Heißer Tanz: BVB siegt 4:2 gegen den FSV Mainz 05

Temporeiche Partie

Der BVB darf erneut mit den Champions-League-Millionen planen: Durch einen hochverdienten 4:2 (2:1)-Heimsieg über Mainz 05 sicherte sich Borussia Dortmund die vierte Teilnahme an der Königsklasse in Serie.

DORTMUND

, 19.04.2014 / Lesedauer: 5 min

Die Tore für das deutlich überlegene Team von Jürgen Klopp erzielten Milos Jojic (6.), Robert Lewandowski (18.), Lukasz Piszczek (56.) und Marco Reus (79./Handelfmeter). Shinji Okazaki hatte den Ex-Klub des 46-Jährigen zweimal (14., 53.) ins Spiel zurückgebracht. Durch den 20. Saisonerfolg ist der BVB drei Spieltage vor Schluss nicht mehr von den ersten drei Plätzen zu verdrängen.

Klopp veränderte seine Elf vor dem Spiel im Vergleich zum erfolgreichen DFB-Pokalspiel gegen Wolfsburg (2:0) auf drei Positionen: Mitchell Langerak ersetzte den angeschlagenen Roman Weidenfeller (Adduktorenprobleme), Oliver Kirch lief für den ebenfalls an den Adduktoren verletzten Sebastian Kehl auf. Außerdem kehrte Nuri Sahin in die Startelf zurück, Kevin Großkreutz rotierte für ihn auf die Bank.Zum Abschluss von vier Englischen Wochen kam der Ex-Klub von Jürgen Klopp offenbar gerade recht, um die Spannung nach den harten Spielen gegen Madrid, München und Wolfsburg hochzuhalten. Von der ersten Minute an spielte der BVB energisch nach vorne und biss sich in die Zweikämpfe. Die Mainzer dagegen wussten zunächst nicht, wie sie auf den Dortmunder Ansturm reagieren sollten – und griffen zum denkbar schlechtestem Mittel: dem Foul in der Nähe des Strafraums.

Marco Reus legte sich die Kugel in halblinker Position zurecht und zirkelte sie über die Mauer an den Pfosten. Zum Glück des verdutzten FSV-Keeper Loris Karius ging sie von dort nicht ins Tor, sondern sprang vom Bein des Mainzers zurück ins Feld (3.). Es war ein erster Hallo-Wach-Moment einer lange hochintensiven Partie voller Spaß-Fußball.

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31. Spieltag: BVB - FSV Mainz 05 4:2 (2:1)

