Der BVB und Lucien Favre, das ist eine Erfolgsgeschichte. Favres Vertrag läuft bis 2020, doch der Verein wünscht sich eine langfristige Zusammenarbeit. Gespräche dazu soll es bald geben.

Dortmund/Monaco

, 10.12.2018, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans-Joachim Watzke hatte den Security Check schon fast passiert, da drehte er sich doch noch einmal um. Fünf Meter hinter ihm stand Lucien Favre, ein kurzer Händedruck. „Ca va?“ Danke, alles gut! Nach diesem Wochenende sowieso.

Die Erwartungen übererfüllt

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Der BVB-Geschäftsführer war nicht weniger entspannt als sein leitender Angestellter. So ein Derbysieg sorgt für gute Stimmung, die ja ohnehin nicht so schlecht ist in Dortmund kurz vor dem Ende der Hinrunde. Borussia Dortmund wird als Herbstmeister in die kurze Winterpause gehen, das ist so gut wie sicher, der BVB hat das Achtelfinale der Champions League erreicht, er steht auch im Achtelfinale des DFB-Pokals. Mehr geht nicht.

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Favre hat den ersten fünf Monaten seines Wirkens in Dortmund die Erwartungen übererfüllt. Im Verein herrscht Ruhe, die sportliche Situation, für die er verantwortlich ist, bildet dafür die Basis. Wenn ein Kader mit 26 Feldspielern gespickt ist, die alle den Anspruch haben, in dieser Mannschaft auch auf dem Rasen zu stehen, ist das dennoch keine Selbstverständlichkeit.

Klare Handschrift, klares Konzept

Doch Trainer und sportliche Leitung haben mit vielen richtigen Entscheidungen den BVB wieder auf Kurs gebracht. Favre verpasste der Mannschaft eine klare Handschrift, ein klares Konzept und eine Struktur, der Verein stellte klare Verhaltensregeln auf, deren Einhaltung unter anderem Sebastian Kehl überwacht. Die Aufgabenteilung funktioniert. Alles ist dem sportlichen Erfolg untergeordnet, Ausreißer zur Seite gibt es nicht.

Glücksgriff Lucien Favre! Der BVB wünscht sich eine langfristige Zusammenarbeit

Lucien Favre führt den BVB von Sieg zu Sieg. © imago

Als sich Favre im Sommer mit dem BVB auf eine Zusammenarbeit einigte, war es auch Konsens zwischen den Parteien, den Vertrag zunächst über zwei Jahre laufen zu lassen. Der BVB war zwar von Favre zu hundert Prozent überzeugt und wollte den Schweizer ja eigentlich schon im Frühjahr 2017 verpflichten. Doch nach dem Fehlgriff mit Peter Bosz, der in einer schwierigen „Rettungsmission“ für Übergangstrainer Peter Stöger gipfelte, war es das oberste Gebot, erst einmal Ruhe in den Klub zu bekommen.

Keine Eile geboten

Wie diese Redaktion erfuhr, gibt es derzeit noch keinen festen Termin für Gespräche über die Ausdehnung der Zusammenarbeit mit Favre. Der Trainer verspürt nach gerade einmal fünf Monaten noch keine Eile, der BVB sieht nach erst einem verstrichenen Viertel der vereinbarten Zusammenarbeit ebenfalls noch keine Notwendigkeit. „Wir werden zu gegebener Zeit die Gespräche aufnehmen, das wird intern mit Lucien und seinem Berater passieren“, gab sich Watzke auf Anfrage dieser Redaktion diplomatisch. Dass Borussia Dortmund aber sehr zufrieden mit der Arbeit des 61-Jährigen sei, „ist doch logisch.“

„Wir werden zu gegebener Zeit die Gespräche aufnehmen, das wird intern mit Lucien und seinem Berater passieren.“
Hans-Joachim Watzke

Favre und Dortmund, das passt. Der Schweizer konnte in seiner Karriere noch nie aus einem derart großen Reservoir an guten Fußballern schöpfen. Er genießt jeden Tag mit diesem Kader und erlebt derzeit auch, dass es für diese Häufung an fußballerischem Potenzial kaum eine Grenze gibt. Dem Klub auf der anderen Seite imponiert die hohe Qualität von Favres Arbeit, seine Akribie selbst bei kleinsten Details, gepaart mit einem hohen Maß an respektvollem Umgang miteinander und einer großen Zuverlässigkeit bei der Einhaltung getroffener Absprachen. Der Ausdehnung der Zusammenarbeit sollte nichts im Wege stehen. Nur der Zeitpunkt der Gespräche ist noch offen.

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