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Beim BVB ist man sich sicher: Die Chancen überwiegen die Risiken bei einem Transfer von Mats Hummels. Nun kommt es auf den Preis an. Und auf den FC Bayern München.

Dortmund

, 17.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Keine fortgeschrittenen Verhandlungen, noch keine Einigung, noch kein Mats Hummels im schwarzgelben Trikot. Der Vollzug des Transfer-Coups dieses Sommers lässt noch auf sich warten. Dass es zu diesem Husarenstreich kommt, wird indes immer wahrscheinlicher.

Hummels-Verbleib in München kaum vermittelbar

Während sich eine Mehrzahl der BVB-Fans mit einer Rückkehr des ehemaligen Kapitäns inzwischen anfreunden kann, dürfte Hummels bei den Bayern-Anhängern, analog zu den Reaktionen der Dortmunder Fans vor drei Jahren, mittlerweile schlecht gelitten sein. Ein Verbleib in München scheint kaum vermittelbar. Nach dem Poker um die Deutungshoheit beginnt der Poker um den Preis. Eine Partie, in der der BVB mit gutem Blatt am Tisch sitzt.

Den nahenden Abschied von Mats Hummels (30) verkündete die börsennotierte Borussia Dortmund KGaA per Ad-hoc-Mitteilung, als er den BVB 2016 verlassen wollte, wertete der Klub das als kursrelevant. Den Kampf um den Anführer auf dem Platz hatte die Borussia verloren - alle Bemühungen von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke („Um Mats werde ich kämpfen, wie ich noch nie um einen Spieler gekämpft habe“) liefen ins Leere. Hummels fand gute Gründe für einen Wechsel nach München. Drei Jahre später gibt es ähnliche Argumente für die Retour.

Mats Hummels und die Trainer

Hummels wollte damals nicht mehr mit BVB-Trainer Thomas Tuchel zusammenarbeiten, es zog ihn auch privat in Richtung Münchner Heimat, bei den Bayern wähnte er sportlich die größeren Perspektiven im Europapokal. Alles nachvollziehbar. Weg aus Westfalen. Und die Argumente für die Rolle rückwärts? Die sind ebenso triftig. Wieder harmoniert Hummels nicht mit dem Trainer, mit FCB-Chefcoach Niko Kovac funkte er lange nicht auf einer Wellenlänge. Auch von den Klubverantwortlichen erhält er - für seinen Geschmack - zu wenig Rückendeckung.

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Wenn der Rekordmeister, bei dem Hummels im internen Ranking zurückgefallen ist, meint, auf den laut „kicker“ besten Innenverteidiger der abgelaufenen Rückrunde verzichten zu können, finden sich Abnehmer. Wie Borussia Dortmund.

Der BVB hätte mit Hummels zwar vorübergehend sechs Innenverteidiger im Kader, doch das ließe sich mit Verkäufen regeln. Vom Stellungsspiel und der Kopfballstärke eines Mats Hummels würden die Borussen definitiv profitieren, ebenso von seiner Erfahrung. Manche Wackeldackel-Vorstellung in den vergangenen Monaten, so ergab es die interne Analyse, wären mit einem gestandenen Defensiv-Dirigenten samt eingebauter Führungsqualität eher nicht vorgekommen. Vom eindimensionalen Jugendwahn hat sich der BVB mit den Verpflichtungen von Delaney, Witsel, Hazard, Schulz oder Brandt eh längst verabschiedet. Klasse sticht.

Hummels-Preis wird heiß

Was sich nicht verändert hat: Hummels war und ist nicht der schnellste Verteidiger, und er ist schon 30 Jahre alt. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, zwei Drittel seiner Zweikämpfe zu gewinnen, das Spiel mit scharfen (Außenrist-)Pässen zu beschleunigen oder im gegnerischen Strafraum für Alarm in der oberen Etage zu sorgen.

Die Hummels-Rückkehr: Mehr Chance als Risiko für den BVB

Maßkrugstemmen würde für Hummels beim BVB wegfallen. © dpa

Hummels will weg aus München, der BVB würde ihn gerne aufnehmen, um seine Meisterschaftsambitionen zu untermauern, und er könnte ihn sich auch wirtschaftlich leisten. Anders als bei Mario Götze würden die Bayern den Abtrünnigen lieber anderswo verorten als beim größten nationalen Konkurrenten. Doch die Bayern können einzig durch eine hohe Ablöse mit erhobenem Haupt aus dieser Gemengelage hervorgehen. Der Preis wird heiß.

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