Es war ein tolles Fußball-Erlebnis, das der BVB und Mainz den 80.500 Zuschauern boten. Nach dem 4:2 ist es klar: Dortmund hat zum vierten Mal nacheinander den Start in der Champions League sicher.
19.04.2014
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Kraftvoller Jubel: Lukasz Piszczek nach seinem Treffer zum 3:2.© dpa
Mit der Hand den Treffer verhindert: Schiri Markus Schmidt zeigt Niko Bungert (M) die Rote Karte.© dpa
Oliver Kirch setzt sich gegen Yunus Malli durch.© dpa
Hier wird geschoben: Nikolce Noveski gegen Robert Lewandowski.© DeFodi
Lukasz Piszczek im gemeinsamen Jubel mit Marco Reus.© dpa
Enttäuschung nach dem 1:1: Mitchell Langerak wirft den Ball zurück zum Anstoßpunkt.© dpa
Gegen zwei: Robert Lewandowski und Christoph Moritz (l) sowie Johannes Geis.© dpa
Lukasz Piszczek behauptet sich gegen Choupo-Moting.© dpa
Torjubel von Lukasz Piszczek.© DeFodi
Wie immer unter Strom: Jürgen Klopp.© Foto: DeFodi
Befreiter Jubel nach dem 3:2.© DeFodi
Marco Reus, einer der besten Dortmunder gegen Mainz, jubelt nach dem verwandelten Foulelfmeter.© DeFodi
Skeptischer Blick: Jürgen Klopp.© DeFodi
Junior Diaz im Zweikampf mit Milos Jojic.© DeFodi
Robert Lewandowski setzt sich hier gegen Johannes Geis durch.© DeFodi
Torhüter Loris Karius gegen Henrikh Mkhitaryan.© DeFodi
Mit Haken und Ösen: Erik Durm und Zdenek Pospech.© DeFodi
Thomas Tuchel war nicht zufrieden.© DeFodi
Marco Reus setzt sich gegen Johannes Geis durch.© DeFodi
Tor! Hier trifft Robert Lewandowski zum 2:1.© DeFodi
Robert Lewandowski bejubelt seinen 18. Saisontreffer.© DeFodi
Henrikh Mkhitaryan, Robert Lewandowski und Milos Jojic klatschen sich nach dem treffer zum 2:1 ab.© DeFodi
Muss hier ganz schön durchpusten: Robert Lewandowski gegen Niko Bungert.© DeFodi
Dieses Mal hat Loris Karius den Ball sicher.© DeFodi
Mats Hummels hält gegen Niko Bungert den Kopf hin.© DeFodi
Sokratis, Nuri Sahin, Torschütze Oliver Kirch, Milos Jojic und Lukasz Piszczek (v.l.) jubeln nach dem Tor zum 1:0.© Foto: dpa
Oliver Kirch trifft hier gegen Loris Karius zum 1:0.© dpa
Da ist er zum zweiten Mal drin: Robert Lewandowski muss nach dem Pass von Mkhitaryan nur noch einschieben.© dpa
Eric Durm, Torschütze Robert Lewandowski, Lukasz Piszczek und Milos Jojic freuen sie über die erneute Führung.© dpa
Schlagworte BVB, Dortmund

Es dauerte dann auch nur 180 weitere Sekunden, bis der BVB über sein erstes Tor jubeln durfte. Nach einer Ecke verteidigten die Gäste nur unzureichend. Milos Jojic kam an der Strafraumkante an den Ball und zog ab. Abgefälscht von der rechten Hand von Oliver Kirch segelte der Ball unhaltbar für Karius ins Tor (6.). Es war Jojic‘ dritter Saisontreffer im siebten Einsatz – und das mit seinem erst fünften Torschuss überhaupt.

So temporeich es anfing, so temporeich ging es weiter. Vor allem Henrikh Mkhitaryan und Marco Reus sprühten vor Spielfreude und hätten mit etwas Glück die Partie früh in die richtige Richtung lenken können. Man bekam aber auch ohne weitere Tore eine sehr genaue Ahnung davon, warum der Mainzer Trainer Thomas Tuchel vor der Partie gesagt hatte: „Alles, was wir können, kann der BVB ein bisschen besser.“

Dann jedoch erwischten die Gäste plötzlich einen Moment der Unachtsamkeit in der Dortmunder Hintermannschaft und nutzten ihn mit etwas Glück prompt aus. Nach einem langen Ball war Sokratis zu weit von Shinji Okazaki weg, dessen Schuss aus 18 Metern fälschte Mats Hummels ab. Mitchell Langerak konnte dem Ball nur noch hinterherschauen (14.). Es stand 1:1 am Tag der abgefälschten Tore.

Wer dachte, dass beide Mannschaften nun ein wenig Geschwindigkeit herausnehmen würden, sah sich getäuscht. Der BVB machte unbeeindruckt weiter und bewies, wie hervorragend das Umschaltspiel in diesen Wochen funktioniert. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld reagierte Nuri Sahin am schnellsten und schickte mit einem phänomenalen Pass Mkhitaryan auf die Reise. Der Armenier hatte die Chance, selbst abzuziehen, legte aber uneigennützig ab und ermöglichte so Robert Lewandowski seinen 18. Saisontreffer (18.). Schwarzgelb jubelte erneut.

