Leichte Vorteile für den BVB

Die Teams im Vergleich

Es ist das Topduell des 30. Spieltages der Fußball-Bundesliga. Der amtierende Deutsche Meister und Tabellenführer Borussia Dortmund empfängt Rekordmeister und Verfolger FC Bayern München. Wir haben die beiden Teams vor dem Duell (Mittwoch 20 Uhr, Sky) verglichen und zeigen, welcher Klub in welchen Mannschaftsteilen Vorteile hat.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch und Gerd Strohmann

, 11.04.2012, 10:25 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.) und Robert Lewandowski wollen auch gegen den FC Bayern jubeln. In unserem Vergleich liegt der BVB leicht vorn.

BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.) und Robert Lewandowski wollen auch gegen den FC Bayern jubeln. In unserem Vergleich liegt der BVB leicht vorn.

Die Torhüter Roman Weidenfeller: Der solide Rückhalt des Meisters. Schon zwölf Mal kam der Keeper in dieser Saison mit einer weißen Weste, also ohne Gegentor, aus einem Spiel (42,9%).Manuel Neuer: Trotz einiger weniger Patzer hat er die anfangs so skeptischen Münchner Fans längst überzeugt. Kein Bundesliga-Torhüter hat so häufig zu Null gespielt, der frühere Schalker ist immer noch der Mann für die unhaltbaren Bälle.Ausgeglichen

Die Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek: Kein anderer Rechtsverteidiger bereitet so viele Tore vor wie er (7 Vorlagen), seine Tempoläufe auf dem Flügel sind bei den eigenen Fans berühmt und beim Gegner berüchtigt.Philipp Lahm: Der Dauerbrenner, der links wie rechts kann. Macht je nach Bedarf jede Seite dicht, ist eigentlich immer anspielbar. Vier Assists stellen ihm ein gutes Zeugnis aus, Torgefahr geht von ihm allerdings selten bis gar nicht aus.Ausgeglichen

Die Innenverteidiger Neven Subotic: Die Mauer. Kämpfte zu Beginn der Saison mit Wacklern, mittlerweile stabilisiert. Im Zweikampf – sowohl am Boden als in der Luft - kaum zu bezwingen.Jerome Boateng: Der „kicker“ hat für ihn bisher den Notenschnitt 3,57 errechnet, eben nur eine Durchschnittsnote. Trotz seiner Größe kein exzellenter Kopfballspieler, am Boden sieht manches häufig ein wenig ungelenk aus.Vorteil Dortmund

Die Innenverteidiger Mats Hummels: Bester Zweikämpfer des BVB. Übernimmt als moderner Innenverteidiger auch im Offensivspiel Verantwortung. Gegen die Bayern extra motiviert.Holger Badstuber: Grundsolide, in jeder Beziehung. Eigentlich fehlerlos, prima Stellungsspiel. Trotz seiner jungen Jahre schon der Abwehrchef, Bundestrainer Joachim Löw weiß vor allem sein kluges Aufbauspiel zu schätzen.Vorteil Dortmund

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die Spiele zwischen dem BVB und dem FC Bayern

