Könnte der BVB auf Hummels verzichten?

Pro & Kontra

Fußball-Weltmeister Mats Hummels (26) macht sich Gedanken über seinen weiteren Karriereweg. "Ich sage offen und ehrlich, dass ich über meine Zukunft nachdenke", sagte der Abwehrspieler von Borussia Dortmund jetzt. Könnte der BVB auf seinen Abwehrchef verzichten? Lesen Sie dazu unser Pro und Kontra!

DORTMUND

, 30.03.2015, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Scheinwerferlicht: Mats Hummels machte sich jetzt laut Gedanken über seine Zukunft.

Im Scheinwerferlicht: Mats Hummels machte sich jetzt laut Gedanken über seine Zukunft.

Pro: Ja, auch Hummels ist ersetzbar - Der Nächste, bitte!

Die Situation schreit förmlich nach einer der Mütter aller Floskeln: „Ein Spieler wie Mats Hummels ist nicht eins zu eins zu ersetzen.“ Unterschreibe ich. Gibt ihn ja auch kein zweites Mal auf dieser Welt. So viel zu diesem Stammtisch-Käse.

Nicht der erste Leistungsträger

Jetzt zum Sachlichen: Mats Hummels wäre nicht der erste Leistungsträger, der Borussia Dortmund verlassen würde – und er wäre nicht der erste, der erfolgreich ersetzt werden würde. Er würde die Namensliste um Mario Götze, Lucas Barrios, Shinji Kagawa, Nuri Sahin oder Robert Lewandowski um einen weiteren Namen bereichern. Und sind wir mal ehrlich: Bis auf Lewandowski in dieser Spielzeit hat der BVB noch jeden Abgang der jüngeren Historie kompensiert bekommen. Das wäre bei Hummels nicht anders.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Mats Hummels soll nicht weg vom BVB. Im Gegenteil. Er ist wichtig für Borussia Dortmund, sowohl auf als auch neben dem Platz. Trotzdem wäre sein Weggang sportlich einfacher zu verschmerzen als der eines Lewandowski. Das liegt schon alleine an der Tatsache, dass eine Innenverteidigung aus zwei Spielern besteht, die sich die Arbeit teilen, sich gegenseitig helfen. Das ist das Problem im Fall Lewandowski: Er war die eine 1 im 4-2-3-1-System.

Viel Geld

Nebenbei gäbe es für Weltmeister Hummels viel Geld – 40 Millionen Euro heilen zwar nicht alle Wunden, verschmerzbarer aber machen sie vieles. 

Von Tobias Jöhren

Kontra: Nein, der BVB braucht Hummels - Gesicht und Stimme

Die moderne Arbeitswelt lehrt die Arbeitnehmer, dass jeder ersetzbar ist – das mag herzlos klingen, aber am Ende läuft es doch immer wieder darauf hinaus. Also: Könnte der BVB auf Mats Hummels verzichten? Natürlich könnte er, aber – Gegenfrage – warum sollte er?

Warum sollte der BVB ihn ziehen lassen? 

Warum sollten die Schwarzgelben ihren Kapitän, ihren Kopf, den intelligenten Anführer ihrer Abwehr ziehen lassen? Warum sollten sie sich ohne Not an elementar wichtiger Position derart schwächen?

Schon für die Vertragsverlängerung von Marco Reus ist der börsennotierte Verein tief in die Tasche geflogen. Mats Hummels ist, obwohl Münchner Provenienz, nicht weniger eine Identifikationsfigur im schwarzgelben Dress, ein Sicherheitsfaktor für seine Nebenleute, ein Leuchtturm in der Außendarstellung. Seit nunmehr sechs Jahren gibt der 38-fache Nationalspieler und Weltmeister der Dortmunder Defensive Struktur und dem Verein nach außen ein sympathisches Gesicht und eine seriöse Stimme.

Verlockungen sind groß

Natürlich sind die Verlockungen aus dem Ausland mindestens so groß wie die kolportierten Gehälter. Natürlich schmerzt den ehrgeizigen Hummels die kommende Champions-League-Abstinenz seiner Borussia. Die sollte ihren Käpt’n aber nicht widerstandslos von Bord gehen lassen, denn mit ihm, das zeigt nicht nur die Statistik, ist allemal besser als ohne.

Von Petra Nachtigäller 

 

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