Jürgen Klopp unterstützt BVB-Fans

Derby-Boykott

Seit 2004 hat Daniel Lörcher kein einziges Spiel Borussia Dortmunds mehr verpasst. Am 19. September aber wird das BVB-Spiel beim Rivalen Schalke 04 ohne das Vorstandsmitglied des BVB-Fannetzwerks „The Unity“ über die Bühne gehen.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe und Markus Bark

, 03.09.2010, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen Klopp unterstützt BVB-Fans

Das Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund findet am 19. September statt.

„Eine Grenze ist überschritten“, findet Lörcher, der betont, „dass es bei unserer Aktion nicht nur gegen Gelsenkirchen geht. Die Fans dort leiden ja auch darunter. Es geht um einen generellen Trend in der Bundesliga.“ Beim Spiel Hamburg gegen Schalke vor zwei Wochen, bestätigt Arthur Saager, stellvertretender Vorsitzender des Schalker Fanclub-Verbandes, hätten Gäste-Sitzplätze „70, 80 oder 90 Euro“ gekostet. „Das sind Dimensionen...“ Mittlerweile, so Lörcher, „findet über den Preis eine Selektion statt. Dabei sollte Fußball ein Event für die breite Masse sein.“ Nach Bekanntwerden der Revierderby-Aktion spüren die Initiatoren überwältigende Rückendeckung aus Fan-Kreisen. Lörcher rechnet mit „knapp 4000 Fans“, die das Derby nicht im Stadion verfolgen werden. Alle schon erworbenen Tickets können zurückgegeben werden, der BVB erstattet die Kosten. Lörcher gesteht, „dass zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Wir wollen natürlich unsere Mannschaft unterstützen. Aber für mich ist klar, dass ich jetzt ein Zeichen setzen muss.“

Die große Resonanz zeige auch, „dass das ein Problem ist, das vielen Fans auf den Nägeln brennt.“ S04-Pressechef Rolf Dittrich zeigte sich überrascht. „Wir lagen bei den Preisen im unteren Drittel. Wir halten die Erhöhungen für gerechtfertigt.“ Ob bis zu 50 Prozent Erhöhung nicht unverhältnismäßig seien? Dittrich sagt: „Die genauen Zahlen für die Gäste habe ich gerade nicht im Kopf.“ Unterstützung für die Boykotteure kommt beim BVB auch von höchster Stelle. „Ich habe Verständnis für die Aktion“, meint Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Und Trainer Jürgen Klopp sagt sogar: „Ich finde es gut, dass unsere Leute nicht hingehen, um Klaas-Jan Huntelaar zu finanzieren!“ 

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