Die besten Bilder der Partien zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.
19.11.2011
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Arjen Robben (l) und Dortmunds Marcel Schmelzer im Duell.© Foto: dpa
19.11.2011: Mario Götze (M) von Dortmund jubelt über sein Tor zum 0:1. © Foto: dpa
Dortmunder Jubel nach dem 1:0-Sieg.© Foto: dpa
Luiz Gustavo (l) und Holger Badstuber (r) beugen sich über den am Boden liegenden Dortmunder Moritz Leitner (M). © Foto: dpa
Robert Lewandowski (l) im Zweikampf mit dem Bayern Spieler Anatoli Timoschtschuk. Das Spiel endete 3:1 für den BVB.© Foto: dpa
26.02.2011: Bayern Münchens Franck Ribéry (r) kämpft gegen Lukasz Piszczek von Borussia Dortmund. © Foto: dpa
Bastian Schweinsteiger (r) und Sven Bender von Dortmund kämpfen um den Ball. © Foto: dpa
Dortmunder Jubel nach dem Spiel.© Foto: dpa
13.02.2010: Die Dortmunder jubeln über das 1:0 gegen Bayern.© Foto: dpa
Der Dortmunder Torwart Marc Ziegler kann den Schuss von Mark van Bommel zum 1:1 nicht halten.© Foto: dpa
Die Münchner Arjen Robben (l-r) Mario Gomez, Franck Ribery und Mark van Bommel jubeln über das 3:1 durch Gomez. © Foto: dpa
23.08.2008: Der verletzte Dortmunder Verteidiger Dede (r) mit Gehhilfen wird im Stadion von den Bayern-Spielern Mark van Bommel (l. vorn) und Bastian Schweinsteiger (l, hinten) begrüßt. © Foto: dpa
19.04.2008: Bayern-Kapitän Oliver Kahn (l) schaut seinen jubelnden Mitspielern Franck Ribery (r) und Luca Toni mit dem Pokal zu. © Foto: dpa
13.04.2008: Ze Roberto (M) vom FC Bayern München kämpft gegen Sebastian Kehl (l) und Philipp Degen von Borussia Dortmund. © Foto: dpa
17.04.2004: Schiedsrichter Markus Merk (r) zeigt dem Münchner Michael Ballack (2.v.l.) im Spiel gegen Borussia Dortmund die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels, links steht Dede und rechts Tomas Rosicky. Das Spiel endete 2:0 für Borussia Dortmund. © Foto: dpa
Torwart Oliver Kahn (l) vom FC Bayern München fängt den Ball vor dem Dortmunder Leandro. © Foto: dpa
Der Dortmunder Andre Bergdölmo (unten) liegt unter Michael Ballack vom FC Bayern München. © Foto: dpa
19.02.2005: Jan Koller (2.v.l.) von Brorussia Dortmund kämpft mit Willy Sagnol (M) und Lucio vom FC Bayern (r) um den Ball. © Foto: dpa
18.09.2004: Dortmunds Ewerthon betet nach seinem Treffer zum 1:0 und Niclas Jensen (l) gratuliert.© Foto: dpa
Der Münchner Trainer Ottmar Hitzfeld (r) verfolgt das Spiel gegen Borussia Dortmund. © Foto: dpa
Roy Makaay und Sebastian Schweinsteiger freuen sich nach dem 2:2-Ausgleichstreffer durch Roy Makaay (10), während sich der Dortmunder Christian Wörns (l) an den Kopf fasst. © Foto: dpa
09.02.2002: Der Torschütze zum 1:1- Endstand, Münchens Giovane Elber (l), und der bezwungene Dortmunder Torhüter Jens Lehmann kommen sich ziemlich nahe. © Foto: dpa
Zweikampf zwischen Sammy Kuffour (l) vom FC Bayern München und Jan Koller von Borussia Dortmund. © Foto: dpa
Duell mit Brisanz: Am 7. April 2001 geraten Dortmunds Giuseppe Reina und Oliver Kahn aneinander.© Foto: dpa
04.12.1999: Der Brasilianer Paolo Sergio (r) vom FC Bayern München kämpft mit dem Jugoslawen Miroslav Stevic von Borussia Dortmund um den Ball. © Foto: dpa
14.07.1999: Mehmet Scholl (r) kämpft mit Jürgen Kohler im DFB-Pokal-Halbfinale um den Ball. © Foto: dpa
04.02.1998: Carsten Jancker (r) vom FC Bayern München kämpft mit Julio Cesar von Borussia Dortmund um den Ball. © Foto: dpa
Alexander Zickler (im Vordergrund) vom FC Bayern München und Borussia Dortmund-Spieler Jürgen Kohler liefern sich einen harten Zweikampf in der Luft. © Foto: dpa
Gestenreich streiten sich die Bayern Marcel Witeczek (l.) und Mehmet Scholl (am Boden) mit den Borussen Heiko Herrlich und Rene Tretschok (r.) . Das Spitzenspiel ging mit 0:0 zu Ende. © Foto: dpa
01.10.1995: Matthias Sammer (l.) klärt vor Ciriaco Sforza.© Foto: dpa
Der Dortmunder Jürgen Kohler (Mi.) köpft eine Flanke Richtung Tor, rechts sein Gegenspieler Jürgen Klinsmann. Links der Dortmunder Ibrahim Tanko, dahinter verdeckt der Bayer Ciriaco Sforza.© Foto: dpa
Schlagworte
Die Linksverteidiger Marcel Schmelzer: Der Schrecken von Arjen Robben. Raubte ihm zweimal in Folge den letzten Nerv. Offensiv mit Luft nach oben, macht das durch seine Defensivarbeit wett.David Alaba: Die Entdeckung der Rückrunde. Macht seine Sache auf der linken Seite richtig prima, für seine gerade mal 19 Jahre erstaunlich abgeklärt. Der Österreicher ergänzt sich mit Vordermann und Mentor Ribery nahezu perfekt.Ausgeglichen

