BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou fällt länger verletzt aus. © imago images/Kirchner-Media
Borussia Dortmund

Hiobsbotschaft und Saisonaus: BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou am Knie operiert

Borussia Dortmund muss erneut lange auf Dan-Axel Zagadou verzichten. Der BVB-Innenverteidiger hat sich schwer am Knie verletzt. Die Saison ist für den 21-Jährigen gelaufen.

Als er im Spätsommer damit klarkommen musste, dass er sich erneut einen Anriss des Außenbandes im linken Knie zugezogen hatte, da half Dan-Axel Zagadou die Nähe zur Familie und zu guten Freunden dabei, nicht in ein zu tiefes Loch zu fallen. Zagadou bestritt einen Teil seiner Reha in Frankreich und in der Nähe zu Bekannten und Freunden, kehrte dann nach Dortmund zurück und brauchte Geduld, weil sich der Heilungsprozess nicht an Zeitpläne und Wunschdenken hielt.

BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou ist erneut am Knie verletzt

Im Spätherbst stand Zagadou dann kurz vor seinem Comeback am Trainingszentrum Journalisten Rede und Antwort. Voller Vorfreude, voller Energie und Lust, endlich wieder auf dem Rasen zu stehen. Er ließ dann im Januar auch noch einen Muskelfaserriss hinter sich, kehrte Anfang März zurück. Im letzten Saisondrittel wolle „Daxo“ noch einmal richtig angreifen, vor allem endlich einmal auf Strecke beschwerdefrei bleiben.

Doch jetzt hat es den 21-Jährigen erneut erwischt. Wieder ist es das Knie. Vor einer Woche kamen die Schmerzen zurück, etliche Untersuchungen schlossen sich an. Jetzt wurde Zagadou operiert, wie Borussia Dortmund am frühen Donnerstagabend mitteilte, er wird den Rest der Saison nicht mehr spielen können. „Wir stehen vor wichtigen Wochen. Das ist für Borussia Dortmund, aber vor allem natürlich für ihn extrem bitter“, erklärte Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Welcher Art die Verletzung ist, verriet der BVB nicht.

Schon wieder verletzt: Zagadou ist ein BVB-Sorgenkind

Die Dicke von Zagadous Krankenakte nimmt mittlerweile bedenkliche Ausmaße an. Das komplette Jahr 2020 war eins zum Vergessen für den Franzosen, dessen Qualitäten der Borussia unbestritten gefehlt haben in dieser Spielzeit. Nur neun Spiele absolvierte er in der Bundesliga, zumeist Teilzeiteinsätze waren dies, weil der Klub angesichts seiner Vorgeschichte größtmögliche Vorsicht walten ließ.

Mit dem Außenbandanriss im linken Knie, den er sich im Training vor dem Re-Start der Liga nach zweimonatiger Corona-Pause zugezogen hatte, begann eine fast einjährige Leidenszeit, nur unterbrochen von kurzen Phasen, in denen er sich nach erfolgreicher Reha wieder herangearbeitet hatte. Ende Juni kehrte er zurück, als der BVB sich dann im schweizerischen Bad Ragaz auf die neue Saison vorbereitete, brach die alte Verletzung im Test gegen den SCR Altach wieder auf. Wieder Pause, wieder Reha. Diese dauerte diesmal fast drei Monate.

BVB-Verteidiger Zagadou hat extra an der Stabilität gearbeitet

Zagadou nutzte nach eigener Aussage die lange Auszeit. Bei einer Körpergröße von 1,96 Metern und einem Gewicht von knapp über 90 Kilogramm haben die Gelenke bei ihm einiges zu tragen und auszuhalten. Er habe intensiv an der Stabilität und Festigkeit der Bänder gearbeitet, erklärte der 21-Jährige damals, auf dem Platz merkte man ihm die lange Pause dann nicht an.

Doch der Muskelfaserriss, den er sich im Heimspiel gegen Mainz 05 im Januar zuzog, war auch ein Signal des Körpers. Eine Extrembelastung im Spiel führte zu einer erneuten Pause. In den nun gut dreieinhalb Jahren, die Dan-Axel Zagadou schon bei Borussia Dortmund spielt, hat er insgesamt 55 Pflichtspiele verletzt verpasst. Das ist eine Menge für einen Spieler seines Alters und für ihn wie für den BVB ein schlechtes Zeichen.

Sportlich erfüllt Zagadou die Erwartungen beim BVB

Denn sportlich hat der Abwehrrecke die Erwartungen eigentlich immer erfüllt. Zagadous Abgeklärtheit am Ball ist erstaunlich für einen Spieler seines Alters. Sich auch in Drucksituationen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, ist neben einer guten Antizipation und seiner Zweikampfstärke sein größtes Markenzeichen und ein echtes Qualitätsmerkmal.

Die erneute Verletzung wirft den Spieler weit zurück und bringt den BVB zudem in eine Zwickmühle. Sportdirektor Michael Zorc wird beim Blick auf den Transfermarkt auch die Augen nach einem gestandenen Innenverteidiger aufhalten müssen. Und er wird entscheiden müssen, wie er mit Zagadous Vertrag verfährt. Der endet im Sommer 2022. Für diesen Sommer hieße die Devise daher eigentlich: verlängern oder verkaufen.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe