Haaland, Heiland, Halleluja! BVB-Neuzugang betritt die Bühne - muss sich aber noch anpassen

rnBorussia Dortmund

Erling Haaland ist der BVB-Hoffnungsträger für die Rückrunde. Der große Blonde verleiht Dortmund mehr Variabilität. Doch kann er sofort helfen?

Dortmund

, 16.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das große Casting des Erling Braut Haaland glich einem Staatsgeheimnis. Einen Tag nach dem Champions-League-Aus der Roten Bullen aus Salzburg machte sich der europaweit begehrte Stürmer am 11. Dezember gemeinsam mit Vater Alfie und Berater Mino Raiola auf den Weg nach Deutschland. Die Stationen hießen Leipzig und Dortmund - in dieser Reihenfolge.

BVB-Fans frohlockten: „Der Heiland ist da“

Am Dortmund Airport wollte man nichts dem Zufall überlassen: Der Haaland-Tross wurde noch auf dem Rollfeld eingesammelt und mit verdunkelten Scheiben zu den Gesprächen mit den BVB-Verantwortlichen gebracht. Gut zwei Wochen später gab es in der Geschäftsstelle am Rheinlanddamm Gewissheit: Haaland hatte den Borussen seinen Zuschlag gegeben. Obwohl der 19-Jährige kurz vor Weihnachten schon bei Juventus Turin, Manchester United und RB Leipzig unterschieben hatte. Also fast.

„Gehen Sie davon aus, dass er über einen längeren Zeitraum bei uns Fußball spielen wird.“
Michael Zorc

Vergleichsweise läppische 20 Millionen Euro Ablöse fließen nun also von Dortmund nach Salzburg. Bei gut acht Millionen Euro Jahresgehalt und einer Vertragslaufzeit bis zum 30. Juni 2024 hat sich der BVB nichtsdestotrotz ein üppiges Geschenk unter den Weihnachtsbaum gelegt. „Ich hatte vorab schon ein gutes Gefühl bei Borussia Dortmund, und als die Gespräche stattfanden, wurde das noch besser. Ich mochte den BVB schon immer. Da kommt sofort ein Grinsen in mein Gesicht“, sagte Haaland im Trainingslager in Marbella über seine Entscheidung. Und die Fans frohlockten kurz nach Heiligabend: „Der Heiland ist da.“

BVB korrigiert einen Fehler aus dem Sommer

Immer wieder wird seither über eine Ausstiegsklausel - die es in Dortmund seit dem Götze-Abgang 2013 nicht mehr gibt - diskutiert. Sportdirektor Michael Zorc sagte zu diesem Thema im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: „Gehen Sie davon aus, dass er über einen längeren Zeitraum bei uns Fußball spielen wird.“ Mit der Verpflichtung des neuen Stürmers haben die BVB-Verantwortlichen einen Fehler aus dem vergangenen Sommer korrigiert. „Wir hätten“, erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Mitgliederversammlung Ende November, „definitiv eine zweite Nummer neun verpflichten müssen. Wohlwissend, dass es natürlich auch Argumente dagegen gibt.“

Haaland, Heiland, Halleluja! BVB-Neuzugang betritt die Bühne - muss sich aber noch anpassen

Lucien Favre (r.) wird die vor der Winterpause gut funktionierende Grundordnung im 3-5-2-System für Erling Haaland modifizieren müssen. © Kirchner-Media

Gesagt, getan. Haaland ist da. Aber kann er die hoch gesteckten Erwartungen auch sofort erfüllen? Die Zahlen der Hinrunde lesen sich zumindest exzellent: In 22 Pflichtspielen erzielte Haaland für RB Salzburg 28 Tore und bereitete sieben weitere Treffer vor. Sein Marktwert explodierte und liegt nun bei 45 Millionen Euro. In Dortmund erwartet den Norweger ab dem kommenden Wochenende jedoch eine Bühne, die vom Niveau her zwei bis drei Klassen über der österreichischen Bundesliga liegt.

BVB-System wird mit Haaland facettenreicher

Der Rummel um seine Person lässt Erling Haaland kalt: „Diese ganze Aufmerksamkeit ist kein Problem für mich. Ich bin immer mit beiden Beinen am Boden geblieben, das wird sich auch nicht ändern.“ Haalands Antworten in Interviews sind zwar noch kürzer als die von Lucien Favre, eine gewisse Lässigkeit kann man dem blonden Riesen aber nicht absprechen. „Mein Lieblings-Spielsystem ist das, in dem ich gut klarkomme.“ So, so, so.

„Ich muss mich etwas anpassen - und dann geht’s los.“
Erling Haaland

Mit Haaland wird das BVB-System in jeden Fall deutlich facettenreicher. Denn der neue Stürmer ist nicht nur robust, sondern auch schnell unterwegs: In Österreich wurde er auf dem Rasen mit 36 km/h geblitzt - das hat Achraf-Hakimi-Niveau. Lucien Favre wird die vor der Winterpause gut funktionierende Grundordnung im 3-5-2-System jedoch modifizieren müssen. Dafür bleibt bis Anfang Februar Zeit - dann beginnen die Englischen Wochen mit den Pokalspielen gegen Werder Bremen und Paris Saint-Germain. „Ich glaube, seit Robert Lewandowski hatten wir so einen Spielertypen nicht mehr. Für mich und andere Spieler haben wir mit Haaland neue Optionen“ meinte Kapitän Marco Reus gegenüber „Sky“. Haaland selbst drückt es etwas pragmatischer aus: „Ich muss mich etwas anpassen - und dann geht’s los.“ Halleluja!

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