Die Sechser Sebastian Kehl: Der Kapitän gibt die Richtung vor und haut auch mal dazwischen, wenn es sein muss. Seine Routine kann im Spitzenspiel aber Gold wert sein.Bastian Schweinsteiger: Pünktlich zum Gipfeltreffen ist er wieder da. In besten Zeiten Weltklasse, der klare Chef der Münchner auf dem Platz. Nach einigen Verletzungen aber noch nicht wieder bei 100 Prozent.Vorteil Bayern

Die Sechser Ilkay Gündogan: Wer ist eigentlich Sahin? Hat seinen Vorgänger in den vergangenen Wochen mit starken Leistungen vergessen gemacht. Ein moderner Sechser mit offensiven Glanzmomenten.Toni Kroos: Vielleicht täuscht es ja, aber der „Zwischenspieler“ wirkt ein wenig müde, überspielt. Doch die Zahlen stimmen: Vier Treffer, acht Assists, ein „kicker“-Notenschnitt von 2,92. Auf ihn ist immer Verlass.Ausgeglichen

Rechter Flügel Jakub Blaszczykowski: Die Überraschung. Besser als im Moment war der Pole noch nie. Vier Tore erzielte er selbst, zehn bereitete er vor. Paart Technik mit Tempo – eine nur schwer zu bändigende Mischung.Arjen Robben: Hat seinen Frust über ein paar Bank-Einsätze abgeschüttelt. Wieder rundum gesund und enorm spielfreudig. Kann ein Spiel immer allein entscheiden, ist auch zunehmend bereit, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen.Vorteil Bayern

Offensives Mittelfeld Shinji Kagawa: Der Mann für besondere Momente. Keiner dribbelt schöner, keiner schlägt flinkere Haken. Ist dazu auch noch enorm torgefährlich (12 Treffer). Wird er zu Bayerns Albtraum?Thomas Müller: Jeder Trainer darf sich glücklich schätzen, einen wie ihn in den eigenen Reihen zu haben. Ständig unterwegs, auffallend uneigennützig, erfrischend unorthodox. Zwölf Assists zeigen: Er steht im Dienste der Mannschaft.Vorteil Dortmund

Linker Flügel Kevin Großkreutz: Die Laufmaschine des BVB ist im Verbund mit Schmelzer in der Defensive nur schwer abzuhängen. Rennt, bis die Lunge brennt – und legt dann noch einen Gang zu.Franck Ribery: Nie war der Franzose stärker als in dieser Saison, nie hat ihm Fußball offenbar so viel Spaß gemacht. Mit seinen Haken, seinen Finten und seiner Antrittsschnelligkeit ist er für jeden Gegner eine wahre Plage.Vorteil Bayern

Stürmer Robert Lewandowski: Die Torgarantie. Traf 19 Mal ins Tor und brauchte dafür nicht einen Elfmeter. Ist dazu ein exzellenter Vorbereiter (8 Vorlagen) und Ballbehaupter. Auch defensiv wichtig.Mario Gomez: Es ist langsam anstrengend, seine Tore zu zählen, so treffsicher ist er. Irgendwie steht er immer richtig, zieht offenbar auch jeden Abpraller magisch an. Die Krone des besten Torjägers scheint ihm schon wieder sicher.Ausgeglichen

Unser Fazit: Das Gipfeltreffen ist ein Duell auf Augenhöhe – mit ganz leichten BVB-Vorteilen. Bringt die Borussia ihre Stärken auf den Platz, wird es für die individuell etwas besser besetzten Bayern schwer, den Meister zu schlagen. Doch der Rekordmeister FC Bayern verfügt über Einzelkönner, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Ein Remis wäre die logische Folge der Stärkenverteilung.

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