"Kuba" Blaszczykowski überzeugt in Italien

Ex-Borussen in neuen Vereinen

Der personelle Schnitt bei Borussia Dortmund fiel im vergangenen Sommer größer aus. Neuer Trainer, neue Präferenzen – und neue Chancen für die Abgänge in ihren neuen Vereinen. Wie schlagen sich die Ex-Borussen bei ihren neuen Aufgaben? Ein Überblick.

DORTMUND

, 12.11.2015, 05:09 Uhr / Lesedauer: 3 min
"Kuba" Blaszczykowski überzeugt in Italien

Ein ungewohntes, aber nicht seltenes Bild: Jakub Blaszczykowski jubelt im Trikot des AC Florenz. Der Ex-Borusse hat bei seinem neuen Verein in Italien Fuß gefasst, der Klub aus der Toskana führt die Serie A an.

Alomerovic, Zlatan (24): Nach neun Jahren beim BVB traute sich nicht nur der Torwart selbst den Sprung in die Zweite Liga zu. Doch beim 1. FC Kaiserslautern hat er das Duell um den Stammplatz zwischen den Pfosten gegen Marius Müller verloren.

Blaszczykowski, Jakub (29): Unter Thomas Tuchel hatte „Kuba“ nach acht Jahren keine Perspektive mehr beim BVB und ließ sich zum AC Florenz ausleihen. Bei der Fiorentina ist der Flügelflitzer Stammspieler, die Mannschaft von Trainer Paulo Sousa steht an der Tabellenspitze der Serie A. „Für mich war dieser Transfer sehr wichtig, ich bin sehr froh, mich so entschieden zu haben“, sagte Blaszczykowski vorige Woche in einem Spox-Interview. In Italien wurde der Pole bereits als bester Neuzugang der Saison gehandelt. Es wird immer wahrscheinlicher, dass Florenz die Kaufoption zieht.

Dudziak, Jeremy (20): Drei Bundesligaspiele absolvierte der Außenverteidiger für den BVB. Seit dem Sommer spielt er für den FC St. Pauli – und arbeitet dort intensiv an der Rückkehr in die Eliteklasse mit. Beim Tabellenzweiten im Unterhaus spielt Dudziak eine wichtige Rolle im Team von Trainer Ewald Lienen, bei den Hamburgern steht er bis 2018 unter Vertrag. Der BVB hat sich ein Rückkaufrecht gesichert.

Großkreutz, Kevin (27): Schon im Frühjahr hatte der BVB dem Ur-Borussen mitgeteilt, dass er gehen dürfe. Dann ging der Wechsel zu Galatasaray in die Türkei schief, weil die Dokumente zu spät übermittelt wurden. Bisher kam Großkreutz daher nur auf einen Testspieleinsatz, nach dem Jahreswechsel ist er auch in Pflichtspielen einsatzberechtigt.

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Immobile, Ciro (25): Alles ein Missverständnis zwischen dem Italiener und dem BVB? Beim FC Sevilla ergeht es dem Stürmer wenig besser, er kommt auch bei den Spaniern wenig zum Einsatz. Immerhin traf er am vergangenen Wochenende beim 3:2-Sieg gegen Real Madrid. Sein fünfter Einsatz in der Primera Division besiegelte die Kauf-Verpflichtung für Sevilla. Der Europa-League-Sieger zahlt zusätzlich zur Leihgebühr von drei Millionen noch elf Millionen Euro Ablöse – damit ist der sportliche Flop zumindest finanziell kein Desaster. Der BVB hatte vor eineinhalb Jahren 18,5 Millionen Euro nach Turin überwiesen.

Jojic, Milos (23): Es gibt kaum jemanden, der dem Serben die Bundesliga-Tauglichkeit absprechen würde. Doch nach anderthalb Jahren ohne den großen Durchbruch in Dortmund ergeht es dem Techniker auch in Köln nicht besser. Beim FC kommt Jojic nicht über eine Reservistenrolle hinaus, der erhoffte Spielgestalter ist der drei Millionen Euro teure Neuzugang dort bisher nicht geworden. Dort ist das Zentrum mit den Stammkräften Matthias Lehmann und Kevin Vogt besetzt, auf den Außen bekommt unter anderem Ex-Borusse Leonardo Bittencourt den Vorzug.

Kampl, Kevin (25): Er konnte nichts für den viel zu großen Rucksack, den ihm Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp vor zehn Monaten bei dessen Ankunft in Dortmund aufsetzte. Bei Bayer Leverkusen, das sich den Slowenen elf Millionen Euro kosten ließ, kommt Kampl besser zurecht. Oft in zentraler defensiver Position oder als „Achter“, weniger auf den Außenbahnen, wo ihn der BVB einsetzte. Für Kampl hat sich der Wechsel fraglos gelohnt. Und der BVB kam durch die üppige Ablöse mit dem Schrecken davon.

Kirch, Oliver (33): In Dortmund erlebte der Spätzünder seinen x-ten Sommer, aber der neue BVB-Trainer ging offen mit ihm um. Weil er kaum eine Chance auf Spielminuten in Dortmund hatte, durfte er ein Jahr vor Vertragsende ablösefrei zum SC Paderborn wechseln. „Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Dortmund“, sagte Kirch im Gespräch mit unserer Redaktion, mit vielen Borussen steht der beliebte Allrounder noch in Kontakt. Den „Effenberg-Effekt“ erlebte er wegen eines Muskelfaserrisses nur von außen.

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Klopp, Jürgen (48): Irgendwie zählt „Kloppo“ ja auch zu den Abgängen, sein Vertragsverhältnis wurde vorzeitig beendet. Doch die Pause war kürzer als gedacht, der Coach hält jetzt die englischen Medien und den FC Liverpool in Atem. Der durchschlagende Erfolg ist allerdings bislang ausgeblieben.

Langerak, Mitchell (27): Ein emotionales Achterbahn-Jahr: Beim BVB durfte er sich nach jahrelangem Dasein als Bank-Angestellter endlich über den Stammplatz freuen, dann setzte ihm Dortmund Roman Bürki vor, Langerak floh nach Stuttgart und verletzte sich (Muskelverletzung, Knie-OP). Konkurrent Przemyslaw Tyton hielt zuletzt stark, Langerak muss einmal mehr geduldig auf seine Chance warten.

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