Im dritten Anlauf will Julian Brandt beim BVB durchstarten

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Julian Brandt hat Borussia Dortmund schon zweimal in seiner Karriere abgesagt. Beim dritten Mal sagt er ja. Seit Mittwoch ist er da. BVB-Kapitän Marco Reus hat durchaus auch seinen Anteil daran.

Dortmund

, 10.07.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gänzlich reibungslos ging der erste Tag beim neuen Arbeitgeber nicht über die Bühne. Die Parksituation war schuld, Julian Brandt fuhr prompt auf den falschen Parkplatz. Als der Nationalspieler am Mittwochmorgen um 7.45 Uhr am BVB-Trainingsgelände in Dortmund-Brackel zur Leistungsdiagnostik eintraf, bog er nicht rechts in den abgesperrten Bereich der ersten Mannschaft ab, sondern setzte den Blinker links und stand etwas verloren auf dem großen Parkplatz der Nachwuchsabteilung. Ein aufmerksamer Sicherheitsmann leistete schnelle Hilfe, Brandt, 25-Millionen-Euro teurer Neuzugang von Bayer Leverkusen, lachte, stieg wieder ein, und fand schließlich die richtige Einfahrt.

Brandt erlebt beim BVB neue Dimensionen

Es ist halt alles ein bisschen größer bei Borussia Dortmund.Und genau das wollte er ja. „Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt Bock auf was Neues hatte“, hat der 23-Jährige vor ein paar Wochen im Interview mit der Funke-Mediengruppe gesagt. Es könne ihm guttun, neue Herausforderungen zu bewältigen. Der BVB sei eine andere Größenordnung als Bayer Leverkusen, auch der Druck sei größer. „Das erkennt man an der Fanszene, aber auch an der internationalen Reichweite.“ Dass er sich nun in einem neuen, einem anderen, einem größeren Umfeld beweisen müsse, könne ihn prägen. „Persönlich, aber auch spielerisch.“

Im dritten Anlauf will Julian Brandt beim BVB durchstarten

Ein Autogramm auf einer Motorhaube: BVB-Neuzugang Julian Brandt verewigt sich neben Mats Hummels. © Groeger

Für diese Einordnung der Dinge hat Brandt, der sagt, dass er „bislang im Leben fast immer die richtigen Entscheidungen getroffen“ habe, Zeit gebraucht. Ungefähr fünfeinhalb Jahre. Denn dass Brandt nun da ist, hat auch etwas mit Hartnäckigkeit zu tun. 2014 entschied sich der Mittelfeldspieler gegen den BVB und wechselte als damals 17-jähriges Talent aus Wolfsburg nach Leverkusen, weil er dort größere Chancen auf Einsatzzeit sah. Ein paar Jahre später, als bereits für die gesamte Bundesliga ersichtlich war, über welche Qualitäten Brandt verfügt, blitzte der BVB ein zweites Mal ab - doch Sportdirektor Michael Zorc blieb dran. Mit Erfolg.

Reus führt viele Gespräche mit Brand

Brandt, der jeden seiner Karriereschritte sehr gründlich abwägt, sieht die nächste Episode in Dortmund. Er fühlt sich bereit für die Aufgabe. Er habe sich das Selbstvertrauen erarbeitet, „mich jetzt für Dortmund zu entscheiden“.

„Marco Reus ist ein Grund, warum ich mich für Dortmund entschieden habe.“
Julian Brandt

Und doch war es nicht nur Zorcs Hartnäckigkeit, die belohnt wurde, es war auch Marco Reus, der entscheidenden Einfluss nahm. Der BVB schickte, wenn man das so nennen möchte, seinen besten Mann vor. „Ich habe mit ihm viele Gespräche geführt“, hat der BVB-Kapitän am Mittwoch in einer kleinen Presserunde gesagt. Reus kennt Brandt bestens aus der Nationalmannschaft. Es sei sein Ziel gewesen, ihn vom BVB zu überzeugen. „Ich habe ihm einfach erklärt, dass hier alles gegeben ist, was er braucht. Das Umfeld, die Art, wie er gerne Fußball spielt.“

Brandt ist ein direkter Konkurrent für Reus

Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Brandt zumindest in der Theorie ein direkter Konkurrent für Reus auf dessen Lieblingsposition, der Zehn, ist. In der vergangenen Rückrunde trumpfte der gebürtige Bremer in Leverkusen unter Ex-BVB-Trainer Peter Bosz vor allem im Mittelfeldzentrum groß auf und hatte mit sechs Toren und elf Vorlagen entscheidenden Anteil daran, dass die Werkself noch den Weg in die Champions League fand.

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Borussia Dortmund verpflichtet Julian Brandt

Reus allerdings sieht die Vorteile der Brandt-Verpflichtung, nicht das Risiko. Er sagt über Brandt: „Ich denke, es passt gut, wenn wir miteinander spielen.“ Und Brandt sagt über Reus: „Er ist ein fantastischer Spieler. Marco ist ein Grund, warum ich mich für Dortmund entschieden habe.“ Nur das mit den Parkplätzen , das hat er anscheinend vergessen zu erklären.

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