Kehl: Hoffe, ich bin durch

MARBELLA Sebastian Kehl war in den vergangenen Jahren nicht vom Glück verfolgt. Erst sorgte ein Tritt des ehemaligen Bayern-Spielers Hasan Salihamidzic für eine fast zweijährige Verletzungspause, im vergangenen November verletzte Frankurts Junichi Inamoto Kehl so schwer, dass er bis heute nicht wieder ins Mannschaftstraining einsteigen konnte. Trotzdem zeigt sich der Kapitän von Borussia Dortmund im Trainingslager in Marbella gut gelaunt.

von Von Thomas Schulzke

, 13.01.2009, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Benötigt noch Zeit zur Akklimatisierung: Sebastian Kehl.

Benötigt noch Zeit zur Akklimatisierung: Sebastian Kehl.

Ich gebe keine Prognose ab und streue keine Phantasien. Ich muss schauen, wie der Körper die Belastung verträgt und werde das Lauftraining langsam intensivieren. Und wenn ich ins Mannschaftstraining einsteige, brauche ich noch ein paar Tage, immerhin habe ich seit acht Wochen nicht gespielt.

Es war einfach nicht abzusehen, wie lange es dauert. Ich habe nach der Partie drei Tage lang pausiert, konnte mich im Alltag ganz normal bewegen. Ich bin im Kraftraum gewesen, bin Fahrrad gefahren und dann wieder ins Training eingestiegen. Und dann gab es den Rückschlag. Unter Stress zeigte der Fuß eine Reaktion. Ich musste zuletzt auch meinen Urlaub absagen, bin nach Dortmund gefahren und habe mich behandeln lassen. Ich hoffe, ich bin jetzt durch.

Das ist total frustrierend. Ich kann aber nicht die zweijährige Verletzungspause mit der jetzigen vergleichen. Die aktuelle Zeit ist gegenüber der Kniegeschichte eine Lappalie. Was mich ärgert, ist, dass beide durch Gegnereinwirkung zustande kamen. Das kann ich nicht verhindern.

Ich habe gelernt, dass man geduldiger sein muss. Ich bin ehrgeizig und will so schnell wie möglich zurück. Aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Das haben alle rundum vergessen.

Der Trainer, der Sportmanager, die Physiotherapeuten und auch die Mitspieler wollten, dass ich schnell wieder dabei bin. Vor allem jetzt, weil wir uns in einer Phase befinden, in der wichtige Spieler verletzt sind.

Es war klar, dass ich nach der langen Pause etwas Zeit benötige, um wieder zur Topform zu finden. Viele Sachen haben zu Beginn nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe. Man kommt einen Tick zu spät, schätzt Situationen falsch ein. Dann habe ich bewiesen, dass ich der Mannschaft helfen kann. Ich war wieder ein Leader auf dem Platz. Da will ich schnell wieder hin.

Angst ist kein guter Ratgeber. Ich habe gelernt, Demut gegenüber jeder Verletzung zu zeigen.

Als Kapitän möchte ich bei der Mannschaft sein, mit den Spielern Gespräche führen, und bei den Partien zuschauen. Ich kann hier optimal arbeiten und bin trotzdem bei dem Team.

Ich stehe um acht Uhr auf und gehe in den Kraftraum, laufe im Anschluss und ziehe mein Stabilisationsprogramm durch. Zum Aquajogging gehe ich in ein benachbartes Hotel.

Natürlich ist Wehmut dabei. Ich nehme aber das Glückserlebnis mit, dass ich schon wieder laufen kann.

Ich werde noch mal intensiv mit ihm sprechen. Das, was in der Vergangenheit passiert ist, steht für mich an zweiter Stelle.

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