Gündogan will in Wembley Historisches schaffen

Vierfach-Gespräch

Am Donnerstag präsentierte die Borussia in der Fluglinie Turkish Airlines einen neuen, zahlungskräftigen Champions Partner. Im Gespräch mit dieser Zeitung sprechen die Bosse Dr. Temel Kotil und Hans-Joachim Watzke sowie die BVB-Profis Ilkay Gündogan und Nuri Sahin über den gestiegenen Stellenwert der Borussia im Ausland.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 04.05.2013, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Temel Kotil (o. l.), Hans-Joachim Watzke (o. r.), Nuri Sahin (u. r.) und Ilkay Gündogan (u. l.) sind sich einig: Der internationale Stellenwert von Borussia Dortmund ist durch die jüngsten Erfolge massiv gewachsen.

Temel Kotil (o. l.), Hans-Joachim Watzke (o. r.), Nuri Sahin (u. r.) und Ilkay Gündogan (u. l.) sind sich einig: Der internationale Stellenwert von Borussia Dortmund ist durch die jüngsten Erfolge massiv gewachsen.

Herr Kotil hat mir versichert, dass er fest vom Weiterkommen überzeugt war. Deshalb musste er sich das Spiel gar nicht ansehen.

Ja, das stimmt. 88 Minuten saß ich auf der Tribüne, dann habe ich es zum ersten Mal in meinem Leben nicht mehr auf der Tribüne ausgehalten. Ich habe mich beim König entschuldigt, bin auf die Toilette gegangen und habe mir dort die Ohren zugehalten. Erst in der 93. Minute bin ich wieder herausgekommen. Total bekloppt …

Er hat mir schon gesagt, dass er mich zur Entschädigung zum Essen einlädt … Ich hätte sonst ganz relaxt neben dem König sitzen können.

Um ganz ehrlich zu sein, ja. Ich wäre auch am liebsten weggelaufen. (lacht) Ich hatte immer die Bilder vom Malaga-Spiel im Kopf und wollte auf keinen Fall, dass Real etwas Ähnliches erlebt. Nach dem 0:2 durfte nichts mehr anbrennen, da ist mir das Herz ein bisschen heruntergerutscht.

: Nein, aber wir bemerkten die Gemeinsamkeiten zwischen unserem Unternehmen und dem Klub. Das war vorrangig für uns. Der BVB spielt mit viel Leidenschaft und vielen Emotionen. Da ist Herz im Spiel, genau wie bei uns. Wir leben die gleichen Werte.

Diese Partnerschaft bestätigt unsere immer weiter zunehmende Internationalität. Das macht uns stolz und ist ein großer Schritt für uns. In der Vergangenheit hing der eine oder andere, speziell im Süden dieser Republik, der Meinung nach, der BVB wäre eine regionale Sache. Das, was im Moment wirtschaftlich und sportlich rund um den Klub passiert, führt diese Aussage ad absurdum.

: Ich kann den Eindruck von Herrn Watzke nur bestätigen. Wir fliegen 220 Ziele auf der ganzen Welt an. Überall ist der BVB bekannt und im Gespräch, von Brasilien bis Hongkong. Die Liebe zum Fußball verbindet.

Ja, früher gab es für die Fans in der Türkei eigentlich nur den FC Bayern. Seitdem Jürgen Klopp da ist und wir immer erfolgreicher wurden, ist das Ansehen extrem gestiegen. Aber das gilt nicht nur für die Türkei.

Zum Halbfinale in Madrid sind einige meiner früheren Teamkollegen aus Liverpool angereist. Sie haben sich das Spiel im Stadion angesehen. Anschließend kam Jamie Carragher zu mir und sagte, er habe noch nie ein Team gesehen, dass so füreinander kämpft und rennt. Der Mann ist immerhin 35 Jahre alt und hat schon so einige Titel gewonnen …

Wir sehen Dortmund als Team. Wir wollen sie als Ganzes. Unser Anspruch ist es, immer besser zu werden. Der Spot mit Messi und Bryant wurde über 100 Millionen Mal geklickt. Wir erwarten 200 Millionen Klicks für den BVB-Spot. (lacht)

Ich glaube, zu 100 Prozent habe ich das noch nicht begriffen. Wir sind noch immer sehr jung, die meisten von uns spielen ihre zweite Champions-League-Saison. Es ist phänomenal, im Finale zu stehen. Wir haben die Chance, etwas Historisches zu schaffen.

Die Situation damals war eine andere, aber wir haben damals schon die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir wollten nicht blind Geld raushauen, sondern etwas aufbauen. Diese Philosophie, mit Jürgen Klopp als Volltreffer, hat sich als richtig erwiesen. Sonst würden wir heute hier auch nicht sitzen und über das Finale im Wembley reden.

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