Konietzka und Schütz - Urväter des Messi-Elfers

1959 gegen Viktoria Köln

Der "Messi-Elfer" erhitzt die Gemüter. "Fair oder nicht fair", das ist hier die Frage. Wie dem auch sei: Es werden gern Beispiele aus der Vergangenheit angeführt, um die Einmaligkeit der aktuellen Ausführung zu erschüttern. Wir erinnern gern daran, dass es wahrscheinlich zwei Borussen aus Dortmund waren, die das Copyright an dieser Form der Elfer-Ausführung haben.

DORTMUND

von Gerd Kolbe

, 17.02.2016, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Echtes Dortmunder Schlitzohr: Timo Konietzka.

Echtes Dortmunder Schlitzohr: Timo Konietzka.

Das Wörtchen "wahrscheinlich" sei unterstrichen. Den älteren Dortmunder Fußballfans ist ihr Name bestens bekannt. Sogar ihre Spitznamen kennt man landauf, landab. Sie hießen Jürgen Schütz und Timo Konietzka und waren in ihrem kongenialen Zusammenspiel außergewöhnlich und für jeden Gegner eine latente Gefahr.

Gefährliche Torschützen

Der eine - Jürgen Schütz - kam aus Lütgendortmund und wurde später der erste Italien-Profi des BVB. Der andere - Timo Konietzka - stammte aus Lünen und spielte nach seiner BVB-Zeit bei München 60 und in der Schweiz. Beiden gemeinsam war die Fähigkeit, sehr virtuos mit dem runden Leder umgehen zu können, beide waren höchst gefährliche Torschützen.

Und beide waren echte Dortmunder Schlitzohren, die sich auch für die 90 Minuten auf dem Spielfeld gern den einen oder anderen Schabernack ausdachten.

Eröffnungspartie der Oberliga West

Es geschah am 23. August 1959 in der Saison-Eröffnungspartie der Oberliga West 59/60. Der BVB spielte gegen Viktoria Köln. Das Spiel endete 3:3. Köln ging mit 2:0 in Führung. Konietzka und Schütz glichen aus, bevor Beulenda erneut die Viktoria nach vorn brachte. Praktisch in der Schlussminute glich Schütz dann aus. Soweit, so gut.

Eines dieser drei BVB-Tore allerdings fiel durch den ersten uns bekannten indirekten Elfmeter. Das Duo Schütz/Konietzka verblüffte mit dieser Ausführung das Schiedsrichtergespann so sehr, dass erst eine kurze Beratung erforderlich war, um anschließend den Treffer als regelgerecht anzuerkennen.

Max & Moritz

Danach war auch der Spitzname des fußballerisch begnadeten Duos geboren: Max & Moritz, frei nach Wilhelm Busch. Ihre Fußball-Herrlichkeit beim BVB endete mit dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1963, das der BVB gegen den favorisierten 1. FC Köln mit 3:1 gewann. Danach verschwand Jürgen Schütz in Richtung Rom, während Timo Konietzka noch bis 1965 beim BVB blieb.

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