Klarer BVB-Auftrag für Can - Personalie Alcacer liefert eine bittere Erkenntnis

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Der BVB will mit dem Transfer von Emre Can eine offen ersichtliche Schwachstelle beheben. Die Personalie Paco Alcacer liefert eine bittere Erkenntnis.

Dortmund

, 31.01.2020, 20:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende der Transferperiode wird Borussia Dortmund nicht nur finanziell Bilanz ziehen müssen. Die Kernfragen nach der zweiten spektakulären Winter-Verpflichtung und auch entsprechender Bewegung auf der Abgabe-Seite lautet: Ist der nun deutlich veränderte Kader am 1. Februar stärker, als er zu Beginn der Winterpause war? Und ist damit die Wahrscheinlichkeit größer, bis zum Ende um den Titel mitspielen zu können? Seriös beantworten kann man das erst in ein paar Wochen.

Die Verpflichtung von Emre Can war am „Deadline Day“ noch einmal ein Ausrufezeichen der Borussia. Sie deckt eine Schwachstelle ab, die nach der Hinrunde offen ersichtlich war. Dortmund kassierte zu viele Gegentore durch individuelle Fehler, der BVB war anfällig bei aggressivem Pressingverhalten der Gegner und anfällig bei Kontern. Ein großes Thema war auch, wie schnell sich diese Mannschaft bisweilen in ihr Schicksal ergab.

Can kann die Schwachstellen des BVB beheben

Can kann diese Schwächen beheben, er sieht sich vordergründig als Innenverteidiger, wo er Druck machen soll vor allem auf den formschwachen Manuel Akanji. Er kann aber als gelernter Sechser im Notfall auch im defensiven Mittelfeld als stabilisierender Faktor wirken. Can statt Julian Weigl, das ist ein guter Move des BVB, auch wenn er kostspielig ist.

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Die Personalie Paco Alcacer kann man deutlich differenzierter sehen. Auf der finanziellen Ebene hat es Sportdirektor Michael Zorc auch hier geschafft, einen der Teamchemie nicht förderlichen Spieler gewinnbringend zu veräußern. Sportlich war Alcacer durch sein Verhalten zuletzt keine Hilfe mehr, dennoch stellt sich die Frage, ob der BVB im Sturmzentrum gut genug aufgestellt ist, sollte Erling Haaland verletzt ausfallen oder seine Entwicklung eine Talsohle durchschreiten.

Alcacer lässt sportlichen Ehrgeiz beim BVB vermissen

Und da ist auch noch die moralische Ebene: An den Viereinhalbjahresvertrag, der erst Ende November 2018 Gültigkeit erlangte, fühlte sich Alcacer nicht mehr gebunden. Den Ehrgeiz, sich der sportlichen Herausforderung zu stellen, hatte der Spanier nicht. Er schmollte und floh. Und im sonnigen Spanien kann er bei einem weiter gut dotierten Vertrag über die lachen, die ihm dieses moralische Fehlverhalten vorhalten.

Die Realität (nicht nur) für den BVB ist die, dass Langzeitverträge keine sportliche Planungssicherheit mehr bieten. Es verwundert daher nicht, dass Klubs wie Borussia Dortmund permanent in den nächsten Umbruch getrieben werden. Ob sie wollen oder nicht. Alcacer musste nicht streiken wie einst Ousmane Dembele, um seinen Wechsel zu erzwingen. Er saß auch so am längeren Hebel. Das ist keine neue, aber immer noch eine bittere Erkenntnis.

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