Gegen Augsburg sammelt Mario Götze seine ersten Bundesliga-Minuten in dieser Saison. Die Fans empfangen ihn herzlich - und Götze zeigt, was für ein außergewöhnlicher Spieler er sein kann.

Dortmund

, 07.10.2018, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mario Götze lachte, als er nach dem Spiel zusammen mit seinem jüngeren Bruder Felix in die Mixed Zone schlenderte. Das Trikot, das der BVB-Mittelfeldspieler trug, war mindestens eine Nummer zu groß. Hinten drauf stand die Nummer vier - und der Name Götze. „Der wahre Götze“, sagte der ältere über den jüngeren Bruder, der an diesem Samstag eben auch Gegner war.

„Das war gut so“

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Ausgerechnet im Familienduell hatte Mario Götze seine ersten Bundesliga-Minuten in dieser Saison gesammelt. Nach 77 Minuten wechselte BVB-Trainer Lucien Favre Götze ein. Der Signal Iduna Park bereitete ihm einen sehr warmherzigen Empfang. Es gab viel Applaus für den Weltmeister von 2014, der spätestens in den vergangenen Wochen zum BVB-Sorgenkind wurde. „Die Zuschauer haben ihn sehr freundlich empfangen“, meinte auch Michael Zorc und wusste diesen Umstand auch zu bewerten: „Das war gut so.“

Der BVB-Sportdirektor hatte aber nicht nur ein Lob für die Zuschauer übrig, auch Götze bekam ein positives Zeugnis ausgestellt. Götze habe eine perfekte Einstellung an den Tag gelegt, sagte Zorc. „Es sind extrem schwierige Wochen für ihn. Er ist sehr professionell mit seiner Situation umgegangen. Heute hat er das Spiel mit umgedreht.“

Stadion wird zum Tollhaus

Denn in der 84. Minute hatte Götze zum zwischenzeitlichen 3:2 getroffen und dabei mal wieder gezeigt, was für ein außergewöhnlich talentierter Fußballer er ist. Ein sehr guter Laufweg in die Tiefe, ein perfekter erster Kontakt im gegnerischen Strafraum, ein überlegter Abschluss - Tor. Der Treffer verwandelte das Stadion in ein Tollhaus, weil dieser Moment das Spiel drehte, aber eben auch, weil Götze ihn erzielt hatte.

Es wirkte, als fiele nicht nur Götze, sondern 80.000 BVB-Fans ein Hinkelstein vom Herzen. Da war er, der Moment, der so herbeigesehnt worden war, den man, wenn man es gut mit Mario Götze und Borussia Dortmund meint, dem 26-Jährigen so gewünscht, so gegönnt hatte. Der Moment, der vielleicht ein Wendepunkt sein kann und alles wieder gutmacht - oder zumindest langsam wieder besser werden lässt.

„Wir stehen alle hinter ihm“

Götze selbst wollte nach dem Spiel nicht über seinen Kurzeinsatz sprechen, er überließ es lieber anderen. „Es war nicht alles gerecht in den vergangenen Wochen“, erzählte zum Beispiel Torhüter Roman Bürki, „da ging es ja teilweise nicht nur gegen den Fußballer Mario Götze, sondern auch gegen den Menschen Mario Götze. Ich bin enorm froh, dass er heute allen gezeigt hat, dass er da ist, wenn man ihn braucht. Wir stehen alle hinter ihm und am liebsten wäre ich nach seinem Tor über den ganzen Platz gerannt, um ihn zu feiern.“ Und Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, sagte: „Wir haben uns alles sehr für Mario gefreut.“

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