Julian Brandt: Wir sind sehr vorsichtig, damit nichts Schlimmeres daraus resultiert

BVB-Neuzugang

Julian Brandt findet, dass der Spaß im Profifußball zu oft auf der Strecke bleibt. In Bad Ragaz sprach der 23-Jährige über Erwartungen, Freiheiten und den Grund für seine Trainingspause.

Bad Ragaz

, 29.07.2019 / Lesedauer: 4 min
Julian Brandt: Wir sind sehr vorsichtig, damit nichts Schlimmeres daraus resultiert

Julian Brandt hat sich beim Wechsel zum BVB auf sein Bauchgefühl verlassen. © Inderlied

Julian Brandt begrüßt die Medienrunde mit einem trockenen „Moin“, der Mann ist halt gebürtiger Bremer. Am Montag sprach der BVB-Neuzugang vor den versammelten Journalisten über ...



... Marco Reus‘ Einfluss auf Brandts Wechsel zum BVB: „Er hat mich mit überzeugt, das ist richtig. Es gab natürlich auch noch andere Aspekte. Er hat mir ehrlich und authentisch erzählt, was ihm am BVB liegt und wie der Klub mir helfen könnte, mich weiterzuentwickeln. Er hat mir natürlich nur Positives nahegelegt, ist ja klar. Wir haben ganz locker gequatscht, aber alles, was er gesagt hat, das habe ich ihm abgekauft.“

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BVB-Medienrunde mit Julian Brandt in Bad Ragaz

... Kriterien, die seinen Klub auszeichnen müssen: „Ich habe keinen festen Karriereplan oder festgelegt, was für Kriterien ein Verein erfüllen muss, damit ich dorthin wechsel. Ich mache lieber Sachen, bei denen ich einfach ein gutes Gefühl habe, nach denen mir der Sinn steht. Das war bei Borussia Dortmund der Fall. Ich habe nicht abgewogen, sondern mich einfach auf mein Gefühl verlassen.“



... seine Wunschposition: „Ich weiß, das aktuell die Frage im Raum steht, ob ich lieber links spiele oder im Zentrum, aber meine ehrliche Antwort ist, dass ich froh bin, wenn ich auf dem Platz stehe. Klar, wenn der Trainer mich vor die Wahl stellen würde, dannn würde ich sagen, dass ich mich Zentrum wohlfühle, weil ich in der Rückrunde dort gespielt habe und die Abläufe kenne. Aber wenn ich am Ende links spiele, bin ich genauso glücklich.“

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... die Erwartungshaltung an seine Person in Dortmund: „Ich bin da relativ gelassen. Natürlich stecken in solchen Transfers wie bei mir oder Mats Hummels oder Thorgan Hazard große Hoffnungen der Fans und der Verantwortlichen drin. Aber ich glaube, ich bin gut beraten, wenn ich mir selbst nicht auch noch riesigen Druck mache. Am Ende bin ich ja nur hier, um Fußball zu spielen. Bis jetzt habe ich eine Menge Spaß hier und ich denke, das wird auch so bleiben.“




... den Eingewöhnungsprozess beim BVB:
„Ich habe mich gut eingelebt. Die Jungs haben es mir sehr einfach gemacht. Viele kannte ich schon – und die, die ich nicht kannte, sind alle sehr pflegeleicht.“



... den Unterschied zwischen Leverkusen und Dortmund: „Ein Unterschied, den ich sehr stark merke, ist, dass wir in Dortmund eine extreme Qualität haben. Als Mannschaft, aber auch individuell. Wir haben schon gute Spiele gemacht in der Vorbereitung, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.“

Julian Brandt: Wir sind sehr vorsichtig, damit nichts Schlimmeres daraus resultiert

„Einfach zocken, Tore schießen. Es geht auch darum, den Sport zu genießen, das wird ein bisschen zu oft vergessen. “ Julian Brandt © Guido Kirchner

... den Spaß am schönen Spiel: „Ich mag dominanten Fußball. Und ich mag, wenn wir einfach gut zocken. Ich meine, dafür sind wir doch Fußballer geworden. Ein bisschen wie früher auf der Straße. Einfach zocken, Tore schießen. Es geht auch darum, den Sport zu genießen, das wird ein bisschen zu oft vergessen. Es gibt viel Druck, es geht um viel Geld, klar. Aber eigentlich machen wir doch das, was wir als Kinder schon am liebsten gemacht haben – einfach Fußball spielen.



... den Grund, warum er zwei Tage im Training pausiert hat: „Ich habe leichte Probleme im Adduktorenbereich. Wir sind da sehr vorsichtig, damit nichts Schlimmeres daraus resultiert. Wir müssen von Tag zu Tag schauen.“

... seine Erwartungen an die neue Saison: „Was wir am Ende wollen, daraus muss ich ja kein Geheimnis mehr machen. Ich hoffe, dass wir da anknüpfen, wo die Mannschaft in der vergangenen Saison aufgehört hat und uns noch weiter entwickeln. Ich bin sehr gespannt. Die Qulität ist vorhanden, in allen drei Wettbewerben eine Ausrufezeichen zu setzen.“



... Balance zwischen taktischer Disziplin und künstlerische Freiheit: „Natürlich gibt es Pflichten, die man auf dem Platz erfüllen muss, vor allem in der Defensive. Aber wenn man den Ball hat, ist man frei. Und da darf und muss man am Ende das machen, was man für richtig hält. Wir stehen ja schließlich auf dem Platz.“



... das Zusammenspiel mit Marco Reus: „Marco ist ein Spieler, der auf dem Platz überall unterwegs ist. Deswegen ist er für die Verteidiger auch so schwer zu greifen. Er erzeugt unheimlich viele gefährliche Situationen.“

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... die Transfers des BVB: „Ich finde, dass wir sehr gute Transfers realisiert haben. Mats Hummels, Nico Schulz, Thorgan Hazard: Sie werden uns alle weiterhelfen.“



... den Stellenwert des Supercups gegen die Bayern: „Ich glaube schon, dass in diesem Spiel ein Stück weit die Messlatte gesetzt wird. Ich glaube nicht, dass wir die Partie als Freundschaftsspiel annehmen werden. Wir werden alles geben, um den Supercup zu gewinnen. Es ist ja auch so eine Art Generalprobe vor der Saison ist.“



... die Konkurrenten um den Titel neben dem FC Bayern: „Leipzig hat sich als Nummer drei etabliert und hat vielversprechende Spieler verpflichtet, dazu kommt der neue Trainer. Ich habe auch Leverkusen auf dem Zettel. Ich habe über fünf Jahre dort gespielt und weiß, was dort an Quaität vorhanden ist. Und dann kommen ja immer noch ein oder zwei Mannschaften dazu, die überraschen können. Ich glaube nicht, dass es nur das Duell Bayern gegen Dortmund geben wird.“



... eine Wette mit Kai Havertz: „Noch gibt es keine, aber ich muss mir noch was ausdenken. Vergangene Saison hatten wir die Wette, wer mehr Scorerpunkte sammelt. Das war intern. Jetzt müssen wir mal gucken. Ich bin auf jeden Fall stetig mit ihm in Kontakt – und wir werden uns schon was überlegen.

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