen Salto, Henrikh Mkhitaryan eilt jubelnd herbei. Beide BVB-Stars sammelten in der abgelaufenen Saison je 31 Scorerpunkte.

DIE GEWINNER Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan: Zwei vom anderen Stern

So schnell kann es gehen: Vor einem Jahr gab es nicht gerade wenige BVB-Fans, die Henrikh Mkhitaryan keine Träne hinterher geweint hätten. Zwölf Monate später sehnt sich die schwarzgelbe Familie nach seiner Vertragsverlängerung. Neben Pierre-Emerick Aubameyang war der Armenier der herausragende Borusse der Saison 2015/2016.

Viele Ratschläge

Alles begann mit einem Buch: Zum ersten Treffen mit seinem neuen Schützling Henrikh Mkhitaryan brachte Thomas Tuchel das Buch „The inner game of Tennis: Die Kunst der entspannten Konzentration“ mit. In dem Werk erklärt Autor W. Timothy Gallwey, wie man als Sportler mit Nervosität, Selbstzweifeln und Selbstkritik umgehen und sie in Stärke ummünzen kann. „Ich glaube, es wurde extra für mich geschrieben“, sagte Mkhitaryan nach der Lektüre – und beherzigte die vielen Ratschläge, die der frühere Tennisspieler Gallwey ihm mit auf den Weg gab.

Das Ergebnis ist bekannt: Der 27-Jährige war der überragende Mittelfeldspieler der Saison. In 31 Spielen erzielte er elf Tore und bereitete 20 Treffer vor, eine Vorlage nur fehlte ihm zum Rekord von Kevin de Bruyne (damals Wolfsburg) aus dem Vorjahr. Wann immer der Armenier dem BVB fehlte, hatte das gravierende Folgen für das Angriffsspiel der Borussia. Ohne ihn fehlte Kreativität, Torgefahr – und ein Hauch Genialität.

"Ein absolutes Privileg"

„Es ist ein absolutes Privileg, sein Trainer zu sein. Er ist ein echtes Vorbild für alle hier“, schwärmt Tuchel über seinen Künstler, den er aus einem zweijährigen Zweifelphase befreien konnte. „Mit seiner Lust am Fußball, seiner Bescheidenheit und auch mit seiner Verbissenheit verkörpert er alles, was Borussia Dortmund ausmacht.“

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Mkhitaryans kongenialer Partner war Pierre-Emerick Aubameyang. Der Gabuner spielte die Saison seines Lebens und wurde im Winter völlig verdient zu „Afrikas Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet. Nie zuvor war das einem Bundesliga-Spieler gelungen. Wie Mkhitaryan sammelte der Stürmer in 31 Liga-Partien 31 Scorerpunkte, aufgeteilt in 25 Tore und sechs Vorlagen. Die Wette, die der 26-Jährige vor der Saison mit Tuchel eingegangen war, gewann er damit spielend. Auf die Auflösung des Gewinns allerdings lassen die beiden noch warten. Die gibt es erst nach dem DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin.

Verlängerung vor Berlin?

Während Aubameyang Ende Juli 2015 seinen Vertrag vorzeitig bis 2020 verlängert hat, ist bei Mkhitaryan noch keine Entscheidung getroffen. Ihm liegt allerdings seit Wochen ein ausverhandelter Vertrag vor. Beim BVB ist man optimistisch, dass der ligaweit notenbeste Spieler der Saison noch vor dem Pokalfinale unterschreibt. Ein schöneres Geschenk könnte man sowohl Tuchel als auch den BVB-Fans vor Berlin wohl nicht machen. 

 

DER AUFSTEIGER Julian Weigl: Vom Nobody zum EM-Kandidaten

Julian wer? Als Julian Weigl im Sommer 2015 als Neuzugang bei Borussia Dortmund vorgestellt wurde, liefen bei den BVB-Fans die Internet-Suchmaschinen heiß. Der defensive Mittelfeldspieler, der aus der Zweiten Liga von 1860 München nach Dortmund kam, war vorher nur unter Insidern als Geheimtipp bekannt. Selbst Bayerns Trainer Pep Guardiola war der damals noch 19-Jährige trotz der direkten Nachbarschaft unter dem Radar durchgerutscht.

