Illegales Glücksspiel: Der BVB muss seine Werbung für den Wettanbieter bwin einschränken

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Borussia Dortmund muss seine Werbung für den Wettanbieter bwin einschränken. Hintergrund ist die verbotene Bewerbung von Online-Casinos. Auch der DFB und andere Profiklubs sind betroffen.

Dortmund

, 28.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang des Jahres bekam Borussia Dortmund Post von der Bezirksregierung in Düsseldorf. Die Behörde strengte ein ordnungsrechtliches Verfahren an wegen illegaler Werbung für den Wettanbieter bwin. In Deutschland ist die Werbung für hierzulande verbotene Glücksspielangebote untersagt. Wer aber den Link auf der Website des BVB anklickte, landete eben nicht nur im Sportwetten-Angebot von bwin, sondern fand dort auch illegale Spiele wie Online-Casinos oder Pokertische. Das alles unter einer Dachmarke.

Der BVB hat seine Bewerbung inzwischen konkretisiert

Reine Sportwetten von privaten Anbietern werden nach deutschem Recht geduldet. Nur mit diesem Segment will der BVB das Sponsoring vereinbart haben, und darauf hat er seine Bewerbung inzwischen auch konkretisiert.

„Aufgrund der Forderungen der Bezirksregierung Düsseldorf hat der BVB das Logo von bwin auf seiner Homepage mit dem Zusatz Sportwetten versehen, und die Verlinkung über das Logo führt nun auf eine Internetpräsenz, auf der ausschließlich Sportwetten angeboten werden“, teilte die Bezirksregierung auf Anfrage dieser Redaktion mit. Ein Bußgeld verhängte die Behörde nicht. Der Fall sei damit erledigt, das Verfahren der Bezirksregierung gilt als abgeschlossen.

„Wir haben mit dieser Regelung eine für alle Seiten tragbare und gute Lösung gefunden“, erklärte Geschäftsführer Carsten Cramer.

„Wir haben mit dieser Regelung eine für alle Seiten tragbare und gute Lösung gefunden“, erklärte Geschäftsführer Carsten Cramer. © imago/Team 2

„Wir haben mit dieser Regelung eine für alle Seiten tragbare und gute Lösung gefunden“, sagte Carsten Cramer, Mitglied der BVB-Geschäftsführung und Direktor für Marketing und Vertrieb. Einbußen müsse der Verein nicht hinnehmen.

bwin macht einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro

Übrigens hat nicht nur Borussia Dortmund entsprechend reagiert, sondern auch andere Partner von bwin. Der Zusatz „Sportwetten“ ergänzt seit Kurzem auch das Logo auf den Internet-Präsenzen des Deutschen Fußball-Bundes und des 1. FC Köln. Auch Union Berlin oder Dynamo Dresden, die ebenfalls von dem Wettanbieter gesponsert werden, haben nachgezogen.

Tatsächlich wird jetzt vom BVB auf eine Homepage mit stark eingeschränktem und rein sportlichem Angebot verlinkt. Vermerkt mit dem Hinweis: „Alle Wetten zu Borussia Dortmund auf unserer Webseite.“ bwin macht nach eigenen Angaben jährlich 4,2 Milliarden Euro Umsatz mit Sportwetten. Seit 2017 besteht eine bis 2020/21 datierte Kooperation mit dem BVB, die dem Klub dem Vernehmen nach jährlich rund drei Millionen Euro einbringt.

Rechtlich ist die Lage diffus

Seit Anfang 2019 arbeitet auch der Deutsche Fußball-Bund mit bwin zusammen. Dass der Geschäftspartner zum Teil Glücksspiele mit Suchtpotenzial in seinem Portfolio anbietet, ist bekannt. Ein wichtiger Bestandteil der verabredeten Partnerschaft sei es, „das Engagement im Bereich Suchtprävention und Integrität zu verstärken und weiterzuentwickeln“, hieß es in einer entsprechenden Pressemitteilung zum Beginn der Zusammenarbeit.

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Von bwin selber war bislang keine Stellungnahme zu den Vorgängen zu erhalten. Rechtlich ist die Lage diffus, da in Deutschland in den Bundesländern unterschiedliche Vorgehensweisen umgesetzt werden. Die Auslegung der Paragraphen im Rundfunkstaatsvertrag wird diskutiert. Zudem ist noch europäisches Recht involviert. Borussia Dortmund ist jedenfalls rechtlich auf der sicheren Seite. Auch wenn manche Wetten auf BVB-Siege in der Hinrunde 2019/20 verloren wurden.

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