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Klopp und Kehl verlassen die große BVB-Bühne

Taschentücher-Zeit

Er wisse nicht, hat Sebastian Kehl kürzlich im Interview mit dieser Redaktion gesagt, ob er nach seinem letzten Bundesliga-Spiel weinen werde. Bei Jürgen Klopp ist das ziemlich verbrieft, wenn heute um circa 17.20 Uhr der Abpfiff erfolgt.

DORTMUND

, 23.05.2015, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Finaler Auftritt im Signal Iduna Park: BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Finaler Auftritt im Signal Iduna Park: BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Zwei prägende Figuren der jüngeren Dortmunder Fußballgeschichte geben gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) ihre letzte Vorstellung im Signal Iduna Park - Taschentücher bereithalten!

Mission noch nicht abgeschlossen

Borussia Dortmunds erste Chance, eine sehr maue Spielzeit mit der Qualifikation für die Europa League noch zu retten, steht heute ganz im Zeichen der Abschieds-Feierlichkeiten für Klopp und Kehl. Für den Ex-Kapitän liegen die obligatorischen Blumen bereit, er wird vor dem Spiel offiziell verabschiedet, so wie das Usus ist mit Spielern, deren Weggang - oder in diesem Fall deren Karriere-Ende - schon feststeht.

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Klopp hat darum gebeten, auf derlei symbolische Akte vor dem Anpfiff bei ihm zu verzichten. Weil ja dann noch das wichtige Spiel gegen Bremen ansteht. Und eine Woche später das Pokalfinale. Weil die Mission also noch nicht abgeschlossen ist.

Erfolgreichster Trainer der Vereinsgeschichte

Ungeachtet dessen wird es in jedem Fall hoch emotional werden. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass der Trainer nach dem Spiel noch einmal in die Kurve gehen wird. Was dann passiert, kann man sich ausmalen. Beim Dortmunder Anhang genießt Klopp trotz der vielen Negativ-Erlebnisse in diesem Jahr Kultstatus, geht er doch als erfolgreichster Trainer der BVB-Vereinsgeschichte von Bord.  

Von seinen bislang 318 Pflichtspielen (inklusive Supercup) hat er 180 gewonnen und nur 69 verloren, das hat vor ihm nicht einmal Ottmar Hitzfeld geschafft. Dass Klopp nah am Wasser gebaut ist, weiß man, seit er im Mai 2008 vor 30.000 Mainzer Fans eine bewegende Abschiedsrede hielt und sein Schluchzen alle ansteckte. Erst heulte nur Klopp, am Ende heulten alle. Kehl ist vielleicht weniger charismatisch, sein Ruf in Fankreisen aber ist nicht minder gut.

"Ein echtes BVB-Heimspiel"

Am Donnerstag hat Jürgen Klopp seinen Wunsch für sein letztes Spiel im Signal Iduna Park in bekannten Vokabeln formuliert, die seine sieben Jahre beim BVB geprägt haben: „Vollgasfußball“ würde er gern sehen, dass seine Elf „ein echtes BVB-Heimspiel“ aus der Partie mache. Und am Ende soll dann ein Resultat stehen, das dem BVB eine Fortsetzung seiner internationalen Reisen sichern würde.

Für Klopp ist die Europa League dabei viel mehr als nur ein Trostpreis, „alles, wirklich alles“ würde ihm eine Qualifikation bedeuten, hat er gesagt. Weil die Momente ja noch nicht so weit zurückliegen, an denen alles in Frage stand. So wie nach dem 0:1 gegen Augsburg im Februar, als Klopp dämmerte, dass die Aufholjagd noch schwieriger werden könnte als befürchtet, „dass echt alles passieren kann, wenn so viel Scheiße gegen dich läuft.“

Möglichst perfekter Abschied

So weit aber ist es dann ja doch nicht gekommen. Alle im BVB eint nun der Wunsch, die Chance beim Schopf zu packen und Kehl und Klopp einen möglichst perfekten Abschied zu verschaffen. „Das ist für uns zusätzliche Motivation“, sagt Innenverteidiger Neven Subotic.

 

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