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Gündogan ist in Wembley der BVB-Schlüsselspieler

Spielverlagerung-Taktikanalyse

Eine Rekordsumme von 40 Millionen Euro gaben die Bayern vor Saisonstart für einen neuen Sechser aus. Im defensiven Mittelfeld der Borussia spielte sich ein günstiger transferierter Spieler im Laufe der Saison immer weiter in den Vordergrund: Ilkay Gündogan ist in seinem zweiten Jahr beim BVB zum wohl wichtigsten Spieler der Mannschaft avanciert.

DORTMUND

von Von Martin Rafelt, spielverlagerung.de

, 14.05.2013 / Lesedauer: 3 min
Gündogan ist in Wembley der BVB-Schlüsselspieler

Auf Ilkay Gündogan (l.), hier im Duell mit Bayerns Bastian Schweinsteiger, wird es im Finale ankommen.

Sein immenser Einfluss erklärt sich durch die zentrale Position, in welcher er zu jedem Zeitpunkt des Spiels recht nah am Ball ist. Egal, wo der Gegner angreift oder Dortmund gerade den Ball zirkulieren lässt, Gündogan ist in der Nähe. Mit starker Antizipation und Dynamik attackiert er die Bälle, die durch Dortmunds erste Pressinglinie rutschen. Nach Befreiungsschlägen beider Mannschaften ist er zudem im Epizentrum des Kampfes um die zweiten Bälle. Wenn Dortmund diese Abpraller holt oder anderweitig den Ball erobert, ist Gündogan oft der entscheidende Umschaltspieler. Seine überragende Stärke ist dabei die Sicherheit in Drucksituationen. Er ist unheimlich resistent gegen das gegnerische Pressing und findet mit Ruhe, Ballsicherheit, Übersicht und seiner Wendigkeit noch passende Lösungen für die engsten Situationen. So initiiert er Konter und wird zum wichtigsten Spielmacher des BVB.

Hinzu kommen seine strategischen Fähigkeiten und ein hohes Maß an Geduld. Er ist kein angreifender Spielmacher wie Nuri Sahin, der oft den anspruchsvollen Ball nach vorne sucht, sondern er agiert unauffälliger. Mit kurzen Pässen und kluger Positionierung hält er die Positionen miteinander verbunden und verhindert, dass sich der BVB festspielt. Im Champions-League-Finale werden diese Qualitäten besonders gefragt sein, da die Elf von Jupp Heynckes zwei schwierig zu bespielende Besonderheiten vereint. Zum einen arbeiten die Bayern im Pressing mit kurzzeitigen Manndeckungen, zum anderen versuchen sie, die gegnerischen Offensivkräfte von deren tieferen Mitspielern zu isolieren. Gegen die Mannorientierungen kann Gündogans Stärke im Dribbling ein entscheidender Punkt werden, gegen das Isolieren sollten die Bälle nicht überhastet verteilt werden – genau Gündogans Kernkompetenzen.

Er wird daher ein Schlüsselspieler sein, wo auch immer er aufläuft. Im üblichen 4-2-3-1 lastet sehr viel der spielerischen Verantwortung auf seinen Schultern. Möglicherweise wird er daher als Zehner vor Sahin eingesetzt, dann ist Dortmunds Kreativität etwas  nvorhersehbarer verteilt. Gleiches gilt im 4-3-3-Alternativsystem. Wenn seine Rolle passt, ist dem jungen Nationalspieler immer zuzutrauen, seiner Mannschaft ein dominantes Fundament zu geben.

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