Jadon Sancho hat große Ziele mit dem BVB - und gibt ein Versprechen

rnBVB-Senkrechtstarter

Jadon Sancho ist der Senkrechtstarter der vergangenen Bundesliga-Saison. Doch der junge Engländer will kein One-Hit-Wonder werden, er hat große Pläne. Für seine Mannschaft und für sich selbst.

Seattle

, 17.07.2019, 09:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gab viel Applaus von der Tribüne. Jadon Sancho zog nach innen und traf trocken zum 1:0 im Trainingsspiel. Die knapp 800 BVB-Fans auf der kleinen Tribüne des Championship Field in Seattle klatschten vergnügt in die Hände. So etwas sieht man nicht alle Tage, denn Fußballer wie Sancho sind in Europa ja schon selten, in den USA aber sind sie noch viel seltener.

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USA-Reise, Tag 2: Jadon Sancho über Mats Hummels und seine Ziele mit dem BVB

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Der Senkrechtstarter der vergangenen Saison kommt gut an in Amerika – und das trotz seines Akzents aus dem Londoner Süden, der ihn schonungslos als Engländer enttarnt. Seine Wortwahl tut dann gleich noch ihr Übriges dazu. Das Wort „soccer“, das in den USA viel zu oft fällt, würde ihm wohl auch vor amerikanischen Journalisten nie über die Lippen kommen. Das Spiel heißt Football, aber so sind sie eben, die Yankees.

Sancho: „Ich will diesen Zweiflern das Gegenteil beweisen“

Vermutlich ist es die jugendliche Unbekümmertheit, die Sancho ausstrahlt und die angenehm authentisch ist. Zum Beispiel, wenn er sagt, dass er keinen Druck spüre beim Gedanken an die kommende Saison. „Natürlich gibt es Zweifler, die sagen, ich werde nicht noch einmal so eine gute Saison spielen wie im letzten Jahr“, meint der 19 Jahre alte Offensivspieler, der in der zurückliegenden Saison wettbewerbsübergreifend auf 32 Torbeteiligungen kam. „Ich will diesen Zweiflern das Gegenteil beweisen. Deswegen bin ich hier. Es wird eine interessante Saison.“

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Sancho will kein One-Hit-Wonder werden, er will ein Superstar werden. Die Fähigkeiten, das Talent, daran besteht kaum Zweifel, bringt er mit. Sein Marktwert wird mittlerweile auf 100 Millionen Euro geschätzt, das bedeutet Platz eins in der Bundesliga.

Favre: „Er muss jeden Tag besser werden. Das ist ganz wichtig.“

Es ist ein großer Haufen Vorschusslorbeer, eine Garantie aber, dass es weiter so stetig bergauf geht, ist es freilich nicht. Und deshalb sagt sein Trainer nicht ohne Grund, dass Sancho sich Schritt für Schritt weiterentwickeln müsse. „Er hat noch viel zu tun“, erklärt Lucien Favre in sehr bestimmter Tonlage. „Es ist sein Job, Fortschritte zu machen. Er muss jeden Tag besser werden wollen, das ist ganz wichtig.“ Kübelweise Talent verpflichtet halt auch irgendwie. Weiter arbeiten, hungrig bleiben.

Jadon Sancho hat große Ziele mit dem BVB - und gibt ein Versprechen

„Er hat noch viel zu tun.“ - Lucien Favre will Jadon Sancho noch besser machen. © imago

Aktuell vermittelt Sancho nicht den Eindruck, als ob er Gefahr laufe, für Favres mahnenden Worte nicht empfänglich zu sein. Er wirkt fokussiert, er wirkt engagiert, er wirkt top motiviert. „Ich kann es kaum erwarten, dass die Saison losgeht“, sagt er, „ich liebe es einfach, Fußball zu spielen. Der Urlaub war lang genug.“ Er wolle dem Team helfen und es in der kommenden Saison „noch besser machen“.

Die Deutsche Meisterschaft ist fas große Ziel - auch von Jadon Sancho

Noch besser. Das klingt fast wie eine Drohung, auf jeden Fall aber nach einem Versprechen. Und es gilt ja nicht nur für ihn persönlich, sondern für die gesamte Mannschaft. Über Platz zwei gibt’s nun mal nur noch Platz eins. Sancho jedenfalls hat kein Problem mit der Zielvorgabe der Bosse. „Die Meisterschaft ist das große Ziel“, sagt er, ohne die Höflichkeitsfloskeln zu vergessen. Es werde natürlich schwierig, jedes Spiel sei hart, man müsse konzentriert arbeiten.

Doch auch das Selbstvertrauen, vielleicht sogar das neue Selbstverständnis ist deutlich rauszuhören. „Wenn wir alle zusammenhalten und kein Verletzungspech haben“, sagt Sancho, „dann bin ich sehr überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen.“ Worte, die nicht nur in Amerika gut ankommen dürften.

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