Haaland bringt den Glauben zurück - BVB macht die ersten Schritte der Aufholjagd

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Der BVB startet mit großer Angriffswucht in die Rückrunde. Neuzugang Erling Haaland bringt den Glauben an den Titel zurück nach Dortmund.

Dortmund

, 25.01.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Aufholjagd starten. Keinen Zentimeter vom großen Titelziel abrücken. Daran glauben. Borussia Dortmunds Bosse und Spieler haben genau darüber viel gesprochen in den vergangenen Wochen. Sie haben einander Mut gemacht. Und sie haben markigen Worten nun auch entsprechende Taten auf dem Rasen folgen lassen. Nach dem Sieges-Doppelpack zum Rückrundenstart ist klar: Die Meisterschaft ist für diesen BVB tatsächlich möglich.

Zehn Tore geschossen, sechs Punkte eingefahren - ja, der BVB hat in der Spitzengruppe der Liga im kalten Januar seine Zelthaken vehement in den Boden gehämmert. In Augsburg noch mit ordentlich Sand im Abwehrgetriebe, gegen Köln mit deutlich weniger defensiven Wacklern, aber einer ebenso großen Wucht im Angriff wie zum Auftakt.

Hat der BVB aus den vergangenen zwölf Monaten gelernt?

Die Borussia hat merklich Lust aufs Gewinnen, sie strebt auch noch nach dem vierten und fünften Tor, anstatt sich zufrieden zu geben. Das dürfen die Fans der Schwarzgelben durchaus als eine Lehre aus der Rückrunde der vergangenen Saison und der Hinrunde der laufenden Spielzeit werten. Denn dort gab der BVB teils klare Führungen oder überlegen geführte Partien noch fahrlässig aus der Hand. Und verspielte so fahrlässig immens wertvolle Zähler.

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RN-Analyse: Haaland-Show beim 5:1 gegen Köln

Die aktuelle scheint Borussia anders zu ticken. Auch gegen Köln glänzte zwar noch nicht alles golden, auch hier gab es noch schläfrige Phasen im Defensivverhalten und den einen oder anderen Durchhänger statt Dauerdruck über die volle Distanz. Entscheidend aber ist die Qualität, die Dortmund imstande ist abzurufen und das auch in den richtigen Momenten tut - wenn wie gegen Köln und im Wende-Modus in Augsburg das Team als solches gut funktioniert und harmoniert.

BVB-Kapitän Reus präsentiert sich deutlich verbessert

Marco Reus präsentierte sich deutlich verbessert und gab entscheidende Impulse. Mats Hummels‘ weite Bälle aus der hintersten Linie kamen präzise. Das Tempo der Kombinationen und Vorstöße war hoch, in den besten Spielphasen zu hoch für die dann überforderten Kölner. Zweikampfstärke, Laufbereitschaft und Spielfreude stimmten, die Konzentration bis auf wenige Ausnahmen auch. Keine Frage, in dieser Verfassung gibt die Mannschaft auch den zweifelnden Fans den Glauben an den großen Coup zurück.

Und einer trägt aktuell entscheidend dazu bei: Erling Haaland. Der junge Norweger hat die schwarzgelben Herzen buchstäblich im Sturm erobert mit seiner unbekümmerten Art, seinem frechen Fußball voller Dynamik und Power. Seinen Treffern. Der Zauber des 19-Jährigen erfasste am Freitagabend jeden im Signal Iduna Park, ohrenbetäubend laut schrien die BVB-Anhänger seinen Namen. Klar, schließlich trägt er ihre Hoffnungen, dass die ehrwürdige Mittelstürmertradition der Borussia, gespickt mit vielen klangvollen Namen, ihre Fortsetzung findet.

Rummel um BVB-Torjäger Erling Haaland wird weiter zunehmen

19 Jahre jung, fünf Tore in weniger als einer Stunde Spielzeit. Das ist ein krachender Einstand. Oder eben „crazy“, verrückt, wie es Teamkollege Axel Witsel formulierte. Der BVB wird Haaland nun mit den Füßen auf dem Boden halten müssen, denn der jetzt schon immense Rummel um den furchtlosen Norweger wird noch weiter wachsen. Und die Borussia wird einen Haaland mit klarem Kopf gewiss brauchen, wenn die Meister-Mission wirklich in einer großen Sause Mitte Mai münden soll.

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