Hummels zeigt sich gegen Polen deutlich verbessert

Positiver Trend

Das erste Länderspiel seit dem WM-Finale in Rio de Janeiro hielt für BVB-Kapitän Mats Hummels gleich eine Herkulesaufgabe bereit. Seine Mission lautete nicht weniger als Robert Lewandowski, den derzeit vielleicht besten Stürmer Europas, aus dem Spiel zu nehmen.

WARSCHAU

, 13.10.2014, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hummels zeigt sich gegen Polen deutlich verbessert

Hat einen "Schritt nach vorne" gemacht: BVB-Kapitän Mats Hummels (l.).

Die Bewertungen seiner Leistung fielen unterschiedlich aus. Während ihn die einen zu den stärksten Akteuren der DFB-Elf zählten, erhielt er von anderen Beobachtern die Schulnote „mangelhaft“ für seinen Auftritt. Die Wahrheit lag wie so oft irgendwo dazwischen. Hummels, der sich direkt zu Beginn der Partie einen schmerzhaften Bluterguss am Sprunggelenk einhandelte, spielte enorm präsent, klärte mehrmals per Tackling und trat auch offensiv in Erscheinung.

Im Aufbauspiel aber war ihm seine lange Verletzungspause nach der WM noch anzumerken, beim 0:2 verteidigte er einen Tick zu offensiv. Insgesamt jedoch präsentierte sich der Dortmunder in deutlich besserer Verfassung als zuletzt in der Liga auf Schalke (1:2) oder gegen den HSV (0:1).

"Ich würde sagen, dass es ein Schritt nach vorne war", urteilte Hummels selbst über seine Leistung, "es hat sich gut angefühlt. Ich hatte viele Zweikämpfe und insgesamt deutlich mehr positive als negative Szenen." Eine Bewertung, die den Kern traf. Nicht zufällig hatte Lewandowski seine stärkste Szene erst, als Deutschland aufmachen musste, um den knappen Rückstand noch aufzuholen. Seine Vorarbeit vor dem 2:0 besiegelte die deutsche Niederlage.

Dass die DFB-Elf überhaupt verloren hatte, "ist eigentlich ein Witz", stellte Hummels angesäuert fest. "Es ist zwar noch nicht viel passiert, aber wir haben uns in der Kabine alle darüber geärgert. Bei allem Respekt für die Polen, aber ich denke, wir waren über die volle Spielzeit die bessere Mannschaft. Aber im Fußball ist Effektivität nun mal das Entscheidende." Und genau daran haperte es.

Wenn sich die Nationalspieler des BVB am Mittwoch wieder in Dortmund versammeln, wird sich Hummels auf einige Frotzeleien seines polnischen Teamkollegens Lukasz Piszczek einstellen müssen. "Für Albernheiten", hatte der Rechtsverteidiger vor der Partie angekündigt, "ist nach dem Schlusspfiff Zeit."Und die dürfte er ausgiebig nutzen, um seinem deutschen Abwehrkollegen die historische Dimension des polnischen Sieges zu verdeutlichen. Da dürfte es hilfreich sein, dass sich Hummels seinen Konter bereits zurechtgelegt hat: "Skoro masz ale powodzenia mial" Auf Deutsch: Da hast du aber Glück gehabt!

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