Joachim Löw wird im Fall Hummels vor dem Länderspiel in Dortmund deutlich

Nationalmannschaft

Für Marco Reus und Julian Brandt ist der Test gegen Argentinien ein Heimspiel. Auch Mats Hummels ist wieder ein Thema beim DFB. Die Meinungen zum BVB-Profi gehen allerdings weit auseinander.

Dortmund

, 07.10.2019, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Joachim Löw wird im Fall Hummels vor dem Länderspiel in Dortmund deutlich

© imago images/Eibner

Eigentlich ist es so wie vor jedem Heimspiel: Ganz locker kommen Marco Reus und Julian Brandt die Aufahrt zum l’Arrivée Hotel hochgeschlendert. Beide in privaten Klamotten, beide mit Tasche in der einen und einer BVB-Tüte in der anderen Hand.

Am Mittwoch steht ein Pflichtspiel im Signal-Iduna-Park auf dem Programm. Eigentlich wie immer. Aber: Reus und Brandt sind die einzigen BVB-Spieler, die am sonnigen Montagmorgen zu Fuß zum Eingang schlendern.

Joachim Löw wird im Fall Hummels vor dem Länderspiel in Dortmund deutlich

Marco Reus und Julian Brandt auf dem Weg zum l’Arrivée-Hotel. © Bargel

Statt Mats Hummels und Roman Bürki gehören die anderen Gesichter zu Bernd Leno, Jonathan Tah oder Schalkes Suat Serdar. Der Grund: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich das Dortmunder Heimat-Hotel als Basis für die Länderspielwoche ausgesucht.

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Mittwoch geht es zum Test gegen Argentinien ins Dortmunder Stadion, wieder nichts Neues für Brandt und Reus. Und trainiert wird - wo sonst - natürlich auf dem Trainingsgelände in Brackel.

Mit dem lilanen VW zur Nationalmannschaft

Dass Reus und Brandt vor keiner unbekannten Situation stehen, merkt man den Nationalspielern vor dem l‘Arrivée-Hotel an. Am lockeren Schlendern. Anders als die anderen Nationalspielern, die mit schwarzen DFB-Vans direkt vor dem Eingang und direkt vor der Presse abgesetzt werden.

Joachim Löw wird im Fall Hummels vor dem Länderspiel in Dortmund deutlich

Lukas Klostermann ließ sich von seiner Freundin absetzen. © Bargel

Anders als Ex-Borusse Ilkay Gündogan, der mit einem Mercedes vorfährt und wortlos an Presse und autogammhungrigen Fans vorbeigeht. Und anders als Leipzigs Lukas Klostermann. Der lässt sich von seiner Freundin in einem lilanen VW-Golf vorfahren, holt sich noch schnell einen Abschiedskuss ab und startet dann in die Länderspiel-Woche.

Nein, Reus und Brandt gehen ganz entspannt auf die Presse zu, die am Eingang des l‘Arrivée-Hotels auf sie wartet. Doch der Schein trügt: Schaut man Marco Reus ins Gesicht, fällt sofort der ernste Blick auf. Mit dieser Miene unterschreibt der BVB-Kapitän auch die Trikots und Autogrammhefte, will dann eigentlich ins Hotel huschen - bleibt aber doch noch stehen und stellt sich den Reportern.

Mats Hummels ist erneut (k)ein Thema in der Nationalmannschaft

Endlich mal nicht alles wie immer: Es hagelt Fragen zur Nationalmannschaft, zu den vielen Verletzten, zur EM-Quali in Estland am Sonntag. Aber dann ist es auf einmal doch wie immer für Reus in letzter Zeit - unangenehm. Was denn mit Mats Hummels sei. Marco Reus antwortet wie fast immer: „Natürlich ist er aufgrund seiner Leistung immer herzlich willkommen. Er würde jede Mannschaft stärker machen.“ Er sei aber nicht in der Position, das zu entscheiden.

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Joachim Löw äußert sich zu Mats Hummels

Nein, das ist ein anderer: Bundestrainer Joachim Löw trifft schon vor den beiden BVB-Spielern am Hotel ein. Und der hat eine andere Meinung zu Mats Hummels. Löw werde aufgrund der Verletzten-Misere noch jemanden nachnominieren, erklärt Löw. Ob Mats Hummels dafür eine Option sei, wird der Bundestrainer gefragt. „An den habe ich jetzt nicht gedacht.“

Joachim Löw wird im Fall Hummels vor dem Länderspiel in Dortmund deutlich

Bundestrainer Joachim Löw bei seiner Ankunft im l'Arivée-Hotel. © Bargel

Deutlicher geht es kaum. Aber Löw legt sogar nochmal nach: „Ich habe vor einigen Wochen gesagt, dass wir erstmal unseren Weg mit den jungen Spielern gehen. Es gibt jetzt keine Veranlassung, Mats zu nominieren.“

Julian Brandt widerspricht dem Bundestrainer

Da wird es auch nichts nützen, dass Julian Bandt vor dem Hotel ebenfalls seine Hand für Hummels ins Feuer legt. „Ich glaube schon, dass er grundsätzlich das Niveau hat, in der Nationalmannschaft eine Führungsperson zu sein und der Mannschaft weiterzuhelfen“, erklärt der Dortmunder Offensiv-Mann. Für ihn sei es immer noch eine „Ehre“, für Deutschland zu spielen. „Es macht immer noch Spaß, gerade wenn du hier vor der eigenen Haustür spielst.“

Die Lockerheit ist ein bisschen verschwunden, als Reus und Brandt dann mit nachdenklichen Gesichtern, Rollkoffern und BVB-Tüten ins Hotel verschwinden. Die Fragen denen sich die BVB-Profis auch bei der Nationalmannschaft stellen müssen, sind nämlich genau wie in der Bundesliga im Moment nicht einfach. Also alles wie immer eigentlich.

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