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Eine Bundesliga-Saison später kennt Weigl jedes fußballbegeisterte Kind in Deutschland. Er ist vom Nobody zum Fixpunkt des BVB-Spiels geworden und hat sich mit konstant starken Leistungen unverzichtbar gemacht. Die Belohnung folgte gestern: Joachim Löw nominierte den 20-Jährigen für den vorläufigen EM-Kader. „Julian ist sehr passsicher, hat eine tolle Übersicht und eine gute Saison gespielt mit Dortmund“, begründete der Bundestrainer seine Entscheidung. Hans-Joachim Watzke freute sich. „Er hat als blutjunger Kerl eine erstklassige Premierensaison in der Bundesliga gespielt. Seine Nominierung ist absolut verdient“, sagte der BVB-Boss.

Vorläufiger Höhepunkt

Die Berufung ist der vorläufige Höhepunkt in Weigls überragendem Jahr. Mit fünf bis zehn Saisoneinsätzen in seiner ersten Saison wäre er zufrieden gewesen, erklärte er kürzlich beim „19.09-Talk“ dieser Redaktion, am Ende kam er auf 30 Einsätze, die meisten davon in der Startelf der Borussia.

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Bevor es Ende Mai ins EM-Trainingslager nach Ascona geht, wartet auf Weigl sein erstes DFB-Pokalfinale. „Die Vorfreude ist sehr groß“, sagte er am Samstag nach dem 2:2 gegen den 1. FC Köln, „es ist noch ein besonderes Highlight, nachdem die Saison für mich ohnehin schon toll gelaufen ist.“

Zwei junge Debütanten

Weigl ist das bekannteste Gesicht des jungen BVB – doch es rücken weitere nach. In Christian Pulisic und Felix Passlack feierten in dieser Saison zwei 17-Jährige ihr Bundesliga-Debüt für die Borussia. Wie es schnell gehen kann, hat Weigl mit seinem kometenhaften Aufstieg vorgemacht. 

 

DIE ABSTEIGER Neven Subotic, Joo-Ho Park und Nuri Sahin: Verletzt und außen vor

Der BVB spielte eine über weite Strecken überragende Bundesliga-Saison, doch nicht für alle Borussen lief es gut: So hatte Neven Subotic lange einen schweren Stand unter Thomas Tuchel, bevor ihn eine Thrombose im Arm zum vorzeitigen Saisonende zwang. Lediglich sechs Mal spielte der Innenverteidiger in der Liga – zu wenig für seine Ansprüche. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich die Wege des BVB und des sozial engagierten Subotic im Sommer nach acht gemeinsamen Jahren trennen.

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Linksverteidiger Joo-Ho Park kam im August zum BVB, doch mehr als 399 Einsatzminuten konnte der Südkoreaner, der zuletzt verletzt fehlte, nicht verbuchen. Auch bei ihm deutet vieles auf einen Wechsel hin.

Auch Nuri Sahin kann mit seinen Einsatzzeiten nicht zufrieden sein. Zwar stieß er erst am 23. Spieltag nach monatelanger Verletzungspause zum Bundesliga-Kader und absolvierte seitdem immerhin neun Einsätze. Doch mit Ausnahme seines 90-minütigen Einsatzes gegen Frankfurt (0:1) kam er zuletzt lediglich als Einwechselspieler oder überhaupt nicht (wie beim 2:2 gegen Köln) zum Zuge. Das Wichtigste für ihn aber war, gesund zu bleiben. Das ist ihm gelungen. Der Mittelfeldspieler wird in der kommenden Saison einen neuen Anlauf starten. 

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