Großes Gefühlskino bleibt bei Stögers Rückkehr aus

Fremd im eigenen Wohnzimmer

Dortmunds Trainer Peter Stöger kehrt zwei Monate nach seinem Aus beim 1. FC Köln zurück ins Müngersdorfer Stadion. Das große Gefühlskino bleibt aus.

KÖLN

, 03.02.2018, 00:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Großes Gefühlskino bleibt bei Stögers Rückkehr aus

BVB-Trainer Peter Stöger hatte gut lachen nach dem 3:2-Sieg in Köln. © dpa

Vielleicht ist es ja Zufall, vielleicht aber auch nicht. Um Punkt 19.09 Uhr fährt Stöger mit dem BVB-Mannschaftbus am Rhein-Energie-Stadion vor. Der schwarzgelbe Tross steigt aus und schlendert schnurstracks in Richtung Gästekabine. Bei den Spielern ist alles wie immer. Viele große Kopfhörer, viele konzentrierte Blicke. Für Peter Stöger ist nicht alles wie immer.

Alle Facetten des Profifußballs miterlebt

Es ist die Rückkehr an den Ort, an dem der gebürtige Wiener Kultstatus genießt, an dem er den Menschen, an dem er einer ganzen Stadt ans Herz gewachsen ist. Hier hat er über viereinhalb Jahre alle Facetten des Profifußballs miterlebt. Er hat den Effzeh, wie die Leute ihren Fußballverein hier am liebsten rufen, von der zweiten Liga bis in die Europa League geführt. Er hat den Absturz auf Tabellenplatz 18 in der Hinrunde nicht aufhalten können - und Anfang Dezember des vergangenen Jahres hat er nach einem 2:2 auf Schalke seinen Job verloren.

Nun kehrt er zurück. Nicht mehr in Rot und Weiß, sondern in Schwarz und Gelb, zwei Monate nach seinem letzten Auftritt als Kölner Trainer. Er biegt nicht mehr rechts in Richtung Heimkabine ab, sondern nach links in Richtung Gästeumkleide. Auf dem Weg dorthin schüttelt er viele Hände, umarmt viele alte Weggefährten. Stöger kütt nach Hus, und er kommt mit einem Lächeln.

Deutlich hörbare Pfiffe

Um kurz nach 20 Uhr betritt der BVB-Trainer den Stadion-Innenraum, das alte Wohnzimmer. Das Publikum nimmt es emotionslos zur Kenntnis. Jubelstürme? Großer Empfang? Fehlanzeige. Im Interview mit "Eurosport" sagt der 51-Jährige, es sei alles gut, er habe ein paar bekannte Gesichter gesehen. „Da habe ich mich gefreut. Es ist in jedem Fall ungewohnt mit dem Wissen, hier lange und erfolgreich gearbeitet zu haben. Ich weiß nicht, wie viele Trainer hier in Köln nach mir noch so lange arbeiten dürfen. Es ist schon speziell, nach so kurzer Zeit als BVB-Trainer zurückzukommen.“

Für die Fans scheint es weniger speziell zu sein. Oder weniger schön. Als Stögers Name bei der BVB-Aufstellung vorgelesen wird, gibt es Pfiffe. Nicht ohrenbetäubend, aber deutlich hörbar. Stöger ist zu diesem Zeitpunkt in den Katakomben, bekommt davon nichts mit, hält die letzte Ansprache in Richtung Mannschaft. Danach geht’s raus.

Ein besonderer Moment

Die FC-Fans singen ihre Hymne. Mer stonn zo Dir FC Kölle. In Köln ist das immer ein besonderer Moment. 45.000 Schals in Rot und Weiß. Nicht nur die Außentemperatur sorgt für Gänsehaut. Stöger wirft einen kurzen Blick in Richtung Südkurve und nimmt auf der Gästebank Platz. Die Fotografen halten jeden Moment fest. Die Kameraverschlüsse rattern. Dann ist endlich Fußball.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Bundesliga, 21. Spieltag: 1. FC Köln - BVB 2:3 (0:1)

02.02.2018
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund.© dpa
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund.© dpa
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Fußball: 1. Bundesliga, Saison 2017/2018, 21. Spieltag, 1. FC Köln - Borussia Dortmund am 02.02.2018 im Rhein-Energie-Stadion in Köln.

Dortmunds Lukasz Piszczek (l.) und Koelns Milos Jojic kämpfen um den Ball.© Guido Kirchner
Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
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Das zähe Geschehen auf dem Rasen verfolgt Stöger gewohnt ruhig. Die meiste Zeit steht er mit verschränkten Armen in der rechten Ecke seiner Coachingzone, mal lehnt er sich an die Trainerbank, mal setzt er sich kurz hin, wechselt ein paar Worte mit Co-Trainer Manfred Schmid. Das 1:0 durch Michy Batshuayi bejubelt er nicht, nur ein kurzes Klatschen, das war‘s. Auch das zurückgepfiffene Tor zum vermeintlichen 2:0 nimmt er fast regungslos zur Kenntnis.

Stiller Beobachter

Das Bild ändert sich im zweiten Durchgang nicht wirklich. Stöger bleibt stiller Beobachter. Für das 1:1 durch Simon Zoller hat er nur ein schwaches Kopfschütteln übrig, beim 2:1 durch Batshuayi gibt‘s erneut nur ein wenig Applaus. Nach dem 2:2 durch Jorge Meré setzt er sich erstmal hin - und selbst das 3:2 durch André Schürrle, das der Dortmunder Anhang frenetisch feiert, bringt den BVB-Trainer nicht aus der Fassung. Es sieht ein bisschen so aus, als wolle er einfach nicht jubeln. Nicht hier. Nicht heute.

Peter Stögers offizielle Verabschiedung aus Köln folgt mit 61 Tagen Verspätung. Sie fällt sehr reserviert aus. Deutlich kühler als gedacht. Aber am Ende steht der erste Sieg für Borussia Dortmund im neuen Fußballjahr. Das zählt. Nach dem Schlusspfiff verschwindet Stöger im Spielertunnel - und lässt das alte Wohnzimmer hinter sich. Ohne Ehrenrunde. Hinterher gibt er zu: "Ich bin sehr gerne wieder hierhergekommen, aber heute war es nicht einfach. Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich bin froh, dass dieses Spiel vorbei ist."

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