Initiative "Kein Zwanni" ruft zu Teil-Boykott auf

BVB-Pokalspiel in Stuttgart

Die sportlichen Voraussetzungen für ein brisantes Pokalspiel sind gegeben, wenn Borussia Dortmund am kommenden Dienstag (9. Februar) beim VfB Stuttgart antritt. Die Schwaben haben ihre Schwächephase überwunden, der BVB ist ohnehin gut in Form. Außerdem kommt es zum Wiedersehen mit Kevin Großkreutz. Doch die Dortmunder Fans bewegt ein ganz anderes Thema.

DORTMUND

, 04.02.2016, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Initiative "Kein Zwanni" ruft zu Teil-Boykott auf

Die Initiative "Kein Zwanni" hat zu einem Teil-Boykott des Pokalspiels in Stuttgart aufgerufen.

Es geht mal wieder um die Ticketpreise. Die günstigste Karte für den Gästebereich, also ein Stehplatz, kostet 19,50 Euro plus Gebühren. Für den günstigsten Sitzplatz verlangt der VfB 38,50 Euro. Die Initiative "Kein Zwanni - Fußball muss bezahlbar sein" hat im Vorfeld zu einem Teil-Boykott aufgerufen - in den ersten 20 Minuten der Pokalpartie soll der Gästeblock leer bleiben.

Fans werden "abgestraft"

"Natürlich sind wir uns bewusst, dass vor allem ein Pokalspiel unter Flutlicht seinen besonderen Reiz hat, aber für uns Fans bedeutet es auch eine lange Anreise unter der Woche und häufig genug zwei Tage Urlaub, um die Mannschaft zu unterstützen. Statt das zu honorieren und sich zu freuen, dass die Fans in Deutschland den deutschen Profifußball auch unter widrigen Bedingungen attraktiv und bunt gestalten, werden sie häufig genug von den Vereinen in Form immer weiter steigender Ticketpreise und Topspielzuschläge abgestraft", heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Initiative.

Dass diese Aktionen Erfolg haben, zeigt das Beispiel Hoffenheim. Damals rief "Kein Zwanni" zu einem Komplett-Boykott auf - der BVB schickte rund 800 Tickets an die TSG zurück. Das zeigte Wirkung: Die erzielten Mehreinnahmen durch den Topzuschlag stellten die Hoffenheimer dem Lernzentrum des BVB-Fanprojektes zur Verfügung. Zudem wolle der Verein in Zukunft "vernünftige Preise" anbieten.

"Reine Geldfrage"

"Das kam schon sehr überraschend. Wir erzielen ja zumeist die Wirkung erst hinterher, von daher sind wir sehr erfreut, wie schnell die TSG da reagiert hat", sagte Marc Quambusch, Mitbegründer des Bündnisses.

Bernd Wahler, Präsident des VfB Stuttgart, hat die Stuttgarter Preispolitik auf der Regionalversammlung Mitte Januar als "reine Geldfrage" bezeichnet. "Wir brauchen mehr Geld. In so einem Spiel haben wir die Möglichkeit, ein bisschen mehr einzunehmen."

Bundesliga-Spiel im April

Die "Kein Zwanni"-Initiatoren wollen im Anschluss an das Pokalspiel das Gespräch mit den VfB-Verantwortlichen suchen. Dann wird sich zeigen, ob es Ende April - dann spielt der BVB in der Bundesliga beim VfB - erneut zu einem Boykott kommt.

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