Nach diesem wahren Blitzstart in die Partie zog sich der BVB nun etwas weiter zurück und attackierte nicht mehr ganz so früh. Da Mainz im Spiel nach vorne nicht viel einfiel und der Tuchel-Elf nun daran gelegen war, nicht in weitere Konter zu laufen, flachte das Spiel etwas ab. Dortmund blieb allerdings bis zum Halbzeitpfiff die klar bessere Mannschaft, verpasste aber durch Lewandowski (26.) und Reus (36.) weitere Treffer.

Tuchel reagierte in der Pause auf die Überlegenheit des BVB und wechselte zweimal (Parker und Saller für Moritz und Bell), an der Ausrichtung des Spiels änderten die personellen Umstellungen allerdings nichts. Die Gastgeber blieben am Drücker und kamen durch Reus, der frei vor Karius aufgetaucht war, zur ersten Chance des zweiten Durchgangs (48.). Aus dem Nichts heraus stand es nach einem kapitalen Aussetzer von Nuri Sahin dann aber plötzlich doch 2:2. Eine eigentlich harmlose Situation machte der BVB-Sechser durch einen verunglückten Rückpass auf Langerak scharf. Erneut war es Okazaki, der den Schnitzer ausnutzte und sein 13. Saisontor erzielte (53.). Damit schloss er – ausgerechnet in Dortmund – zu der bisherigen Bestmarke von Shinji Kagawa auf, der als bislang einziger Japaner so oft in einer Bundesliga-Saison treffen konnte.

Doch erneut durften sich die Mainzer nicht lange über den Ausgleich freuen. Nur drei Minuten später verlängerte Piszczek einen Freistoß von Reus zum 3:2 ins Tor (56.). Sahins Patzer war ausgemerzt – und ein weiteres Kapitel Sommerfußball im Signal Iduna Park geschrieben.

Es ging auch nach der dritten Dortmunder Führung an diesem Nachmittag munter weiter. Reus und Lewandowski boten sich nun ein Wettrennen darum, wer innerhalb von zehn Minuten die meisten guten Chancen auslassen kann. Mainz dagegen blieb so harmlos wie man es aus der Zeit vor der Pause kannte.

Der BVB übernahm selbst durch die allzu lockere Chancenauswertung einen Anteil daran, dass die Paarung eng blieb. Zweimal jedoch spielte auch das Schiedsrichtergespann nicht mit. Nachdem Referee Markus Schmidt Lewandowski zunächst einen fälligen Foulelfmeter nicht gab (61.), blieb seine Pfeife nach Sokratis‘ Kopfball ein weiteres Mal stumm – obwohl Okazaki den Ball mit der Hand auf der Linie geklärt hatte (68.). Sokratis und Klopp protestierten lautstark – aber erfolglos.Als Niko Bungert einen blitzsauberen Konter des BVB unterband, in dem er Lewandowskis Schuss mit der Hand abblockte, blieb Schmidt keine Wahl. Der Mainzer sah Rot, Reus verwandelte den fälligen Strafstoß ohne Chance für den starken Karius zum entscheidenden 4:2 (79.).

Klopp gab seinen Spielern als Lohn für die erneute Champions-League-Qualifikation zwei Tage frei. Am kommenden Samstag (18.30 Uhr) tritt der BVB im Topspiel des 32. Spieltages bei Bayer Leverkusen an.

TEAMS UND TORE
Borussia Dortmund: Langerak - Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm - Kirch, Sahin - Jojic (81. Hofmann), Reus (84. Aubameyang), Mkhitaryan (80. Großkreutz) - Lewandowski
FSV Mainz 05: Karius - Pospech, Bell (46. Saller), Bungert, Noveski, Júnior Díaz - Moritz (46. Parker), Geis, Malli (76. Koo), Choupo-Moting - Okazaki
Tore: 1:0 Jojic (6.), 1:1 Okazaki (14.), 2:1 Lewandowski (18.), 2:2 Okazaki (53.), 3:2 Piszczek (56.), 4:2 Reus (79./Handelfmeter)
Gelbe Karten: Jojic (2) / Okazaki (2)
Rote Karte: Bungert (78./Handspiel)

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