33 BVB-Fans haben von der TSG Hoffenheim ein Stadionverbot für das Spiel am Samstag erhalten. Ermittelt wird wegen mutmaßlicher Beleidigung. Hintergrund sind Schmähgesänge gegen Dietmar Hopp.

Dortmund

, 20.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Post kam vom Polizeiposten Waibstadt in Baden-Württemberg, der dahinter geschaltete Adressat ist weitaus bekannter als diese Dienststelle: Wegen mutmaßlicher Beleidigung von TSG 1899 Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp hat die Behörde gegen 33 BVB-Fans ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Gleichzeitig gilt ein Haus- und Betretungsverbot rund um die Partie am Samstag.

Dietmar Hopp und die TSG Hoffenheim als aus Sicht mancher BVB-Fans vom traditionellen Fußball entwurzeltes Konstrukt sind schon häufiger Zielscheibe von Kritik gewesen, mal kreativ, mal geschmacklos wie beim Fadenkreuz-Banner im Jahr 2008. Bei nahezu jedem Spiel gab es lautstarke Gesänge gegen den SAP-Gründer und TSG-Gesellschafter.

Vermittlungs- und Schlichtungsversuche bleiben wirkungslos

Der hatte mehrfach, zuletzt auch gegen 21 Fans des 1. FC Köln, mit Konsequenzen gedroht und diese auch wahr gemacht. Vermittlungs- und Schlichtungsversuche, die es nach Informationen dieser Redaktion in Hoffenheim wie in Dortmund gab, haben kein Umdenken bewirkt.

Hoffenheim sperrt 33 BVB-Fans aus nach Schmähgesängen gegen Mäzen Dietmar Hopp

Dietmar Hopp ist schon häufig Zielscheibe von scharfer Kritik geworden. © imago

Offizielle Stellungnahmen lehnten am Donnerstag sowohl der BVB als auch die TSG und Dietmar Hopp ab.

Konkret geht es um Vorfälle während des letzten Saisonspieltags am 12. Mai 2018. Schmähgesänge aus dem Dortmunder Block hallten durch das Stadion, sie erreichten auch Hopp. Bemerkenswert: Die 33 jetzt Beschuldigten wurden anhand von Videomaterial, das den Block während der Gesänge zeigt, in Dortmund identifiziert und deren Daten dann weitergeleitet. Die Dortmunder Fanhilfe hat bereits Widerspruch erhoben. „Hausverbote, die sich allein auf die Einleitung eines Strafverfahrens stützen, werden von uns nicht akzeptiert.“

Fanhilfe Dortmund kritisiert Hopps Verhalten

Weiter heißt es von Seiten der Fanhilfe: „Völlig unabhängig von der rechtlichen Bewertung möglicherweise auch gelegentlich deftiger Fangesänge sehen wir, die Fanhilfe Dortmund, die Vorgehensweise von Herrn Hopp als dünnhäutige Aktion in einem Konflikt an, der auch von Sinsheimer Seite aus nicht immer deeskalativ betrieben wurde und wird – man nehme nur das Beispiel der Gästeblockbeschallung im Jahr 2011.“ Damals hatte Hoffenheim Dortmunder Fans unverhältnismäßig laut mit Lautsprechern beschallt.

Mit bangen Blicken wird nun in Hoffenheim die Reaktion der Dortmunder Anhänger am Samstag erwartet. Zur Deeskalation dürfte das Hausverbot für die BVB-Fans nicht beigetragen haben. Beim Bündnis Südtribüne heißt es bereits, der letzte Spieltag 2018 habe den Protest „neu entfacht“, dort wird zur Solidarität mit den Ausgesperrten aufgerufen. „Sollte Hopp tatsächlich glauben, er könne uns mit seinen Verboten mundtot machen, zeigen wir ihm am Samstag, wie falsch er damit liegt!“

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