Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Eine verrückte Bundesliga-Saison steuert auf ihren Höhepunkt zu. Mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung auf Borussia Dortmund geht der FC Bayern in den Showdown. Wir fragen: Gewinnt der BVB die Nervenschlacht gegen den Rekordmeister?

Dortmund

, 13.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Pro: Die Bayern kommen mit dem Druck nicht klar (Von Dirk Krampe)

Was sind schon diese zwei mickrigen Punkte? Schließlich war in dieser verrückten Saison in der Bundesliga ja nur auf eins Verlass: das nichts berechenbar und alles möglich ist. Auch eine weitere Wendung im Meisterschafts-Rennen am allerletzten Spieltag.

Fehlenden Souveränität

Für die Bayern ist es schließlich eine ungewohnte Situation. Das Lächeln von Karl-Heinz Rummenigge wirkte zumindest reichlich erzwungen, als er darüber sprach, wie sehr er sich darüber freuen würde, dass die Bayern endlich einmal nicht schon an Ostern als Meister festgestanden hätten. Dass der Rekordmeister seinen siebten Titel in Serie auch noch im heimischen Wohnzimmer perfekt machen könne, verspreche zudem ein richtiges Fest am kommenden Samstag. Fakt ist aber auch, dass diese immer so über allen anderen spielende Elf erstmals Druck verspürt. Verlieren darf sie nicht.

Gewinnt der BVB die Nervenschlacht gegen den FC Bayern München?

Steht unter Druck: Bayern-Trainer Niko Kovac. © dpa

Und den Frankfurtern ist durchaus zuzutrauen, dass sie die Meistersuppe noch kräftig versalzen. Spricht man beim BVB von der fehlenden Souveränität, Führungen nach Hause und überlegen geführte Spiele ins Ziel zu bringen, sollte man nicht verschweigen, dass es in dieser Saison auch in München mehr als einmal so gelaufen ist. Auch in der eigentlich sehr überzeugenden Rückrunde. In Leipzig waren sie nicht in der Lage, nach dem aberkannten Treffer doch noch den Punsch zu setzen, in Nürnberg kamen sie aus dem Beamtenmodus gar nicht heraus.

Das Gladbacher Spiel liegt dem BVB

Und der BVB? Der hatte Mühe, der Müdigkeit zu trotzen, es gelang zuletzt auch nicht mehr, befreit aufzuspielen. Doch Gladbach ist nicht die unüberwindbare Hürde, das Spiel der „Fohlen“ liegt der Borussia. Sie wird sich noch einmal quälen und ihre Hausaufgaben machen. Und mal sehen, was positive BVB-Zwischenstände aus Mönchengladbach dann mit den Bayern machen.

Umfrage

Welcher Klub wird Deutscher Meister?

2614 abgegebene Stimmen


Kontra: Die Borussia ist noch nicht perfekt genug
(Von Jürgen Koers)

Borussia Dortmund wird wahrscheinlich nicht Deutscher Meister - und abgesehen von der akuten Enttäuschung, die ihre Berechtigung hat, wäre dies für die Entwicklung des BVB vermutlich sogar das bessere Ergebnis.

Ziellosigkeit und Selbstfindungsprozess

Wo kommt der Klub her? Aus einer dreijährigen Phase, die auch geprägt war von einer gewissen Ziellosigkeit und einem Selbstfindungsprozess. An deren Ende stand der Neuanfang, der radikale Umbruch im vergangenen Sommer. Neuer Trainer, neues Team, neue Strukturen - es beruhte ja nicht auf Understatement, dass die Vereinsspitze darauf insistierte, dass es bis zur Ernte der Früchte dieser Umwälzung mehr als ein Jahr benötigen würde.

Gewinnt der BVB die Nervenschlacht gegen den FC Bayern München?

Muss den BVB weiter entwickeln: Trainer Lucien Favre. © dpa

Dieser Wandel zum neuen BVB hat in dieser Saison bereits unerwartet gut funktioniert. In der Hinrunde spielte die Mannschaft serienweise an der oberen Grenze ihrer Möglichkeiten. Seit Februar oft im Rahmen des Erwartbaren, einige Male deutlich darunter. Ein Drama? Ja, aber wenn man nicht allzu genau hinschaut und die Umstände nicht berücksichtigt.

Vize-Meisterschaft muss Ansporn sein

Ein Titel, das Optimum, muss immer das Ziel eines jeden Sportlers sein. Die Deutsche Meisterschaft wäre auch möglich gewesen, sie ist es ja sogar noch. Wer vor der Saison die drittbeste Punktausbeute in der BVB-Geschichte erwartet hätte - ab zum Arzt, der Visionen kuriert. Möglich gemacht haben es Trainer und Mannschaft trotzdem.

Ein Happy End wäre verbunden mit dem Eindruck, man habe schon alles richtig gemacht. Die vergangenen Wochen zeigen, dass dies nicht der Fall ist. Die achte Vize-Meisterschaft der Klubhistorie muss ein Ansporn sein, noch besser zu werden. Nach noch mehr Perfektion zu streben. Das wäre, perspektivisch betrachtet, womöglich die passendere Weichenstellung. Aber wer den Meistertitel auf dem Silbertablett serviert bekommt, der sollte zugreifen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt