Götze fliegt aus der BVB-Startelf! Schwierige Beziehung zu Favre vor nächster Belastungsprobe

rnBorussia Dortmund

Überraschend fliegt Mario Götze in Prag wieder aus der BVB-Startelf. Für die schwierige Beziehung zwischen dem 27-Jährigen und Lucien Favre ist dies die nächste Belastungsprobe.

Prag

, 03.10.2019, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Unverständnis in den Dortmunder Fankreisen über die überraschende Personalentscheidung verbreitete sich, wie das heute so ist, schon weit vor dem Anpfiff über die sozialen Netzwerke. Als Borussia Dortmund gut eine Stunde vor Anpfiff der Partie bei Slavia Prag die Startelf bekanntgab und dort der Name Mario Götze fehlte, löste dies eine Flut an Reaktionen aus. Der Tenor war einhellig: Warum nimmt Lucien Favre den Spieler aus dem Team, der beim enttäuschenden Spiel gegen Bremen noch der beste Dortmunder Feldspieler gewesen war? Zumal dessen Positionskonkurrent, Paco Alcacer, ja verletzt gar nicht mit nach Tschechien geflogen war.

BVB-Trainer Favre sorgt für noch mehr Verwirrung

Aufklärung gab es vom Trainer, der Götzes Leistung beim 2:2 gegen Werder noch in den höchsten Tönen gelobt hatte, dazu noch vor dem Anpfiff vor den Fernsehkameras von „Sky“. Favre sorgte dabei aber eher für noch mehr Verwirrung - und noch größeres Unverständnis. Man habe „ja nun alle drei Tage ein Spiel, wir müssen rotieren“, sagte er. Die hohe Belastung der Spieler ausgerechnet als Begründung für die Personalie Götze anzuführen, wurde schnell zum Eigentor für den Trainer.

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Götzes Leistungsdaten sagen nämlich etwas anderes: Von den bislang 810 möglichen Pflichtspielminuten (ohne Supercup) stand Mario Götze nur 110 auf dem Feld. Überspielt wirkte er nicht in den vergangenen Tagen. Favre bekräftigte dann noch Götzes gute Leistung „gegen Frankfurt“, was sicher ein Versprecher war, denn dort hatte der 27-Jährige nur 14 Minuten gespielt. Aber das passte irgendwie ins Bild.

Götzes Frust ist unübersehbar

Götzes Frust über den erneuten Rückschlag war unübersehbar. Er hatte lange auf eine richtige Chance warten müssen, das war eine Parallele zum Vorjahr, als er ebenfalls einen frustrierenden Saisonstart verdauen musste. Auch Favre hatte in den vergangenen Tagen, angesprochen auf Götzes Situation, mehrfach auf das Vorjahr verwiesen, als er anmerkte, dass Götze da zunächst wenig, „später dann aber sehr oft“ gespielt habe. Wie im Vorjahr hatte Götze über die unbefriedigende Situation nicht geklagt und versucht, sich im Training aufzudrängen. Und nach dem Remis gegen Bremen durfte er die berechtigte Hoffnung haben, nun deutlich näher an der Stammelf zu sein.

Götze fliegt aus der BVB-Startelf! Schwierige Beziehung zu Favre vor nächster Belastungsprobe

Spaß auf der Ersatzbank: Götze (l.) und Mahmoud Dahoud. © dpa

Entsprechend enttäuscht und schmallippig hockte er in Prag auf der Bank. Der Abend war dann vollends gelaufen, als ihn Favre erst in der Nachspielzeit für eine Minute doch noch auf den Rasen schickte, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Denn es hätte genügend Kandidaten gegeben für einen früheren Wechsel mit Götze als Einwechselspieler. Marco Reus zum Beispiel, der viel ackerte und lief für die Mannschaft, spielerisch aber erneut enttäuschte und dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken konnte. Oder Jadon Sancho, der den Eindruck, in einem veritablen Formtief zu stecken, auch in Prag nicht wegwischen konnte. Diese beiden haben übrigens schon mehr als 750 Minuten in den Beinen.

Der BVB-Verlierer heißt mal wieder Mario Götze

So schrieb die Partie in Prag im Buch über die schwierige Beziehung zwischen dem Schweizer Trainer und dem Dortmunder Weltmeister das nächste Kapitel. Götze war der Erste, der nach dem Spiel in der Kabine verschwunden war, er war der Erste, der in den wartenden Bus stieg.

Götze fliegt aus der BVB-Startelf! Schwierige Beziehung zu Favre vor nächster Belastungsprobe

© Deltatre

Mit seinen mutigen Personalentscheidungen hatte Lucien Favre an diesem Abend goldrichtig gelegen, aber beim 2:0 gab es auch einen Verlierer in den Dortmunder Reihen. Der hieß wieder einmal Mario Götze. Und man kann nur darüber spekulieren, wie die schwierige Situation die laufenden Vertragsgespräche zwischen der Borussia und ihrem einstigen Jahrhundert-Talent beeinflusst. Viele Argumente, seinen Vertrag in Dortmund zu verlängern, wird er aktuell nicht aufzählen können.

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