Keine spektakulären BVB-Wechsel zu erwarten

Hausaufgaben gemacht

Wenn heute die Transferperiode eins offiziell endet, wird Borussia Dortmund auf den letzten Drücker nicht mit einem spektakulären Transfer aufwarten. Weder auf der einen, wohl auch nicht auf der anderen Seite. Nicht ausgeschlossen ist sogar, dass sich gar nichts mehr tut und der BVB mit seinem aktuell 28 Spieler starken Kader die Hinrunde bestreiten wird.

DORTMUND

, 31.08.2016, 07:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine spektakulären BVB-Wechsel zu erwarten

Michael Zorc hat seine Hausaufgaben schon längst gemacht.

Die letzte Nachricht aus der schwarzgelben Gerüchteküche befasste sich am späten Sonntagabend mal wieder mit Pierre-Emerick Aubameyang. Er solle, schrieb „Marca“ in Spanien, Borussia Dortmund mitgeteilt haben, dass "sein Herz bei Real Madrid" sei. Für ein Rauschen im deutschen Blätterwald sorgte die Nachricht nicht – die Texte des spanischen Boulevardblatts haben nicht selten eine Halbwertszeit von nur wenigen Minuten.

Es gebe „verschiedene Anfragen für verschiedene Spieler“, hatte Sportdirektor Michael Zorc am Wochenende noch einmal verlauten lassen. Spekulationen rankten vor allem um Christian Pulisic: Der Shooting-Star der vergangenen Saison ist ins Hintertreffen geraten beim Kampf um einen Stammplatz. Er musste auch registrieren, dass ihm sein Klub trotz der vielversprechenden Ansätze in der Rückrunde, als er auf neun Einsätze kam, zwei Spieler vor die Nase setzte, die exakt seinem Spielertyp entsprechen: dynamisch, schnell, dribbelstark.

Angebot für Pulisic abgelehnt

Im Supercup stand er nicht im Kader, in Trier und gegen Mainz schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Pulisic soll seine Unzufriedenheit über seine Situation intern deutlich gemacht haben – eine Offerte des FC Liverpool über zwölf Millionen Euro lehnte der BVB am Wochenende allerdings ab, ohne auch nur kurz nachzudenken. Auch wenn Dortmund auf der rechten Offensivseite mit Dembélé, Mor und eben Pulisic eigentlich einen Spieler „zu viel“ hat und bei Bedarf auch mit taktischen Verschiebungen dort noch andere Spieler (Schürrle, Götze, Ramos) einsetzen könnte, soll der noch 18-Jährige bleiben – eine Ausnahme wäre wohl nur dann gegeben, wenn ein Klub heute noch mit dem ganz großen Geldkoffer kommen würde.

Anders gelagert liegen die Dinge bei Neven Subotic und Joo-Ho Park. Subotic war sich bereits einig mit dem FC Middlesbrough, ehe beim Medizincheck eine Arterienblockade entdeckt wurde. Diese wurde durch die Entfernung der ersten Rippe behoben – für Subotic schloss sich nach der fälligen Operation eine knapp sechsmonatige Pause an, die Hinrunde ist für den Serben gelaufen. Ihn noch in diesem Sommer nach England transferieren zu können, gestaltet sich daher sehr schwierig. Für den Südkoreaner Park liegen schlicht keine Anfragen vor. Er war erst kurz vor Ende der Sommertransferperiode 2015 aus Mainz als Ergänzung für die linke Seite geholt worden, konnte sich aber nie durchsetzen.

Ginter muss bleiben

Andere Spieler des Kaders werden gebraucht: Matthias Ginter hat vergeblich versucht, seine Freigabe für einen Wechsel zum VfL Wolfsburg zu bekommen, ruhig ist es geworden um Adrian Ramos, der sich ob seiner Reservisten-Rolle hinter Aubameyang im vergangenen Jahr intensiv mit einem Wechsel beschäftigt hatte.

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Während anderorts heute Hektik ausbrechen wird, um auf den letzten Drücker vermeintliche Lücken zu schließen, die man im Sommer noch gar nicht erkannt hat, herrscht in der BVB-Geschäftsstelle am Rheinlanddamm entspannte Stimmung, Nach einem hektischen Frühsommer hat Sportdirektor Zorc sich die Phase des Durchschnaufens verdient: Seine Hausaufgaben hat er längst erledigt.

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