Hummels und seine schwierigste Entscheidung

Der BVB-Kommentar

Jetzt ist es endgültig: Mats Hummels wechselt für rund 38 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern München. Bis zum Schluss wackelte der Transfer. Und das lag nicht an den Vereinen, sondern am BVB-Kapitän. Er stand vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens - und wird jetzt damit leben müssen. Ein Kommentar.

DORTMUND

, 10.05.2016, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hummels und seine schwierigste Entscheidung

Abschied nach 8,5 Jahren: Mats Hummels wechselt zum FC Bayern München.

Mats Hummels gehört zu jener Gruppe von Bundesliga-Spielern, deren Aussagen mehr als nur Phrasen enthalten. Redet man mit ihm, merkt man schnell, dass man einen intelligenten Kopf vor sich hat - und einen mit klaren Meinungen.

Hin- und hergerissen

Umso mehr verwunderte es, dass der 27-Jährige seit einigen Wochen hin- und hergerissen war zwischen der Möglichkeit, zurück zum FC Bayern zu wechseln, und der, in Dortmund zu verlängern. Dass Hummels sich mit dieser Entscheidung so schwer tat, nervte ihn selbst am meisten. So kannte er sich nicht. Doch seine innere Zerrissenheit, die selbst nach seinem ausgesprochenen Wechselwunsch in der vorvergangenen Woche noch zu dem einen oder anderen zwischenzeitlichen Meinungsumschwung geführt hatte, zeigte, dass er sich bewusst war, welch Tragweite seine - aus familiären Gründen getroffene - Entscheidung haben würde.

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Denn den Legenden-Status bei der Borussia hat er sich durch sein Ja-Wort zum FC Bayern verwirkt. Ein Wechsel ins Ausland wäre ihm verziehen worden, viele hätten ihn verstanden. Doch eine Rückkehr nach München zum Erzrivalen? Das ist für viele Fans des BVB der größtmögliche Affront.

Akuter Liebesentzug

Den Hass einiger Tausend enttäuschter Anhänger bekam er beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg bereits hautnah zu spüren, obwohl sein Wechsel zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht feststand. Sie straften ihren Kapitän mit akutem Liebesentzug, Pfiffen und Schmähgesängen aus der untersten Schublade. Viele von denen, die dort pöbelten, würden ihn am liebsten nie mehr im schwarzgelben Trikot sehen - trotz oder gerade wegen des bevorstehenden Pokalfinales gegen den FC Bayern.

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Die besten Bilder aus der Karriere des Mats Hummels

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23.04.2016
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Die besten Bilder aus der Karriere des Mats Hummels.© Foto: dpa
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Im Internet ist die Wut noch größer, dort - in der vermeintlichen Anonymität der sozialen Netzwerke - sind in den vergangenen Tagen sämtliche Hemmungen gefallen. Man darf gespannt sein, wie sich die Front der Hummels-Gegner in den verbliebenen anderthalb Wochen bis zum Pokalfinale weiterentwickeln wird.

Emotional aufgeladenes Feld

Natürlich gab es auch viele, die ihn zum Bleiben überreden wollten und ihm weiter wohlgesonnen sind. Allen voran seine Teamkollegen. Doch auch jene Fans, denen gegenüber er aus dem geöffneten Autofenster heraus über die „Drecksmitteilung“ des Klubs schimpfte, oder die ihn beim Dortmunder Kreispokalfinale, das er sich in der vergangenen Woche als Zuschauer anschaute, um ein Autogramm baten. Doch ihre Stimmen fielen naturgemäß leiser aus.

Es wird dauern, bis seine Verdienste für den BVB von der breiten Masse der Dortmunder Anhänger angemessen gewürdigt werden: Mit ihm als Abwehrchef gewannen die Schwarzgelben zwei Meisterschaften und den DFB-Pokal, standen 2013 im Champions-League-Finale und zogen viermal ins Endspiel des DFB-Pokals ein. Da mag man es unfair finden, dass heute vor allem über ihn geschimpft wird. Aber das ist in einem so emotional aufgeladenen Feld wie dem Fußball nichts Ungewöhnliches. Der Schmerz ist eben groß, wenn man verlassen wird. Da unterscheidet sich der Fan nicht von einem Liebenden.

Ruf der Familie gefolgt

Man kann Hummels nur wünschen, dass er die für sich persönlich richtige Entscheidung getroffen hat und es sich auszahlt, dem Ruf der Familie gefolgt zu sein. Denn anders als in Dortmund wird Hummels in München nur einer von vielen Stars sein. Der Status eines Thomas Müller scheint unerreichbar, dazu spielte er zu lange für den großen Rivalen. Auch wird es spannend sein zu sehen, wie der oft und durchaus gerne auch mal aneckende Hummels in der wesentlich aufgeregteren Medienlandschaft in München mit den anderen großen Egos des Rekordmeisters zurechtkommt.

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BVB-Training in Brackel am 10. Mai

Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 10. Mai.
10.05.2016
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Schlagworte BVB , Borussia Dortmund

Sportlich dürfte ihm die Umstellung da schon leichter fallen, spielt er doch künftig neben bzw. vor seinen ihm bestens bekannten Weltmeister-Kollegen Jerome Boateng, Philipp Lahm und Manuel Neuer. Titel scheinen - anders als in Dortmund - garantiert. Ob sie ihm allerdings emotional so viel bedeuten wie jene, die er mit dem BVB gewann, wird abzuwarten sein.

Charakterkopf wird fehlen

Dem BVB wird Hummels ohne Frage fehlen. Sowohl sportlich als auch als Charakterkopf. Zwar benötigte er Zeit, um ins von Sebastian Kehl übernommene Kapitänsamt hineinzuwachsen. Doch sein Gewicht innerhalb der Mannschaft war stets groß. Auch, weil man sich als Teamkollege, Trainer oder Berichterstatter so herrlich an ihm reiben konnte.

Zwei Spiele stehen für ihn noch an mit dem BVB. Und man würde ihm großes Unrecht tun, würde man Hummels den Willen absprechen, sich bestmöglich zu verabschieden. Der DFB-Pokalsieg mit dem BVB gegen seinen neuen Klub - das wäre ein würdiges Ende seiner achteinhalbjährigen Zeit in Dortmund.

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